NORDENHAM /BERLIN Im zweiten Vorrundenspiel hätten die Nordenhamer Fußballmädchen den Einzug in das Viertelfinale schon perfekt machen können. Aber weil sie gegen die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen nicht über ein 3:3 hinaus kamen, begann vor dem letzten und entscheidenden Gruppenspiel das große Zittern. „Ich bin um Jahre gealtert“, schildert Albert Bojunga, der mit seinen Lehrerkollegen Rafaela Banse und Karsten Specht die Gymnasium-Auswahl beim Bundesfinale des Wettbewerbs Jugend trainiert für Olympia betreut, die Spannung vor der wichtigen Partie gegen den Landessieger aus Mecklenburg-Vorpommern. Doch letztlich waren die Sorgen unbegründet: Mit einem überlegenen 3:1-Sieg setzten sich die Nordenhamerinnen gegen Bergen durch und schafften damit die Qualifikation für die nächste Runde des dreitägigen Turniers.

„Die Pflicht ist geschafft, jetzt kommt die Kür“, sagte der gleichermaßen erleichterte und begeisterte Albert Bojunga nach dem erfolgreichen Auftakt am Montag. Der Teamchef zeigte sich mit seinen Schützlingen rundum zufrieden: „Die Mädchen haben stark gespielt.“

Einziger Wermutstropfen war, dass der Mannschaft nur ein einziges Tor fehlte, um den ersten Platz in der Vorrundengruppe B zu erreichen. Weil es an dem einen Treffer haperte, kam Nordenham hinter der punktgleichen Gesamtschule Bockmühle aus Essen auf Rang zwei. Das bedeutet, dass das Team an diesem Dienstag im Viertelfinale auf den Sieger der Gruppe D trifft. Dabei handelt es sich um die Poelchau-Oberschule aus Berlin. Die Partie wird um 9.30 Uhr angepfiffen.

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Sollten die Nordenhamerinnen dabei die Nase vorne haben, würden sie noch am selben Tag das Halbfinale bestreiten. Das Endspiel zum krönenden Abschluss des Länderwettbewerbs steht am Mittwoch auf dem Programm.

„Ab jetzt gibt es hier keine schwachen Mannschaften mehr“, sagt Albert Bojunga, „da kommt es in den Spielen auch ein bisschen auf das Glück an.“ Zu den großen Favoriten zählt er die ostdeutschen Teams aus Potsdam und Leipzig, die in der Vorrunde 29 beziehungsweise 20 Treffer erzielt haben.

Austragungsort des Turniers mit den 16 Landessiegern im Mädchenfußball der Wettkampfklasse III ist das Sportforum Berlin in Hohenschönhausen. Untergebracht sind die Nordenhamerinnen im Sporthotel Kolumbus, das etwa 15 Fußminuten von dem Wettkampfgelände entfernt liegt.

Verzichten muss das Team auf die etatmäßige Torhüterin Natalie Mertens. Die Offiziellen hatten ihr die Teilnahme untersagt, weil sie 1997 geboren ist und der Wettkampf für die Altersklassen 1994 bis 1996 gilt. Erstaunlicherweise war ihr Mitwirken in den Qualifikationsspielen zuvor von niemandem beanstandet worden.

Die Anreise nach Berlin mit der Bahn wurde am Sonntag von einem Zwischenfall überschattet. Auf der Strecke zwischen Fallersleben und Gifhorn hatte sich ein Selbstmörder vor den Triebwagen geworfen. Deswegen mussten die Fußballerinnen den Zug wechseln und kamen erst mit fast zweieinhalbstündiger Verspätung in Berlin an. „Wir haben es gerade noch rechtzeitig zum Essen geschafft“, berichtet Albert Bojunga. Das Essen gab es bei einem Empfang, den die Niedersächsische Landesvertretung für die jungen Sportler aus dem Bundesland ausgerichtet hatte.

Nach den Vorrundenspielen am Vormittag waren die Nordenhamer Mädchen am Montag zu einem Besuch bei dem Bundestagsabgeordneten Holger Ortel eingeladen, der ihnen das Reichstagsgebäude zeigte.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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