BRAKE Anpfiff. „Spiel ab, spiel ab“, ruft Pascal, der sich freigelaufen hat. Cedric hebt den Kopf, und mit einem gekonnten Schlenzer landet der Ball direkt vor Pascal. Der lässt sich nicht lange bitten und schiebt den Ball ins Tor.

Der Ball rollt wieder. Nicht nur in den unterschiedlichen Ligen der Republik, sondern auch für die Schüler der 2008 gegründeten Fußball-AG der Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe Wesermarsch. Elf Schüler zwischen 14 und 20 Jahren trainieren hier am Ball. Es sind Schüler, die nicht nur mit den Gegnern und der Abseitsfalle zu kämpfen haben, sondern auch mit einem besonderen Handicap: Sie gelten hinsichtlich ihrer geistigen Entwicklung als förderbedürftig.

Richtiges Training

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Eine Einschränkung, die allerdings keinerlei Auswirkung auf ihre Begeisterung für Fußball hat. „Die AG ist damals aus dem Interesse der Schüler für Fußball entstanden. Da dachten wir uns, wenn das Interesse so groß ist, dann machen wir auch ernst“, erklärt Erzieher Holger Czepanski, der das wöchentliche Training der elf Schüler und Schülerinnen leitet. Unterstützt wird er dabei von den zwei BSJlern Saskia Immes und Malte Böning. „Wir helfen, wenn die Jugendlichen Probleme beim An- und Ausziehen oder bei der körperlichen Koordination haben“, erläutern beide.

Doch ansonsten unterscheidet sich das Training in keiner Weise vom Training in den Sportvereinen oder an anderen Schulen. „Wir machen Laufübungen, Balltraining oder üben Schüsse“, erklärt Czepanski. Und Reinhard Brodé ergänzt: „Hier wird richtig trainiert und nicht einfach nur ein bisschen rumgekickt.“

Schließlich stecke hinter Schüssen, Lupfern und Zweikämpfen auch ein pädagogischer Gedanke, so Brodé: „Unsere Schüler sollen lernen, sich richtig einzuschätzen. Sie sollen beurteilen können: Was kann ich? Wozu bin ich in der Lage? Wo habe ich noch Defizite und kann ich diese ausgleichen? Aber auch: Wo liegen meine Grenzen?“ Fußball eigne sich hierfür besonders gut, ist Brodé überzeugt: „Beim Fußball kann schließlich jeder etwas.“ So könnten die Schülern letztlich ein Selbstverständnis entwickeln, dass sich auch für ihre Zeit nach der Schule als hilfreich erweisen soll.

Sieg gegen Edewecht

Dass dennoch nur elf Schüler die Fußball-AG besuchen, hat einen einfachen Grund: „Es können nur Schüler teilnehmen, die körperlich und geistig dazu in der Lage sind, beispielsweise indem sie Regeln verstehen können“, erklärt Brodé.

Trotz pädagogischer Unterfütterung kommt der Spaß jedoch nicht zu kurz. Besonders wenn es um den sportlichen Wettstreit mit anderen Schulen geht. So wurde im vergangenen Jahr gegen die Astrid-Lindgren-Schule aus Edewecht gespielt. Das Ergebnis von damals kennt jeder der Spieler noch auswendig: „10:6. Aber für uns!“

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Martin Thaler Volontär / NWZ-Redaktion
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