BARDENFLETH Die Gatten spielten Fußball, und die Frauen saßen gelangweilt neben der Turnhalle und beschwerten sich darüber, dass ihre Männer nur Fußball im Kopf und keine Zeit für andere Dinge hätten. Hergen Köster aus Großenmeer war das Gemecker bald leid und empfahl den Damen, sich selbst am Ball zu versuchen. Als Trainer brachte er kurzerhand sich selbst ins Spiel.

Gute 25 Jahre liegen die Anfänge der zweiten Damenfußballmannschaft der Wesermarsch inzwischen zurück – ein Vierteljahrhundert, in dem aus Freizeitfußballerinnen der Landjugend eine schlagkräftige Truppe wurde, die heute in der Bezirksliga Tore schießt. 120 Frauen haben seither für die Spielgemeinschaft (SG) des Bardenflether Turnerbundes und des Großenmeerer Turnvereins gekickt.

Erstes Spiel 0:23 verloren

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Ihr erstes Freundschaftsspiel verloren die Frauen mit Pauken und Trompeten – 0:23 lautete das Ergebnis gegen Wildeshausen. Ein Zuschauer freute sich damals am Spielfeldrand über die „sexy Outfits“ der „Mädels“. Zu deren Fußballspiel indes fand er keine lobenden Worte.

Das sollte sich im Laufe der Zeit ändern. 1985 nahmen die Damen erstmals am Punktspielbetrieb teil. Unterstützt wurde Trainer „Schnulli“ – so nennen alle Hergen Köster, der die Mädels bis 1990 betreute – von Michael von Aschwege. Dass in den Mädels jede Menge Frauenpower steckte, erkannten die Trainer schnell. „Wir mussten öfter einige Spielerinnen mit hochroten Köpfen vor lauter Ehrgeiz auswechseln“, so Köster.

Später setzte Holger Beyer große Hoffnungen in die einsatzwilligen Damen und trainierte sie fünf Jahre lang. In seiner Amtszeit erklommen sie den zweiten Tabellenplatz. „Viele Male verpassten nur wir knapp die Meisterschaft“, erinnert sich der damalige Trainer.

Nach Beyer nahmen weitere Trainer die Herausforderung an, die Frauen in der Tabelle nach oben zu bringen: Arnold Sagkob, Jürgen Janssen, Lutz Folkens, Gerold Büsing, Rainer von Häfen, Uwe Freels, Markus Behrens, Sven Kleine, Markus Heyne, Ralf Heinemann, Wolfgang Büttner, Sven Bruns und Rainer Köhler.

Heinz Schwarting kümmerte sich um den Nachwuchs – mit nachhaltigem Erfolg: Heute gehören der SG drei weibliche Jugendmannschaften an. Bei den Damen kicken zwei Teams zu je elf Spielerinnen. Von den Gründungsmitgliedern noch immer am Ball sind Sylke Rüthemann, Carmen Luers, Claudia Büttner (geborene Böning), Sabine Röse (Kleinschmidt), Sandra Heyne-Wiesehan und Marion Melius (Heinemann).

Steiler Aufstieg

Nicht nur zahlenmäßig, sondern auch sportlich ging es für die Damen stetig aufwärts. 2006 wurden sie erstmals in der Vereinsgeschichte Meister in der Kreisliga. 2010 sicherten sie sich den Meistertitel in der Kreisliga A (Ammerland, Wesermarsch, Wilhelmshaven und Friesland).

Inzwischen spielt die erste Damenmannschaft unter der Ägide von Trainer Jürgen Ahlers und Co-Trainer Klaus Oetken in der Bezirksliga. Die zweite Frauenmannschaft kickt in der Kreisliga B und hilft aus, wo sie kann. Trainiert wird sie seit 2003 von Jan Luers. Geplant ist, im kommenden Jahr eine Ü-32-Damenmannschaft zu gründen und somit im Verein erstmalig mehr Damen- als Herrenmannschaften (zurzeit zwei) zu melden.

Ihr 25-jähriges Bestehen feiern die Fußballerinnen am Sonnabend, 4. Dezember, ab 21 Uhr mit einer großen Wiedersehensparty. Jeder, der Lust hat mitzufeiern, ist zur Jubiläumsdisko im Eckflether Kroog eingeladen. Für Musik sorgt DJ Bernd Bohlen. Karten gibt es bei den Fußballfrauen und im Eckflether Kroog im Vorverkauf für vier Euro (Abendkasse: sechs Euro).

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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