Fedderwardersiel Vor dem Start noch recht skeptisch, konnte sich Fischer Söhnke Thaden am Samstagabend über einen Doppelerfolg bei der 46. Fedderwardersieler Krabbenkutter-Regatta freuen. Er gewann mit seiner „Christine“ nicht nur das Blaue Band für die beste Zeit bei der Wettfahrt, sondern auch den Wettbewerb nach der gezogenen Zeit. Obwohl sie dem dreitägigen Spektakel am und im Kutterhafen den Namen verleiht, bildete die Regatta der nur noch fünf in Fedderwardersiel beheimateten Krabbenkutter am späten Samstagnachmittag eine Nebensache.

Für Touristen

Schon seit vielen Jahren ist die ursprüngliche Vermarktungsaktion der ehemals in der Fischereigenossenschaft Butjadingen organisierten Fischer ein touristisches Großereignis. Veranstalter ist seit einigen Jahren die Tourismus-Servicegesellschaft Butjadingen (TSG), die mit der Unterstützung einiger Vereine und anderer Organisationen nicht nur das Hafengelände in einen Rummelplatz mit Imbiss-, Getränke- und Händlerständen verwandelte, sondern auch für ein attraktives, abwechslungsreiches Programm sorgte. Das lockte auch dank des guten Wetters mit viel Sonnenschein wieder Mehrere Tausend Besucher an.

„Die Regattastrecke wurde in diesem Jahr etwas verändert und führt durch einen etwas engeren Priel. Den muss man richtig treffen, dennoch sind die kleineren Kutter im Vorteil“, mutmaßte Titelverteidiger Söhnke Thaden. Er steuerte seine „Christine“, mit fast 20 Metern Länge und einem 300-PS-Motor der größte Kutter in Fedderwardersiel, in 12:24,10 Minuten durch den Fedderwarder Priel. Söhnke Thaden siegte vor seinen Kollegen Manfred Wefer (Kutter „Rubin“), Dirk Ostendorf („Seestern“), Martin Sievers („Harmonie“) und Mathias Ruhr („Ostwind“).

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Wegen der unterschiedlichen Größen der Kutter findet alljährlich ein zweiter Wettbewerb statt. Bei dem siegt der Kutter, der einer gezogenen (ausgelosten) Zeit am nächsten kommt. Für diese „Ziehung“ hatte die Regattaleitung mit Malte Linneweber und Mathias Schmidt das zweijährige Urlauberkind Tino Walter aus Iserlohn auserkoren. Der gezogenen Zeit von 12:13,0 Minuten kam Söhnke Thaden mit seinem Regattaergebnis am nächsten.

Die Regatta vor dem Fedderwardersieler Hafen quasi als Teilnehmer verfolgen konnten jene Gäste, die sich während der Wettfahrt an Bord der fünf Kutter befanden. Die stachen jeweils an beiden Tagen zu circa 15 Gästefahrten in See, so dass mehrere Hundert Besucher in den eher selten Genuss einer wenn auch nur kurzen Seefahrt mit einem Krabbenkutter kamen. Bereitwillig stellten sich dabei die Fischer und deren Besatzungsmitglied auch den Fragen der Gäste.

Ebenfalls auf „hoher See“ fand am Samstagnachmittag eine Seenotrettungsübung statt. Die konnte jedoch nur von den Gästen auf dem daran beteiligten Ausflugsschiff „Wega 2“ verfolgt werden. Demonstriert wurde die Übung von der Besatzung des in Bremerhaven stationierten Seenotrettungskreuzers „Hermann Rudolf Meyer“, der anschließend, gesteuerten von Vormann Ulrich Fader, dem ein Geburtstagsständchen gegeben wurde, in den Fedderwardersieler Hafen einlief und anschließend von den Besuchern besichtigt werden konnte.

Kreuzer macht fest

Ebenfalls bereits am Samstag machte der Seenotrettungskreuzer „Hannes Gloger“ im Kutterhafen fest. Er stand am Sonntag für „Open Ship“ zur Verfügung. Das in Fedderwardersiel stationierten Seenotrettungsboot „Hermann Onken“ mit Vormann Hartmut Dierks und den zehn ehrenamtlichen Seenotrettern demonstrierte am Samstagnachmittag bei einer Übung im Hafen, bei der ein Mann im Überlebensanzug aus dem Wasser geborgen wurde, seine Einsatzmöglichkeiten. Zudem war die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), deren jährlicher „Tag der Seenotretter“ am Sonntag stattfand, an allen drei Tagen mit einem Informationsmobil am Hafen vertreten.

Shantychor mit Frauen

Für einen weiteren maritimen Höhepunkt bei der 46. Krabbenkutter-Regatta sorgte am Samstagnachmittag der Shantychor Butjenter Blinkfüer mit dem von ihm veranstalteten Shantychor-Festival. Neben den Blinkfüer-Sängern unter Leitung von Heinz Goretzki sorgten der Shantychor Bootsmannkaffee aus Brake (Leitung: Klaus Manzau), der Seemannschor Vegesack (Birgitt Kropp) und die Delme Shanty Singers aus Delmenhorst für beste Unterhaltung im prall gefüllt Festzelt. Bei letzteren handelt es sich um den einzigen Shantychor in Norddeutschland, der ausschließlich aus Sängerinnen besteht.

Chorleiter ist der studierte Opernsänger Max Börner, dessen Solo allen Besuchern unter die Haut ging, wie Blinkfüer-Chef Enno Rennies berichtete.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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