Frage: Frau Janßen-Wiese, Ihr neues Stück heißt „De verdüveldt Heilquelle“. Nach welchen Kriterien hat die Speelschar es ausgesucht?

Janßen-Wiese: Los geht‘s jedes Jahr im August mit einem gemeinschaftlichen Treffen im Feuerwehrhaus. Wir grillen und veranstalten dazu ein Public Viewing mit der DVD von unserem letzten Stück. Bei einem zweiten Treffen kommen alle, die mitspielen wollen. Dabei bilden wir einen Leseausschuss, dessen Mitglieder verschiedene Stücke lesen, die für diese Darsteller geeignet sind.

Manchmal sind auch hochdeutsche Stücke dabei wie im vergangenen Jahr „De Borgermeesterwahl“; das habe ich dann ins Plattdeutsche übersetzt. Das wurde zeitlich sehr eng, war aber positiver Stress.

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Einige andere Bühnen entscheiden zuerst über das Stück und suchen sich dann die Darsteller.

Aber ich könnte kein Textbuch lesen ohne dass ich weiß, wer wen spielt. Ich lese und denke mich in die einzelnen Leute rein – und das gilt für alle anderen im Leseausschuss auch. Wichtig ist, dass jeder die Rolle bekommt, mit der er glücklich ist. Das Stück muss zu den Spielern passen.

Frage: Das gilt auch für dieses Stück?

Janßen-wiese: „De verdüveldt Heilquelle“ ist ein witziges Stück, bei dem alle Spieler in jedem Akt ihren Auftritt haben. Auch das ist uns wichtig. Und es ist ein neues Stück: Es ist erst 2012 veröffentlicht worden.

Frage: Seit wann spielen Sie selbst?

Janßen-wiese: Ich bin 1991 in Sürwürden angefangen und 1997 zur Speelschar Reitland gewechselt. Aus beruflichen Gründen wollte ich mit dem Theaterspielen aufhören. Aber eines Tages klopften die Reitlander bei mir an, und als mein Mann mir zugeraten hat, habe ich mitgemacht. Und trotz zwei Babypausen mit drei Kindern bin ich immer am Ball geblieben.

Frage: Was ist für Sie das Tolle am Theaterspielen?

Janßen-Wiese: Der Schlussapplaus. Und wenn die Zuschauer uns in den Arm nehmen, wenn wir von der Bühne kommen, und sagen: Danke für den schönen Abend! Das ist das Schönste, das man als Spieler erleben kann, das geht unter die Haut. Aber natürlich ist auch Stress und Druck dabei.

Frage: Was macht denn für Sie ein gutes Stück aus?

Janßen-wiese: Für uns muss Bewegung drin sein. Wenn wir uns im Leseausschuss die Bücher ansehen, achten wir nicht nur auf den Text, den wir sprechen, sondern auch auf das, was in Klammern steht. Das Stück muss Action bieten: den Tisch decken, das Bettzeug bringen, Rangeleien, Szenen mit Betrunkenen.

Frage: Wie wichtig ist die Teamarbeit?

Janßen-wiese: Wir sind keine Einzelkämpfer. Wir sind als Team auf der Bühne, und jeder kann nur so arbeiten, wie er arbeitet, weil der andere so gut ist. Die Speelschar spielt auch gerne mit dem Publikum. Jörg Wiggers, Thomas Helms und Lars Thienken haben es richtig drauf, das Publikum einzubeziehen. Es kommen aber auch Bemerkungen aus den Zuschauerreihen, auf die wir sofort reagieren. Da darf man anschließend nicht den Faden verlieren. Und für die letzten Aufführungen denken wir uns jedes Mal etwas Besonderes aus.

Frage: Zum Beispiel?

Janßen-Wiese: Einmal haben wir auf der Bühne eine Magnum-Flasche Sekt ausgeschenkt. Jeder bekam ein Glas, auch die Souffleuse. Wir spielten dann weiter, und plötzlich kam die Souffleuse aus ihrem Kasten und rief: „Mein Glas ist leer!“ Solche Augenblicke sind die Belohnung für den ganzen Stress.


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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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