Elsfleth Nicht nur bei der Weltmeisterschaft in Russland treffen Fußballer verschiedenster Nationen aufeinander. In Elsfleth kicken Afghanen, Guineer, Iraner, Marokkaner, Somalier und Syrer jeden Dienstag um 16 Uhr mit- oder gegeneinander. Dann ist die Stadthalle ein Fußballtreffpunkt vielerlei Kulturen. „Das ist ein nettes Ding“, findet Malte Strackerjan, Erzieher einer Wohngruppe für unbegleitete Flüchtlinge des Wohlfahrtsverbandes Caritas in Elsfleth.

Alles fing mit dem „Caritas-Cup“ im September 2017 an: Ali Sadeh und Samiullah Sahidi sind zwei junge Erwachsene aus Afghanistan und wohnen in Elsfleth. Sie nahmen mit einem Team an einem Hallenfußballturnier für junge Geflüchtete und Freunde vom Caritasverband in der Elsflether Stadthalle teil. Dabei kam ihnen die Idee, sich fortan regelmäßig zu treffen.

So wendeten sich Sadeh und Sahidi mit der Bitte an die Organisatoren des Turniers, eine feste Zeit in der Stadthalle zu bekommen. Strackerjan nahm sich der Aufgabe an. Als stellvertretender Leiter der Caritaseinrichtung in Elsfleth stellte er kurzerhand Kontakt mit der Stadtverwaltung her, und Bürgermeisterin Brigitte Fuchs sagte wenig später zu.

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Seitdem dribbeln immer bis zu 20 Fußballer aus Nordwest-, Ost- und Westafrika sowie Süd- und Vorderasien unter dem Hallendach auf. Gerd Gebauer beaufsichtigt und leitet das Training. Er ist ein Ehrenamtlicher, der sich für die Caritas engagiert.

Die meisten Kicker kommen aus der Wohngruppe „Elsflether Hafen“, eine Einrichtung für Flüchtlinge unter 18 Jahren, oder sind Ex-Bewohner. Ebenso treten auch Kicker aus anderen Wesermarsch-Einrichtungen des Caritasverbandes zu den Hallenzeiten gegen den Ball.

Aus Dank, Fußball spielen zu dürfen, überreichten die Jugendlichen der Bürgermeisterin persönlich einen Blumenstrauß und luden sie zu einer Trainingsstunde ein. Fuchs nahm die Einladung an und überzeugte sich selbst vom regen Treiben. Sportschuhe hatte sie allerdings nicht dabei. Besonders stolz sind die Fußballfreunde auch auf ihre von der Elsflether Werft gesponserten Trikots.

Sadeh und Sahidi planten von Anfang an sehr genau, wem sie zur Nutzung der Hallen Bescheid sagten. Die ersten Male seien nur die eigenen Freunde eingeladen worden, da diese ihnen zum Einstieg am zuverlässigsten erschienen. „Wir wollen ganz in Ruhe und im Kleinen anfangen“, hatte das Duo damals zum Start gesagt.

Gebauer und Strackerjan seien sich bereits nach den ersten Trainingseinheiten einig gewesen, dass die Aktion ein voller Erfolg war, ist und wird: „Alle gehen wohlgesinnt miteinander um.“ Die Jugendlichen verstehen sich untereinander sehr gut und leben das Motto „Fair Play“. Bei Meinungsverschiedenheiten, die beim Fußball durchaus dazugehören, gehe man respektvoll miteinander um.

Meistens kommen die Kicker vom Fußballtreff von der Arbeit, wenn das Training ansteht. Dann reisen sie mit Fahrrad oder Zug in Elsfleth an. „Das ist wichtig für die Selbstständigkeit“, betont Strackerjan. Bei schlechtem Wetter habe er aber auch schon mal alle mit dem Minibus eingesammelt.

Die Hallenzeit ist den jungen Männern, die teilweise auch Vereinsfußball spielen, zunächst für ein halbes Jahr zugesichert worden. Sie hoffen darauf, die Halle darüber hinaus auch im Winter nutzen zu dürfen. Vorher findet noch die zweite Auflage des „Caritas-Cups“ statt. Hier wollen die Elsflether wie auch beim interkulturellen „Eyüp Sultan Fußball Cup“ in Brake ihre Trainingsfortschritte unter Beweis stellen. Geplant sei sogar, mit zwei Teams an den Start zu gehen.

Niklas Grönitz Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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