Thorsten Böning legt sein Amt als Vorsitzender des Niedersächsischen Fußballverbands im Landkreis Wesermarsch nieder. Am Donnerstag stellt sich der 52-jährige Nordenhamer zur Wahl des Vorsitzenden des Kreissportbundes Wesermarsch. Er will Nachfolger von Wilfried Fugel werden. Im Gespräch mit der NWZ blickt er auf die Entwicklung des Fußballs in der Wesermarsch zurück und wirft einen kleinen Blick voraus.
Frage: Herr Böning, nach neun Jahren haben Sie angekündigt, ihr Amt als Vorsitzender des Kreisfußballverbands niederzulegen. Blicken wir zunächst zurück: Was war ihr Ziel, als Sie im Jahr 2009 an die Spitze des Fußball-Kreises getreten sind?

Böning: Wir wollten den Fußball-Kreis insgesamt besser aufstellen. Und das ist uns gelungen, weil wir personell qualifizierter dastehen.

Frage: Woran machen Sie das fest?

Böning: Nehmen wir mal den Bereich der Lehr-Arbeit. Rainer Müller und sein Team sind toller Ausbilder. Sie können viele Erfolge vorweisen und bringen gute Spieler hervor. Im Schiedsrichter-Wesen sind wir bei null angefangen. Dank Heinz Milde haben wir die Verbindung zum Bezirk hergestellt. Wir haben jetzt viele qualifizierte Schiedsrichter auf Bezirksebene. Susan Witte pfeift sogar in der Frauen-Regionalliga. Und auch im Spielausschuss und im Jugendausschuss sind wir toll aufgestellt. Es sind viele neue Ideen eingebracht worden. Außerdem haben wir die Ü-32- und die Ü-40-Liga am Leben erhalten.

Frage: Was muss ihrer Meinung nach noch besser werden?

Böning: Die Vereine müssen mehr miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Außerdem müssen sie verstehen, dass sie sich jederzeit vertrauensvoll an den Kreisvorstand wenden können, wenn es Probleme gibt – und nicht erst dann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Es bringt nichts, im stillen Kämmerlein zu arbeiten. Wir können Hilfestellungen geben – genauso wie der Kreissportbund und der Landessportbund. Der Blexer TB hat das zum Beispiel vorbildlich gemacht.

Frage: Sportlich fehlte dem dem Kreisfußballverband Wesermarsch in dieser Saison ein Aushängeschild. Der SV Brake hat in der vergangenen Woche die Rückkehr in die Landesliga perfektgemacht. Reicht das?

Böning: Erst mal ist das ein großer Erfolg. Die Wesermarsch sollte stets eine Mannschaft in der Landesliga und dazu noch zwei oder drei Teams in der Bezirksliga haben. Das Problem ist: Unser Landkreis ist ein Randgebiet. Die Weser ist eine Trennlinie. Das ist trotz des Wesertunnels so geblieben. Außerdem ist die Bevölkerungsdichte nicht so hoch wie in anderen Kreisen. Das bedeutet: weniger Fußballer, weniger Sponsoren, weniger Geld.

Frage: Die Fusion der Kreisfußballverbände Ammerland, Oldenburg-Stadt, Wesermarsch, Friesland und Wilhelmshaven zum Großkreis Jade-Weser-Hunte wird in diesem Jahr endgültig vollzogen. Viele Vereine sehen sie immer noch skeptisch. Die erste Saison mit einem gemeinsamen Spielbetrieb ist fast rum. Wie fällt ihr Fazit aus?

Böning: Betrachtet man die sportliche Seite, ist das Fazit durchweg positiv – gerade aus Wesermarsch-Sicht. Der 1. FC Nordenham und Schwarz-Rot Esenshamm haben sich in der Fusionsliga etabliert, der ESV hat die Meisterschaft in der Nordstaffel der Fusionsklasse A gefeiert, und der TuS Jaderberg hat noch eine sehr große Chance, die Relegation zur Fusionsliga zu schaffen. Die anderen Teams werden die Klasse halten. Es wäre schön, wenn wir noch eine weitere Mannschaft in der Südstaffel der Fusionsklasse A stellen könnten.

Frage: Im Vorfeld der Fusion haben viele Clubs kritisiert, dass die Entscheidungsträger künftig zu weit von der Basis entfernt sind. Sie haben Angst, dass ihre Sorgen und Nöte nicht gehört werden.

Böning: Aber die Ansprechpartner in den Altkreisen, die Ausschüsse und die Vorstände bleiben ja dieselben. Außerdem wird die Wesermarsch durch Johann Meyeraan als stellvertretender Vorsitzender und Björn Jacobitz als stellvertretender Vorsitzender für den Finanzbereich im geschäftsführenden Vorstand des neuen Großkreises gut abgebildet sein. Ich selbst werde Ansprechpartner für die Themenfelder Ehrenamt und Sozialwesen und damit auch Mitglied im Vorstand sein.

Frage: Welche Impulse erwarten Sie vom Großkreis?

Böning: Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt wohl nur allgemein formulieren: Ich hoffe, dass sich ein schlagkräftiger Großkreis bildet, der sein Potenzial in alle Richtungen entfalten kann.

Frage: Am Donnerstag wird in Rodenkirchen ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin des scheidenden Kreissportbund-Vorsitzenden Wilfried Fugel gesucht – Sie stehen zur Wahl. Wie begegnen Sie Menschen, die befürchten, dass ein Fußball-Funktionär aus der Stadt Nordenham wohl kaum die Interessen der Sportlerinnen und Sportler im Süden des Landkreises vertreten wird? Lemwerder ist schließlich weit weg...

Böning (lacht): Eines vorweg: Rein rechtlich gehört auch der SV Lemwerder dem Kreisfußballverband Wesermarsch an. Wir haben ihm lediglich das Spielrecht beim Bremer Fußballerverband aus Kostengründen zugesprochen. Ich will es mal so formulieren: Ich selbst war lange Jahre als Schiedsrichter im Fußballkreis unterwegs. Als Kreisvorsitzender habe ich schnell gelernt, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten – und eben nicht nur aus Sicht eines Schiedsrichters. Es gehören alle dazu. Und ich werde auch beim Kreissportbund lernen.

Frage: Gesetz dem Fall, dass Sie gewählt werden: Welche Schwerpunkte wollen Sie setzen?`

Böning: Wilfried Fugel hat gute Arbeit geleistet. Die möchte ich fortführen und zugleich versuchen, bei den Städten und Gemeinden noch mehr für die Vereine herauszuholen.

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Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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