Düsseldorf /Wesermarsch Der Mann mit dem Hammer schlug am Sonntag bei Kilometer 38 zu. Er traf Jan Knutzen während des Marathons in Düsseldorf urplötzlich. Auf dem Zwerchfell. Mit voller Wucht. „Es tat unheimlich weh“, sagte der 29-jährige Spitzenläufer der SG akquinet Lemwerder. „Ich dachte nur, das gibt es einfach nicht.“ Aber der gebürtige Oldenbroker kämpfte, lief durch und stellte in 2:25:31 Stunden einen Wesermarsch-Kreisrekord auf. Er hatte sich um fünf Sekunden verbessert. In der Gesamtwertung des Rennens landete er auf Rang 21, in der Wertung um die Deutsche Meisterschaft bedeutete seine Zeit Platz acht. Einfach gesagt: Jan Knutzen bestätigte, dass er zu den besten deutschen Langläufern zählt.

Geschafft und glücklich

Am Morgen nach dem Rennen war er geschafft und glücklich. „Das war schon ein Ritt“, sagte er. „Im Ziel war ich einfach nur am Ende.“ Und er machte aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Es ist kein Geheimnis. Ich wollte schneller laufen.“ Eine Zeit um die 2:24 Stunden habe er im Hinterkopf gehabt, sagte er. „Aber ich wollte es von meinem Gefühl abhängig machen – sehen, wie es rollt. Wenn alles geklappt hätte, wäre die 2:24 auch wohl drin gewesen.“

Die Vorzeichen am Sonntagmorgen seien jedenfalls hervorragend gewesen. „Ich war locker und gut drauf.“ Außerdem funktionierte die Zusammenarbeit mit seinen Tempomachern Dustin Karsch und Nicolai Riechers vom Osnabrücker TB reibungslos. Die 10-Kilometer-Marke passierte er bei 34:08 Minuten, die Halbmarathon-Marke bei 1:12:28 Stunden. Dustin Karsch stieg laut Knutzen an diesem Punkt absprachegemäß aus. Nicolai Riechers ging bei Kilometer 30 aus dem Rennen. „Beide haben ihre Aufgabe, Jan vor dem Wind zu schützen und das Tempo zu gestalten, mit Bravour erfüllt“, sagte Knutzens Trainers Karl Spieler, der mit seiner Frau Renate seinen Schützling begleitet hatte.

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Anschließend war Knutzen Teil einer homogenen Gruppe. „Sie war schön kompakt. Jeder war bereit, etwas zu tun“, sagte Knutzen. Bis Kilometer 38 lief alles nach Plan. „Auch die Nahrungsaufnahme hat sehr gut geklappt.“

Das Durchschnittstempo bei Kilometer 35 betrug noch beeindruckende 3:24 Minuten pro Kilometer. Dann tauchten die Schmerzen auf. Wie aus dem Nichts. Sie zwangen ihn dazu, das Tempo auf 3:45 Minuten pro Kilometer zu verringern. „Es war wie beim Halbmarathon in Hannover“, sagte Knutzen. „Die letzten vier Kilometer waren auch im Kopf nicht einfach. Man verkrampft.“ Er musste die Läufer seiner Gruppe ziehen lassen. „Sie waren zwar noch in Blickweite. Aber mir war klar, dass ich sie nicht mehr anlaufen konnte“, sagte Knutzen.

Aber er fing sich schon bei Kilometer 39. „Jan hat seine ganze Lauferfahrung ausgespielt“, sagte Trainer Karl Spieler. Knutzen erhöhte das Tempo noch einmal auf 3:30 Minuten pro Kilometer. „Aber ich habe sofort gemerkt, dass es nicht schneller gehen wird“, sagte er.

34 Sekunden eingebüßt

Nach den Worten seines Trainers büßte er 34 Sekunden und drei Plätze ein. Dennoch sprach Spieler von einer super Leistung. Knutzen sieht es ähnlich. „Ich habe es immer noch in die Top Ten geschafft“, sagte er. Ans Aufgeben habe er eh keinen Gedanken verschwendet. „Ich wäre auch ins Ziel gegangen.“

Jetzt legt erstmal eine kleine Pause ein, kündigte er am Montag an. „Ich muss das Rennen erstmal sacken und mich checken lassen. Ich will den Problemen auf den Grund gehen.“

Mit der Aufarbeitung des Rennens hat er schon begonnen. Der Aufbau der Saisonvorbereitung habe ihm eigentlich gefallen, sagte er. „Aber wer weiß? Vielleicht habe ich mich zu früh in Form geschossen. Vielleicht brauche ich noch ein wenig, um den nächsten Schritt zu machen.“ Er glaube zwar, dass er noch besser werden könne. Aber der Marathon in Düsseldorf habe gezeigt, dass dazu auch immer alles passen müsse. Nur eines ist klar: Auf ein erneutes Aufeinandertreffen mit dem Mann mit dem Hammer hat Jan Knutzen überhaupt keine Lust.

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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