Brake Hannah (Lotta Borries) steht inmitten ihrer Mitschüler. Sie lächelt. Plötzlich rennen alle um sie herum, ihr Blick folgt den Bewegungen verwirrt, ihr Lächeln schwindet. Einer nach dem anderen stellt sich mit dem Rücken zu ihr auf. Hannah ist verzweifelt, allein. Der Griff geht zur Pillenflasche mit den Schlaftabletten. „Schuldig“ steht in großen Buchstaben hinter ihr. Hannah blickt sich noch einmal um und schluckt die Tabletten. Sie stirbt.

So begann am Freitagabend das 7. Niederdeutsche Jugendtheaterfestival in Brake. „Dode Deerns löögt nich“ (Tote Mädchen lügen nicht) heißt das Stück rund um die Geschichte von Hannah Baker, welches die „Spökenkieker“ aus Brake zum Auftakt spielten. Das international erfolgreiche Buch „Thirteen Reaosons Why“, welches als Vorlage diente, wurde von den Jugendlichen selbst in eine Bühnenfassung umgearbeitet.

Auf Tonbandkassetten, die sie kurz vor ihrem Tod aufgenommen hat, erzählt Hannah ihrem Klassenkamerad Clay Jensen (Merlin Wylega), warum sie sich umgebracht hat. Clay, der einzige Lichtblick in Hannahs Leben, seit sich ein harmloser Kuss in einen Wirbelsturm aus Gerüchten und Anschuldigungen verwandelt hat, ist hin und hergerissen zwischen Wut und Verzweiflung. „Warum hat sie nicht mit mir gesprochen?“, fragt Clay sich.

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Für Merlin Wylega war die Rolle von Clay eine ganz besondere Herausforderung. „Die erste Hälfte des Stückes spiele ich nur mit der Stimme vom Tonband.“ Das tat er aber durchweg gelungen. In der zweiten Hälfte des Stücks fand der Nachwuchsschauspieler dann in seiner Kollegin Lotta Köhlken eine geeignete Spielpartnerin und Clay jemanden, der mit ihm zusammen Hannahs Geschichte verfolgt und ergründet, wer denn jetzt wirklich „schuldig“ ist.

Am Ende des Stückes dann der Lohn für die Mühen: Donnernder Applaus und stehende Ovationen für Merlin Wylega, Lotta Borries, Jan Borries, Tjorven Voigt, Lotta Köhlken, Rhoda Geisel, Luca Jacobs, Chiara Melina Mende, Pia-Sophie Sandersfeld, Lena Brocksiek, Mattea Schirmacher, Lea Sentürkler, Feenja Sandersfeld, Alina Wieting, Angelique Neese und Anna Ising.

Kurz danach ist Nina Oltmanns, der Leiterin der „Spökenkieker“, die Begeisterung und Erleichterung anzusehen. Freudentränen kullern der Theaterpädagogin übers Gesicht. „Ich bin so stolz und begeistert, das kann man gar nicht beschreiben.“ Auch bei den Jugendlichen herrschte Erleichterung. „Ich war bei den Proben so emotional und heute war es noch schlimmer“, gesteht Lotta Borries.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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