Landkreis Eines ist wohl sicher: Absteigen wollen sie alle nicht! Sechs Teams in der Fußball-Kreisliga IV wissen auch kurz vor dem Saisonende noch nicht, in welcher Liga sie in der kommenden Serie spielen werden. Was macht bei den Teams im Kampf um den Klassenerhalt Mut, welche Chancen rechnen sich die Verantwortlichen aus? Die NWZ nimmt den Abstiegskampf einmal unter die Lupe. Am Samstag steigt ein absoluter Krimi. Der Viertletzte der Tabelle, die Spielvereinigung Berne, gastiert um 16 Uhr, beim Tabellen-Schlusslicht, dem Ahlhorner SV.

SVG Berne

13. Platz (28 Punkte/46:56 Tore). Die Berner haben in den vergangenen Wochen viel für ihr Punktekonto und noch mehr für ihr Selbstbewusstsein getan. Ganz wichtig sei für die Mannschaft, die sich aus einem Großteil der früheren Jugendabteilung zusammensetzt, der Erfolg gegen Tabellenführer Hude gewesen, sagt Bernes Trainer Michael Müller. „Damit hatten wir nicht gerechnet, und es hat uns einen kleinen Sockel verschafft.“

Am Wochenende feierte seine Mannschaft dann auch noch den Sieg im Endspiel des Kreispokals. Mit 6:3 nach Elfmeterschießen setzte sich seine Mannschaft gegen die SG Burhave/Stollhamm durch. Aber Müller will nichts beschönigen. „Wir haben uns sehr schwer getan“, sagt Müller und kritisiert die teils behäbige Spielweise seiner Mannschaft. Doch auch seine Spieler hätten sich nichts vorgemacht: Die Pokalsieger-Party stieg erst mit Verzögerung. „In den ersten fünf Minuten nach Spielende war es doch verhältnismäßig ruhig in der Kabine“, sagt Müller. „Aber dann ist die Post abgegangen.“ Die Reaktion des Teams zeigt, dass in Berne derzeit Realismus groß geschrieben wird.

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Schließlich steht am Samstag (16 Uhr) im Kellerduell mit dem Ahlhorner SV viel auf dem Spiel. Müller gibt die Richtung vor: Es komme nicht mehr auf die spielerische Qualität an, sagt er. „Wir müssen kämpfen. Der Wille muss da sein – so wie in der letzten Viertelstunde des Endspiels.“ Erst nach der Roten Karte gegen Nick Fischer habe seine Mannschaft gezeigt, was in ihr stecke. „Da haben wir so gespielt wie in den Punktspielen zuvor“, sagt Müller.

Das stimmt den Trainer zuversichtlich, obwohl Fischer und auch Stefan Keil am Samstag in Ahlhorn ausfallen, weil sie gesperrt sind. „Doch egal, wer auf dem Platz steht: Wir müssen alles rausholen“, sagt Müller. Zwar benötige man auch ein wenig Glück. „Aber die persönliche Einstellung wird entscheidend sein.“

Restprogramm: Ahlhorner SV (A/26. Mai), TuS Heidkrug (A/3. Juni)

Ahlhorner SV

16. Platz (23 Punkte/48:76 Tore). Mit der wohl schlechtesten Ausgangslage startet das Tabellenschlusslicht aus Ahlhorn in den Saisonendspurt. „Es wäre vermessen zu sagen, dass ich nicht angespannt bin“, sagt Ahlhorns Trainer Jörg Beckmann. Sein Team befand sich nach sieben Punkten aus drei Spielen eigentlich im Aufwind, rutschte mit der 2:4-Niederlage zuletzt gegen den Harpstedter TB aber auf den letzten Tabellenplatz ab. „Ich fokussiere mich mit meinem Trainerteam nur auf meine Mannschaft“, möchte der Coach ungern über die Konkurrenz reden. „Es sind noch drei Spiele, dabei ist es egal gegen wen wir antreten. Jeder weiß, was zu tun ist. Wenn der Schiedsrichter nach dem letzten Spiel abpfeift wissen wir, ob es gereicht hat.“

Restprogramm: SVG Berne (H/26. Mai), TuS Heidkrug (H/30. Mai), TSV Ippener (A/3. Juni)

SV Achternmeer

15. Platz (25 Punkte/51:84 Tore). Trotz einer katastrophalen Hinrunde hat auch der SV Achternmeer noch alle Chancen auf den Verbleib in der Kreisliga. „In der Winterpause haben uns alle als sicherer Absteiger gesehen“, erinnert sich Trainer Robin Hofmann, der mit dem Team zuletzt zwei Siege eingefahren hat. „Eigentlich macht aber die ganze Rückrunde Mut“, so der SVA-Coach. „Wir machen unsere Hausaufgaben, die anderen aber auch.“ Häufig legte sein Team am Sonntagvormittag vor, doch die Konkurrenz zog nur wenige Stunden später nach.

