Nordenham Die Bezirksliga-Fußballer des TSV Abbehausen haben am Samstag die inoffizielle Kreismeisterschaft der Wesermarsch in der Halle gewonnen. Das Team von Trainer Frank Meyer benötigte zum Titelgewinn jedoch das Glück des Tüchtigen. Es gewann das Finale gegen den in der 1. Kreisklasse spielenden TuS Jaderberg erst nach Neunmeterschießen mit 3:2. Nach Ablauf der regulären Spielzeit hatte es 1:1 gestanden.

„Wer soweit in einem Turnier kommt, will das Finale auch gewinnen“, gab sich TuS-Spielertrainer David Skibba vor dem Endspiel kämpferisch. Nach Turnierschluss war ihm trotz einer imposanten Leistung seiner Mannschaft die Enttäuschung im Gesicht abzulesen: „Wir hatten es im Shoot-Out doch selbst in der Hand.“

Fairplay

Großartig war, dass die Jaderberger den Fairplay-Gedanken lebten: Im Finale machte die Mannschaft den Unparteiischen Sven Teichmann aus Rastede auf eine Fehlentscheidung aufmerksam, in dem sie seine Entscheidung auf Torabstoß berichtigte. Den anschließenden Eckball nutzte der Bezirksligist durch Filip Radu zur Führung, die Kai Köning jedoch noch ausgleichen konnte. TSV-Spieler Sören Büsing, der von Trainern und Betreuern zum besten Torhüter bestimmt wurde, sprach von einem verdienten Abbehauser Titelgewinn: „Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert.“

Mit dem SV Brake war neben dem TSV ein weiterer Bezirksligist am Start. Die Mannschaft von Trainer Stefan Jasper schied im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger mit 0:2 aus. „Wir hatten im Gegensatz zum TSV nicht das Glück im Torabschluss“, meinte Jasper. Sein Spieler Sascha Schwarze verteilte ein dickes Lob an Torhüter Marcel Jasper vom TuS Jaderberg: „Der hat nicht nur im Endspiel wirklich prima gehalten.“

„So wenige Tore wie heute haben wir wirklich selten bei diesem fairen Event gesehen“, sagte Thomas Neumann vom Veranstalter 1. FC Nordenham. „Die Mannschaften standen defensiv allesamt gut. Erfreulicherweise gab es kaum spielerische Unterschiede zwischen den Teams aus der Bezirksliga und denen aus der Kreisklasse“, urteilte er. Zufrieden war er zudem mit der Zuschauerzahl: „So viele Fans waren schon lange nicht mehr dabei.“

Viele Mannschaften konnten sich mangels einer Trainingsmöglichkeit auf das Hallenturnier nicht vorbereiten. Der ESV Nordenham hatte laut Betreuer Karl-Heinz Drieling nur zwei Konditionseinheiten unter freiem Himmel als Vorbereitung eingelegt. Ganz anders sah es in Jaderberg aus. „Wir kicken den Winter über in unserer Großsporthalle in Jaderberg“, verriet David Skibba. Seine Elf trumpfte daher nicht von ungefähr groß auf.

Große Überraschung

Dennoch war auch der ESV eine große Überraschung, denn die Vorrunde schloss die Mannschaft von Trainer Thorsten Rohde als Erster ihrer Gruppe noch vor dem TSV Abbehausen ab. Erst im Halbfinale war für die Eintracht Endstation. Im Spiel um Platz drei verlor der ESV gegen den SV Brake im Neunmeterschießen mit 1:2. Bereits nach der Vorrunde waren der SV Phiesewarden und die SG Großenmeer ausgeschieden. SG-Boss Florian Bierbaum nahm es bei allem Ehrgeiz mit der nötigen Gelassenheit: „Wir haben uns über unsere Leistung selbst am meisten geärgert.“

Emanuel Radu und Dennis Jöstingmeier waren mit je fünf Treffern die besten Torschützen im Turnier. Die ersten drei Mannschaften erhielten Geldpreise. Alle anderen Teams bekamen einen Spielball überreicht. Konstantin Mohr vom TuS Elsfleth gewann das Neunmeterschießen der Betreuer. Ein Einlagespiel nach der Vorrunde zwischen der E-Jugend des TSV Abbehausen und des 1. FC Nordenham gewann der TSV-Nachwuchs mit 4:0.

Ein wenig aus dem Ruder lief nur die Begegnung der Vorrunde zwischen dem 1. FC Nordenham und TSV Abbehausen. Die Emotionen kochten hoch. Niklas Hinrichs vom FCN sah wegen einer Unsportlichkeit gegen den TSV-Spieler Sebastian Rabe die Rote Karte.

Elsfleths Trainer Uwe Neese hätte die Viertelfinalspiele derweil am liebsten gestrichen: „Die Begegnungen zogen das Event doch in die Länge.“ Ganz anders sah es der Ovelgönner Coach Marco Kuck: „Es gibt doch nichts Besseres als dieses Turnier in der aktuell fußballarmen Zeit. Es dient doch auch der Kommunikation der Mannschaften untereinander.“

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