Derbycharakter herrscht stets bei den Männer-Handballspielen zwischen dem Elsflether TB und der HSG Schwanewede/Neuenkirchen. Am vergangenen Samstag war es wieder soweit – die beiden Teams trafen in Schwanewede aufeinander. Doch ein Derby muss nicht automatisch mit einer erbitterten Rivalität gleichzusetzen sein. „Das war eine so tolle Atmosphäre in Schwanewede“, sagte Nathalie Adami vom Elsflether Förderkreis, die sich inmitten der 600 Zuschauer befand. „Toll, dass es im Sport auch auf diese Weise geht. Ganz ohne Beschimpfungen und Pöbeleien“, führte sie fort. Man darf dabei nicht vergessen, dass die beiden Mannschaften noch gegeneinander um die Verbandsliga-Meisterschaft kämpfen.

Aber nicht nur die Zuschauer, auch die Mannschaften gehen freundschaftlich miteinander um. Dazu gehören natürlich auch gegenseitige Foppereien. Die Schwaneweder nennen sich selbst „Sahneschnitten“, weshalb sie von den Elsflethern in einer abgeschwächten Form, nämlich als „Sahneschnittchen“ bezeichnet werden.

Umgekehrt heißen die Elsflether bei der HSG nur „die Ernies“. Warum auch immer, aber der Name hat sich im Laufe der Jahre durchgesetzt. Bei der Partie am Samstag schwirrten gleich mehrere Luftballons in Form des Sesamstraßen-Helden mit Kultstatus durch die Halle.

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Luc Diamesso war stocksauer. So kompromisslos der ehemalige Nationalspieler der Republik Kongo in seiner aktiven Zeit als Verteidiger agiert hatte, so enttäuscht stapfte der Trainer der Landesliga-Fußballer des BV Essen nach dem 2:2 am Sonntag beim SV Brake in die Kabine. Kein Wunder: In der Nachspielzeit hatte seine im Vergleich mit den Brakern topbesetzte Elf den Ausgleich hinnehmen musste. Einen Kommentar wollte der ehemalige Spieler des SV Wilhelmshaven und des BV Cloppenburg zunächst nicht abgeben.

Wenig später hatte er sich aber wieder gefangen. „Das Spiel hätten wir gewinnen müssen“, sagte Diamesso und erklärte seinen Unmut. „Wir haben mit 2:0 geführt, hatten mehr große Chancen als der Gegner, und die Ecke, aus der heraus in der Nachspielzeit der Ausgleich fiel, war eigentlich schon geklärt.“ Brakes Trainer Lars Bechstein hatte das freilich ein wenig anders gesehen und mehr Torchancen für seine Elf notiert. Diamessos Analyse der zweiten Halbzeit ähnelte dann schon eher der Bechsteins. „Nach der Pause waren wir nicht mehr so stark“, gab Diamesso zu. „Wir haben den Gegner aufgebaut.“

Am Sonntag dürften sich beide Teams gegenseitig die Daumen drücken: Schlusslicht Brake (19 Punkte) gastiert beim FC Schüttorf, der mit 23 Punkten den ersten Abstiegsplatz belegt. Und der BV Essen (27 Punkte) erwartet den SC Melle (24 Punkte), der auf dem ersten Nichtabstiegsplatz rangiert. Das Rennen um den Klassenerhalt in der Landesliga ist noch lang.

*  An dieser Stelle muss Paul Hemken gewürdigt werden. Dem Fußballer des in der 1. Kreisklasse Süd beheimateten SC Ovelgönne ist am Freitag beim 1:3 im Auswärtsspiel gegen den TuS Wahnbek ein Kunststück gelungen. Schon in der 15. Sekunde erzielte er das 1:0 – „vielleicht eines der schnellsten Tore in der Geschichte des Fußballs“, mutmaßte Coach, Augenzeuge und Zeitnehmer Wilhelm Schiwy nach der Partie. Zum Vergleich: In der Bundesliga haben Kevin Volland und Karim Bellarabi jeweils schon nach neun Sekunden jubeln dürfen. Dennoch: Hemkens Tor ist und bleibt außergewöhnlich.

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Was für eine Schocknachricht: Am Montag verkündete der SV Brake bei Facebook, dass der langjährige Frauenfußballtrainer Jonny Peters sein Amt im Sommer niederlegen wird und ausgerechnet zum ewigen Rivalen TSV Abbehausen wechselt. „Die Nachricht war kaum draußen, da bimmelte mein Handy pausenlos. Da hieß es dann, „du bist doch nicht ganz dicht“, oder „du hast hier alles aufgebaut und haust nun ab“, erzählte Peters.

So nach und nach dämmerte es aber den Lesern, welches Datum am Montag war – nämlich der 1. April. „Sebastian Mentz hatte die Idee, und ich habe gleich zugesagt“, sagt Peters, der sich sehr darüber freute, dass auch die Abbehauserinnen die ganze Sache mit Humor nahmen. In Wirklichkeit käme dieser Wechsel aber nicht in Frage. „Das wäre ja, als ob ich von Schalke nach Dortmund gehe“, findet Peters einen passenden Vergleich, denn er ist glühender Anhänger der Gelsenkirchener. Nach ein bis zwei Stunden hatte es aber auch der letzte Leser verstanden, dass es sich bei dieser Meldung um einen Aprilscherz handelte.

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 Die Mentzhauser Boßler präsentierten sich auf ihrer Saisonabschlussfeier als erstklassige Sänger: „Nie wieder Verbandsliga“, schallte es immer wieder durch die Mentzhauser Mehrzweckhalle. Die Vorfreude des Aufsteigers auf die kommende Landesliga-Saison ist riesig, schließlich trifft der Verbandsliga-Meister dann auch wieder auf seinen Erzrivalen Kreuzmoor. Für einen haben die Duelle einen ganz besonderen Charakter: Kreuzmoors Ausnahmeboßler Matthias Gerken. Er wohnt schließlich in Mentzhausen.

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