„Wir weinen aber noch den Spielen gegen Ahlhorn und Berne nach“, gesteht Hofmann. Gegen den direkten Konkurrenten vom ASV führte seine Mannschaft lange, um dann am Ende doch nur unentschieden zu spielen. „Mit diesen beiden Siegen hätten wir eine deutlich besser Ausgangslage“, so der Trainer, der glaubt, dass die Entscheidung im Abstiegskampf erst am letzten Spieltag fällt. „Wir schauen nur auf uns, auf die Tabelle blicke ich eigentlich kaum“, gesteht Hofmann. Die Planungen für die neue Saison laufen im Verein zwar zweigleisig, dennoch glaubt er an den Ligaerhalt. „Wir spielen gegen Teams, für die es um nichts mehr geht. Es erwartet uns also immer wieder eine Wundertüte. „Für uns ist alles drin, ich glaube daran, dass wir es schaffen.“

Restprogramm: TSV Ippener (H/25. Mai), Harpstedter TB (A/29. Mai), SV Atlas Delmenhorst II (H/3. Juni)

TV Jahn Delmenhorst

14. Platz (28 Punkte/46:75 Tore). Verletzungspech sorgte dafür, dass die Delmenhorster immer tiefer in den Abstiegsstrudel geraten sind. „Wir sind schon arg gebeutelt in dieser Saison“, gesteht Trainer Arend Arends, der seit Ende September am Ruder des Delmenhorster Traditionsvereins steht. Aktuell melden sich bei ihm aber – pünktlich zu den entscheidenden Partien – immer mehr Spieler fit. „In Panik zu verfallen, macht sicherlich keinen Sinn“, glaubt Arends. „Fakt ist: Wir wollen da gemeinsam durch.“ Die Arbeit mit seinen Akteuren bereite ihm unheimlich viel Spaß. „Klar ist es unser Ziel, in der Klasse zu bleiben, dafür sind jetzt die richtigen Ergebnisse nötig“, so Arends.

Der Abstieg wäre auf jeden Fall historisch: Noch nie stieg der Delmenhorster Verein aus der Kreisliga ab. „Klar würde uns ein Abstieg zwei bis drei Jahre zurückwerfen. Aber der TV Jahn ist eine Marke und wir sind überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen können“, so Arends.

Restprogramm: TSV Ganderkesee (H/25. Mai), FC Hude (A/3. Juni)

FC Huntlosen

12. Platz (31 Punkte/50:69 Tore). „Natürlich ist der Abstiegskampf auch bei uns in den Trainingseinheiten Gesprächsthema“, sagt Huntlosens Interimstrainer Jan Schindler. „Uns ist die Situation auf jeden Fall bewusst.“ Nach sieben Spielen ohne Sieg gelang dem FC zuletzt gegen Atlas Delmenhorst II (4:0) der erhoffte Befreiungsschlag. Doch die nächsten Gegner „haben es in sich“, weiß Schindler. Am liebsten würde er bereits im kommenden Spiel gegen Harpstedt gewinnen. „Das ist unser letztes Heimspiel, da will ich auf keinen Fall verlieren.“

Restprogramm: Harpstedter TB (H/26. Mai), TV Dötlingen (A/29. Mai), TSV Großenkneten (A/3. Juni)

TSV Großenkneten

11. Platz (33 Punkte/43:58 Tore). Die beste Ausgangslage hat der TSV. Fest steht: Ein Sieg aus den letzten beiden Begegnungen, die jeweils auf dem heimischen Kunstrasen stattfinden, genügt schon, um sich aus eigener Kraft ein weiteres Jahr in der Kreisliga zu sichern. Dank des vergleichsweise guten Torverhältnisses könnte sogar schon ein Punkt reichen. Ansonsten müsste der TSV hoffen, dass Achternmeer oder Berne eines ihrer noch ausstehenden Spiele nicht gewinnen.

Restprogramm: FC Hude (H/25. Mai), FC Huntlosen (H/3. Juni)

Sönke Spille Freier Mitarbeiter Lokalsport / NWZ-Redaktion
Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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