Friedrich-August-Hütte „Und am Morgen bin ich dann mit Nacktschnecken im Gesicht aufgewacht.“ Horst Wittenberg aus Friedrich-August-Hütte berichtet von seiner ungewöhnlichen Reise, die nicht immer nur positive Überraschungen für den 73-Jährigen parat hielt.

Es ist der 21. Juni 2016: Horst Wittenberg macht sich im Hafen von Großensiel auf den Weg nach Fehmarn. Sein Fortbewegungsmittel: ein Schlauchboot, gerade einmal 3,50 Meter lang und 1,50 breit. „Gewagt“, wird da so mancher denken, sich mit einer derart kleinen Nussschale auf die Ostsee zu wagen.

Elbe als Herausforderung

„Die Ostsee, die war gar nicht das Problem“, weiß Horst Wittenberg. „Die Elbe war viel schlimmer.“

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Aber der Reihe nach. Von Großensiel geht es nach Bremerhaven, dann nach Otterndorf und weiter nach Brunsbüttel. Horst Wittenberg passiert den Nord-Ostsee-Kanal bis nach Kiel. „Dort begann gerade die Sail“, erinnert sich der 73-Jährige. Von Kiel aus ging es weiter über Laboe bis nach Fehmarn.

Die Nächte verbrachte der Reisende im Zelt. „Ich wollte einen Freund in Fehmarn besuchen“, so Horst Wittenberg. 47 Jahre lang war er beruflich auf See unterwegs – als Schiffsingenieur. Wen wundert es da, dass es ihn nun wieder aufs Wasser zog.

„Ich habe mich sehr gut auf die Tour vorbereitet und bin nicht einfach so losgefahren“, erklärt er. Mit Seekarten und einem Kompass im Gepäck machte er sich auf den Weg.

„Insgesamt 107,5 Stunden habe ich im Boot verbracht“, so der Rentner. 130 Liter Sprit habe er verbraucht. Der Motor, ein Viertakter, sei absolut zuverlässig gewesen. Mit durchschnittlich sieben Kilometern pro Stunde durchquerte er die Wasserstraßen bis zur Ostsee.

Seine Etappen hat er in einem Reisetagebuch festgehalten. „Zusammen mit Fotos werde ich noch ein Buch erstellen, damit meine Enkel später sehen, was für einen verrückten Opa sie haben“, scherzt er.

Wenn der 73-Jährige nicht gerade im Schlauchboot halb Deutschland durchquert, ist er im Turnverein Waddens aktiv. Auch im Segel-Club Nordenham ist er Mitglied. Außerdem spielt er Volleyball. Doch seine eigentliche Leidenschaft gilt der Musik. Mit Mundharmonika und Ziehharmonika begeistern er und seine Mitspieler vom Harmonikaklub Bremerhaven regelmäßig ihr Publikum.

Hohe Wellen

Ob es zwischendurch auch mal brenzlig wurde auf seiner Reise im kleinen Boot? „Ich war nie ernsthaft in Gefahr“, sagt Horst Wittenberg. Aber auf dem Rückweg über die Süderelbe hatte ich zwischenzeitlich schon mit Wellen zu kämpfen, die mehr als einen Meter hoch waren.“ Dazu kamen noch die riesigen Heckwellen der großen Frachtschiffe. „Da ging es dann auf einmal zwei Meter tief runter“, erinnert sich der Rentner.

Die zahlreichen Begegnungen und freundlichen Gespräche mit Schleusenwärtern möchte er aber nicht missen. „Die Reise hat mir sehr viel Spaß gemacht, war aber auch anstrengend“, meint Horst Wittenberg. Noch einmal würde er die Tour nicht machen. „Das wäre ja auch langweilig“, sagt er.

Eine Idee für die nächste Route hat er allerdings schon. „Ich würde gern nach Berlin schippern, über die verschiedenen Kanäle wie den Mittellandkanal.“ Bis es soweit ist, vertreibt er sich die Zeit mit Ziehharmonikaspielen.

Julia Zube Volontärin / NWZ-Redaktion
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