Blexen „In Bremerhaven sind wir regelrecht vom Hof gejagt worden“, blickt Peter Jark zurück, „hier in Blexen dagegen wurden wir mit offenen Armen empfangen.“ Wenn der 1. Vorsitzende des Motorsegler- und Segelflugclubs (MSC) Bremerhaven, Peter Jark, das vergangene Jahr Revue passieren lässt, kommt er aus dem Schwärmen kaum heraus. „Ich persönlich habe die Entscheidung umzuziehen, nie bereut“, sagt er, „wir haben einen idyllisch gelegenen Platz, eine gepflegte, lange Landebahn und außerordentlich nette Leute vorgefunden.“ Inzwischen fühlt sich der MSC-Vorsitzende sogar in Blexen besser aufgehoben als auf der anderen Weserseite.

Besucher willkommen

Am Samstag hatten die Bremerhavener gemeinsam mit dem Premium Aerotec Weser-Luftsportverein (WLV) Blexen zum Begrüßungsfest auf den 7,5 Hektar großen „Sonderlandeplatz ohne verpflichtende Öffnungszeiten“ – so die offizielle Bezeichnung – auf dem Groden eingeladen. Die Tatsache, dass der MSC in 2017 sein 40- und der WLV sein 55-jähriges Bestehen feiert, schuf einen weiteren Grund für das Fest. Eingeladen waren dazu aber nicht nur die 66 Vereinsmitglieder hier und die etwa 100 dort, sondern auch alle Nachbarn und Interessierten. Denn die Luftsportler wollten sich im Dorf vorstellen.

Auch für „Normalverdiener“

„Fliegen für jedermann“ war im Gründungsjahr 1977 das Motto des MSC Bremerhaven. Und auch die Mitglieder des WLV Blexen haben sich auf die Fahnen geschrieben, ihr faszinierendes Hobby allen „Normalverdienern“ möglich zu machen. „Das Fliegen ist natürlich nicht zum Nulltarif zu haben“, sagt WLV-Schatzmeister Cristian Müller, „aber was heißt eigentlich teuer?“ Andere Hobbys würden ja auch Geld kosten. „Für das Golfen, für ein eigenes Boot oder auch fürs Reiten gibt man häufig weitaus mehr Geld aus“, pflichtet Gunda Steinhöfel vom MSC Bremerhaven bei.

Den Motorsegler-Flugschein mit Fluglizenz kann man nach etwa 18 Monaten bekommen Er kostet inklusive Aufnahmegebühr, Mitgliedschaft, 30 Flugstunden, Lernsoftware, Gesundheitscheck und Prüfungsgebühren knapp 4000 Euro. Als aktives Vereinsmitglied zahlt man später etwa 120 Euro monatlich. Dieser Betrag enthält die vorgeschriebenen zwölf Flugstunden pro Jahr, die ärztlichen Untersuchungen, die Flugkarten und auch die Landegebühren.

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit und das ausgesprochen gute Wetter, um sich auf dem Flugplatz umzuschauen. Wer ein wenig Glück hatte, gewann bei den stündlichen Verlosungen sogar einen 20-minütigen Freiflug mit einem Motorsegler.

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Der MSC hatte seit Vereinsgründung im Jahr 1977 seine Heimat ebenso wie der Aeroclub Bremerhaven auf dem gut ausgebauten Regionalflughafen Luneort. Politische Entscheidungen hinsichtlich eines Schwerlasthafens für die Offshore-Windkraftbranche führten allerdings zur Schließung des Bremerhavener Flughafens und folglich zur Kündigung der Vereinsstellplätze. Der Aeroclub wechselte notgedrungen nach Nordholz. Der MSC hatte zwar auch dieses Angebot, ebenso wie das, nach Kührstedt bei Bad Bederkesa auszuweichen. „Doch wir hätten dort keine eigene Halle aufbauen dürfen“, erzählt Gunda Steinhöfel. „Wir sind aber ein gewachsener Verein und wollten auf keinen Fall unsere Selbständigkeit hergeben.“ Gunda Steinhöfel, hat seit 1993 ihre Fluglizenz und gehört noch zum alten Stamm des Clubs.

Als Alternative bot sich Blexen an. „So richtig nahegekommen waren wir uns bis zu dieser Anfrage zwar noch nie, denn einmal zum Kaffeetrinken nach Langeoog oder Wangerooge zu fliegen hat, natürlich viel mehr Reiz als nur einmal kurz über die Weser“, sagt WLV-Vorstandsmitglied Cristian Müller. Doch andererseits: Warum eigentlich nicht?

Für die Vereine ergab sich eine Win-Win-Situation. Die Bremerhavener konnten in Blexen für ihre drei vereinseigenen Motorsegler in Eigenarbeit eine Flugzeughalle mit Werkstatt und Tankstelle errichten und fanden auch für ihre „Holzhütte“, ihr Vereinsheim, einen neuen Platz.

Bestandssicherheit

Der Ankauf des Geländes von der Bundesvermögensstelle durch die Blexer im Jahr 2001 sorgt zudem für eine langfristige Bestandssicherheit.

Der WLV seinerseits, der laut Cristian Müller in letzter Zeit „von der Kopfzahl her etwas kleiner geworden ist“, schafft sich so eine breitere Basis. Zum einen bei der Finanzierung der laufenden Kosten, zum anderen bei der Bewältigung der anfallenden Arbeiten. Auch für den Blexer Verein mit seinen zwei Motorseglern, drei Segelflugzeugen und mehreren Privatflugzeugen bedeutet die Kooperation somit Bestandssicherheit.

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