BRAKE Während sich Isabell Werth und ihr Pferd „Satchmo“ am vergangenen Wochenende auf ihre Einzelkür im Olympiastandort Hongkong vorbereiteten, ging es für Lucia Schwetmann im 11 000 Kilometer entfernten Hannover bereits um alles: Zum ersten Mal in ihrer Karriere hatte es die Brakerin zu den deutschen Jugendmeisterschaften im Dressurreiten geschafft. Nach einer zufrieden stellenden Leistung verpasste sie zwar das Finale der besten Zwölf, landete am Ende aber auf Platz 26. Als jüngste Teilnehmerin ließ sie damit immerhin zehn der 37 besten Jungen Reiter des Landes hinter sich.

Bereits um 8.13 Uhr in der Früh trabte Lucia mit ihrem Wallach „Whishing Well“ am ersten Wettkampftag auf das Hannoversche Dressurviereck. Die ungewohnte Atmosphäre setzte sich schnell in Aufregung um, die die Reiterin aber besser kompensierte als ihr Pferd. „Whishy hat leider nicht so ganz mitgemacht. Ich musste ihn ein bisschen durch die Prüfung durchtragen“, sagte Lucia. Hinzu kam, dass bei der Abfahrt in Bremen gerade einmal 12 Grad auf dem Thermometer standen, es in Hannover aber bis zu 28 Grad warm wurde. „Das war ein kleiner Schock für ihn.“ Herausspringen taten unter diesen Umständen 62,667 Prozent, was Platz 31 bedeutete. Eine These, die ihre Trainerin Heike Kind zuvor geäußert hatte, schien sich zu bewahrheiten. „Man braucht sich als No-Name keine Hoffnungen auf die Top 20 zu machen", mutmaßte die Reit-Expertin, die Lucia gemeinsam mit ihrem Mann Walter in Bremen vorbereitet hatte.

Im Wertungsdurchgang zwei musste die Brakerin den so genannten St. Georges 2000 reiten. Diesmal klappte das Zusammenspiel mit „Whishing Well“ besser. Das Duo erreichte 63,667 Prozent, der zwanzigbeste Wert bei dieser Prüfung. Hierdurch arbeitete sich die angehende Abiturientin um fünf Plätze nach oben – nach der Addition der beiden Durchgänge landete Lucia noch auf Platz 26. „Ein gutes Ergebnis. Ich bin sehr zufrieden“, konstatierte die junge Reiterin, die eigentlich noch eine Altersklasse tiefer antreten dürfte. „Ich bin ein Jahr jünger als meine Kontrahentinnen, möchte mich hier aber durchsetzen.“

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Damit sie sich weiter an die nationale Spitze heranarbeiten kann, plant Lucia Schwetmann in diesem Jahr zwei weitere Highlights: Nach einer ausgiebigen Pause für das Pferd („Sonst dreht Whishy irgendwann durch!“) startet das Talent vom RV Ovelgönne Ende September bei vier Prüfungen auf Norderney. Anderthalb Monate später hofft sie dann, bei der Oldenburger Pferdewoche zugelassen zu werden. Und noch ein weiteres Anliegen verfolgt Lucia zum Ende der diesjährigen Saison: Sie ist auf der Suche nach einem Sponsor.

„Viele meiner Kolleginnen werden von einem Unternehmen oder auch Privatpersonen unterstützt. Die Kosten für das Pferd und die Turniere alleine zu tragen, ist schon ziemlich teuer“, erzählt die Jugendliche. Abseits des Pferdesports nimmt Lucia in diesem Jahr das Abitur ins Visier. Kollidiert dies mit dem Leistungssport? „Bis jetzt habe ich beides gut miteinander kombiniert. Sicherlich wird es jetzt schwerer, ich bin aber überzeugt davon, beides unter einen Hut zu bekommen.“

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