NORDENHAM Bei Airbus ist eine Übertragung des Achtelfinals geplant. Die VBW-Busfahrer dürfen nicht einmal Radio hören.

von norbert hartfil NORDENHAM - In den Gängen zwischen den Warenregalen hatten die Kunden gestern Nachmittag viel Platz. Das WM-Spiel zwischen Deutschland und Ecuador sorgte dafür, dass es ab 16 Uhr im Edeka-Center ungewohnt ruhig zuging. Da konnten es sich die Mitarbeiter erlauben, zwischendurch einen Blick auf den Fernseher im Eingangsbereich zu werfen. „Solange die Bedienung der Kunden nicht beeinträchtigt wird“, sagt Marktleiter Christian Brahms, „ist das kein Problem.“ Er hat durchaus Verständnis für die Fußballbegeisterung seiner Leute. In anderen Betrieben jedoch ist das Fernsehen während der Arbeitszeit tabu – aller WM-Begeisterung zum Trotz.

In den Nordenhamer Industrieunternehmen sind TV-Übertragungen von der Weltmeisterschaft kein Thema. Im Airbus-Werk gibt es immerhin Überlegungen, Spiele mit deutscher Beteiligung ab dem Achtelfinale auf einer Großbildfläche zu zeigen.

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Derartige Kicker-Kapriolen kommen für Heinz-Dieter de Groot, Bus-Chef bei den Verkehrsbetrieben Wesermarsch (VBW), nicht in Frage. „Fahrplan ist Fahrplan“, macht de Groot klar, dass es für die Busfahrer keine WM-Pausen gibt. Auch TV-Geräte in Aufenthaltsräumen sind nicht gestattet. Nicht einmal Radio dürfen die VBW-Chauffeure hören, weil das gegen die Betriebsvorschriften im Linienverkehr verstoßen würde. Gegen einen Informationsaustausch über die aktuellen Spielstände per Funk hat de Groot aber nichts einzuwenden. VBW-Geschäftsführer Werner Petershagen gibt fußballverrückten Mitarbeitern den Tipp, die Spiele auf Video oder DVD aufzuzeichnen.

Fernsehen während der Dienststunden ist auch bei der Stadtverwaltung kein Thema. Dezernent Manfred Brunßen, selbst ein großer Sportfan, sieht das aber nicht als ein Problem an. Denn die Dienstzeiten der Stadtmitarbeiter sind derart flexibel, dass die Fußballfreunde kaum eine Live-Übertragung zu Hause verpassen müssen. Voraussetzung ist natürlich eine Abstimmung mit den Abteilungskollegen. Angesichts dieser Möglichkeiten besteht laut Brunßen auch kein Bedarf an einer in Erwägung gezogenen WM-Übertragung im Ratssaal.

Dank der Gleitzeit kommen auch die Polizeibeamten des Kriminal- und Ermittlungsdienstes (KED) gut durch die Weltmeisterschaft. KED-Leiter Uwe Thöle: „Wir haben hier zwar einen Fernseher, aber den brauchen wir nicht.“ Gestern zum Beispiel hat er um 15.45 Uhr Feierabend gemacht und war rechtzeitig zum Deutschland-Spiel zu Hause. Natürlich bleiben Thöle und seine Kollegen für den Fall der Fälle erreichbar.

Die Kollegen im Einsatz- und Streifendienst (ESD) des Polizeikommissariats Nordenham können ihre Arbeitszeit nicht nach den WM-Spielen richten. Deshalb läuft in einem Nebenzimmer der Wache ein Fernseher im Hintergrund. „Streife wird trotzdem gefahren“, betont ESD-Chef Helmut Strowitzki. Bei der Aufstellung der Schichtpläne wurde allerdings Rücksicht auf die Fußballfans genommen. So hatten laut Strowitzki gestern Nachmittag ausschließlich Kollegen Dienst, die sich für Klose & Co. wenig interessieren.

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