NORDENHAM In Einswarden gründeten Hermann Wiechering, Berthold Schütte, Karl Blum und Willy Moos im Sommer 1945 den Sportverein Einswarden. Den alten Namen TuS wollten sie zunächst noch nicht wieder benutzen. Außerdem war Günther Diekmann unter anderem als Schriftführer im Verein tätig. Später kam Georg Carstens hinzu. Fußballspielen war zunächst allerdings nicht möglich. Nicht nur den Jahnplatz, sondern auch den Sportplatz am Deich in Einswarden nutzten die Amerikaner als Parkplätze.

Nachdem die Amerikaner im Herbst 1945 die Sportstätten wieder freigegeben hatten, begannen die Sportler damit, diese wieder herzurichten. In Einswarden war der Platz schneller wieder bespielbar als in Nordenham. Unter der Leitung von Erich Denker machte eine große Anzahl von Sportlern aber auch diesen Platz wieder bespielbar.

Antrag abgelehnt

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Nun wollten die Sportler wieder loslegen. Ein gemeinsamer Vorstoß des Sportclubs Nordenham und des Niedersächsischen Turnerbundes im Juli 1945, einen Allgemeinen Nordenhamer Turn- und Sportverein ins Leben zu rufen, hatte keinen Erfolg. Der Antrag wurde von der Militärregierung abgelehnt, weil Versammlungen unter freiem Himmel verboten waren.

Die Fußballer kämpften aber immer wieder um eine Sondergenehmigung, um ein Spiel austragen zu können. Der neue amerikanische Stadtkommandant hatte ein Einsehen. So fand am 23. September 1945 ein Spiel des SV Einswarden gegen die Kicker aus Nordenham statt. Die Einswarder gewannen 3:2. Bereits am 4. November desselben Jahres revanchierten sich die Nordenhamer mit einem 8:2-Sieg in Nordenham. Der SV Einswarden spielte mit Heinz Duda, Pico Sloma, Theo Velden, Johann Buscher, Hein von Hollern, Rudi Anders, Erwin Malcharek, Hermann und Hans Diekmann, Max Kropla und H. Grabas. Die Nordenhamer spielten mit diesem Aufgebot: Gärtner, Schlesies, Grunst, Wolter, Funk, Denker, Kothe, Jaworski, Venema, Heine und Molitor.

Jede Woche trafen Fußballer, die aus der Gefangenschaft entlassen wurden, in Nordenham ein. Dadurch veränderte sich die Mannschaft ständig. Am 24. November wurde unter Aufsicht der Militärregierung der VfL Nordenham in der Aula der Hafenschule gegründet. Zum 1. Vorsitzenden wurde Heinrich Diekmann gewählt. Das Amt des Fußball-Spartenleiters übernahm Max Görmer.

15:0 beim VfL Brake

Punktspiele wurden damals nicht ausgetragen. Die Fußballer maßen sich in Freundschaftsspielen mit Gegnern aus der Region. Die Nordenhamer schlugen beispielsweise den SV Cuxhaven mit 5:0. Beim VfL Brake gewannen sie mit 15:0. Ein großes Problem war die Spielkleidung. Hemden und Hosen wurden von den Ehefrauen und Müttern immer wieder notdürftig geflickt. Die Schuhe wurde auf abenteuerliche Weise repariert. Darum kümmerte sich Walter Wolf, der 2. Vorsitzende des VfL. Damals gelang es den Amerikanern im Depot Blexen (später GHH), unter Mithilfe des Dolmetschers und späteren Landrats Heinrich Müller einen Satz Trikots abzustauben. Sie waren zwar gelb, aber was machte das schon. So spielten die VfL-Kicker eben für eine lange Zeit in gelb-weiß.

Die Einswarder hatten irgendwie einen großen Sack voller Fußballschuhe organisiert. Zum Entsetzen der Spieler stellte sich allerdings heraus, dass sich darin nur linke Schuhe befanden. Der Sack mit den rechten Schuhen wurde nie gefunden.

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