Brake Im SV Brake hängt der Haussegen schief. Ehrenpräsident Magnus Barghorn ist verärgert über den SV-Vorstand. Hintergrund ist der geplante Neubau des Kunstrasenplatzes an der Bahnhofstraße. Als Konsequenz aus seiner Verärgerung zieht sich Barghorn von allen Verpflichtungen im Verein zurück.

Für den Ehrenpräsidenten des SV Brake war es schon ein herber Schlag, dass aus dem geplanten und von ihm mit viel Energie vorangetriebenen Neubau eines Kunstrasenstadions im Sport- und Kulturzentrum nichts wird. Das Projekt ist aus Sicht der klammen Stadt Brake nicht finanzierbar. Barghorn akzeptiert das zwar.

Doppelt bezahlt

Gleichzeitig sagt er aber, dass der neue Platz im Sport- und Kulturzentrum nicht mehr gekostet hätte als das an der Bahnhofstraße geplante Projekt. Kalkuliert sind dafür 500 000 Euro, die der SV Brake bezahlen wird. Die Stadt beteiligt sich jedoch an der Finanzierung in Höhe der jährlichen Tilgungsrate.

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Was Barghorn ärgert ist, dass der SV-Vorstand für den Neubau an der Bahnhofstraße einen neuen Architekten beauftragt hat – nämlich den unter anderem in Sandkrug ansässigen Oliver Kilian. Der Ehrenpräsident hält das für überflüssig, weil bereits ein Architekt vorhanden sei.

Carlo Lehmann aus Waldbronn hatte den Neubau im Sport- und Kulturzentrum geplant. Für diese Leistung hatte Barghorn aus eigener Tasche 30 000 Euro bezahlt. Und er ist davon überzeugt, dass die Pläne 1 zu 1 auch für die Bahnhofstraße hätten verwendet werden können. Der Verein habe unnütz Geld ausgegeben – nämlich das Honorar für den nun tätigen Kilian.

Endgültig hat ein weiterer Aspekt das Fass zum Überlaufen gebracht: Kilian hat bei der Ausschreibung der Arbeiten eine Firma nicht berücksichtigt, die Barghorn unbedingt berücksichtigt wissen wollte, weil er sie für kompetent hält. Zudem ist der 77-Jährige der Meinung, dass es nur gut für den Verein sein könne, sich möglichst viele Angebote einzuholen, um auf diese Weise die Kosten niedrig zu halten. Er sei „enttäuscht von so viel Dummheit“, sagt Barghorn und richtet diese Kritik an den Vorsitzenden Heinz-Wilhelm Bergmann sowie den SV-Geschäftsführer Hans Kemmeries.

Heinz-Wilhelm Bergmann weist auf Nachfrage der NWZ  alle Vorwürfe zurück. Barghorn sei in die Entscheidung, Oliver Kilian zu beauftragen, involviert gewesen. Der Architekt verfüge über sehr viel Sach- und Fachverstand. Außerdem sitze er dichter an Brake als der aus Baden-Württemberg stammende Lehmann und könne damit viel häufiger und schneller vor Ort sein.

Keineswegs seien die für den geplanten Neubau im Sport- und Kulturzentrum erstellten Pläne auf die Bahnhofstraße anwendbar, versichert Bergmann. „Auch Lehmann hätte hier bei Null anfangen müssen“, sagt der Vorsitzende.

Vertrauen in Architekt

Bergmann kann auch die Verärgerung des Ehrenpräsidenten über die bei den Ausschreibungen nicht berücksichtigte Firma nicht nachvollziehen. Kilian habe ausgesagt, dass er mit der betreffenden Firma nicht zusammenarbeiten und sie daher auch dem SV nicht empfehlen könne. „Der Architekt hat Sachverstand, den wir nicht besitzen“, sagt Bergmann, „da sind wir gut beraten, seinen Vorschlägen zu folgen“.

Der Bau des neuen Kunstrasens an der Bahnhofstraße soll im Mai beginnen, nachdem sich der bestehende Platz als nicht mehr sanierbar erwiesen hat. Barghorn ärgert sich derweil darüber, dass 40 Jahre Sachverstand, die er in die Waagschale werfen könne, vom Vorstand „einfach weggeschoben“ würden.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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