Uwe Neese nippte an seiner Cola und schüttelte den Kopf. Der Trainer der in der 1. Kreisklasse spielenden Fußballer des TuS Elsfleth stand an diesem Sonntag während der Partie zwischen der SG Großenmeer/Bardenfleth und dem SC Ovelgönne an der Bande des Elsflether Sportplatzes und ärgerte sich über seinen Lieblingsverein. Der Mann ist ausgemachter Fan des Bundesligisten Schalke 04 und konnte dem Auftritt der Königsblauen gegen den 1. FC Köln so gar nichts abgewinnen. „Ich habe den Fernseher zur Halbzeit ausgestellt“, sagte der 49-Jährige. „Das habe ich noch nie gemacht.“

Wenigstens die Entwicklung seiner eigenen Elf stimmt ihn positiv. Die Vorbereitung sei gut verlaufen. Und er selbst sei nach einer Knieoperation auf dem Weg der Besserung. Das Knie werde zwar immer mal wieder dick, aber er könne problemlos gehen, „und ich bin über jeden Meter froh, den ich ohne Schmerzen gehen kann“.

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Zum Derby der 2. Kreisklasse zwischen dem Team aus Moorriem und dem SCO hatte Neese dieselbe Meinung wie Ovelgönnes Vorsitzender Klaus Schermer. Die Leistungen der Mannschaften seien in der ersten Hälfte überschaubar gewesen. „Ich bin froh, wenn wir unsere Führung über die Zeit retten und die drei Punkte im Karton sind“, sagte Schermer. Da stand’s noch 1:0 für den SCO. Am Ende gewann die SG dank einer Leistungssteigerung.

Großenmeers Trainer Tilo Ziegert hatte in der Pause offenbar die richtigen Worte gewählt. Während der Partie hielt er sich mit Wortmeldungen dagegen zurück. Er verfolgte das Geschehen meist kommentarlos – die Hände in der Tasche seiner Wintertrainingsjacke, die Baseballkappe tief im Gesicht. Während seine Spieler lieferten, lief beim SCO viel schief.

Schon in der ersten Halbzeit hatte Justin Sinnen mit einer Schulterverletzung den Platz verlassen müssen. Nach der Pause konnte Jendrik Warns wegen einer Platzwunde am Kopf nicht mehr weiterspielen. Mit vereinten Kräften bastelten Ovelgönnes Betreuer sowie Zuschauerin Claudia eine Art Doppel-Turban, bei dessen Anblick Dieter Hoeneß vor Neid erblassen würde. „Nur gut, dass ich gerade erst einen Erste-Hilfe-Kursus gemacht habe“, sagte die Ersthelferin. Zwar wehrte sich der Verletzte während der Behandlung zaghaft mit der nicht ganz erstgemeinten Aufforderung „Macht das ab!“. Aber spätestens als die fachkundigen Umstehenden alternative Behandlungsmethoden empfahlen („Eisspray hilft immer!“), ließ er die Behandlung mit der nötigen Portion Galgenhumor über sich ergehen.

Sein Trainer hingegen ärgerte sich nach der Partie. „Für mich war die Szene, die zur Kopfverletzung führte, symbolisch. Danach ging gar nichts mehr“, sagte SCO-Coach Marco Kuck. Wenigstens ein Erfolgserlebnis hatte er an diesem Sonntag: Während er nach dem Abpfiff der ersten Halbzeit in Richtung Umkleidekabine stapfte, tunnelte er eines der Kinder, die gerade im Strafraum einem Ball hinterherjagten. Nach der Pause erinnerte er den jungen Fußballer noch einmal daran. „Jannis, war der durch?“, fragte er. Dass der Junge ihm eine passende Antwort gab, versteht sich von selbst.

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Die Verantwortlichen des Fußball-Kreisligisten 1. FC Nordenham haben in der Winterpause an einem spektakulären Transfer gebastelt. Der gebürtige Nordenhamer Mehmet Ari stand auf der Wunschliste des FCN. Aber es klappte nicht. „Mehmet hat sich dem Bremer Landesligisten OSC Bremerhaven angeschlossen“, sagte FCN-Coach Mario Heinecke. Ari spielte in der Jugend für Hannover 96. Anschließend lief er für den VfB Oldenburg und den SV Wilhelmshaven auf. Es folgten Stationen in der Türkei sowie Einsätze für den TSV Oldenburg und Armina Hannover. Zuletzt spielte er für die türkischen Verein Isparta 32 Spor.

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Verena Bache-Wittmar bewältigte in dieser Korbball-Saison wieder mal eine Mammutaufgabe, war sie doch für das erste Team und das zweite Team des SV Brake verantwortlich. Mit der Ersten des SV Brake gewann sie die Vizemeisterschaft, die Zweite indes stieg ab. Das Reserve-Team verabschiedete sich zwar am Wochenende mit zwei Niederlagen aus der Saison. Allerdings verlor es in Brinkum gegen Emtinghausen nur knapp. Im zweiten Spiel gegen Sudweyhe habe die Mannschaft dann der Mut verlassen, sagte die Trainerin. Aber sie schaut optimistisch in die Zukunft. Schließlich beginnt in der nächsten Saison alles wieder von vorne. Das Team müsse sich mit dem Abstieg abfinden und sich in der Verbandsliga und A-Jugend neu aufstellen.

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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