Cloppenburg /Elsfleth Nach 49 Tagen Heimspielabstinenz sollte es eigentlich ein kleines Begrüßungsfest für die mehr als 600 Zuschauer werden – es wurde jedoch einer der vielen Handballkrimis, den der weiterhin verlustpunktfreie Tabellenführer in der Handball-Oberliga TV Cloppenburg beim 25:22 (12:10)-Erfolg gegen den Elsflether TB seinen Fans servierte.

Daran war nicht nur die phasenweise Schludrigkeit des TVC im Abschluss schuld, sondern auch der Aufsteiger Elsflether TB, der sich förmlich in diese Partie biss und mit seiner sehr lauffreudigen 3:2:1-Deckung ein probates Mittel gefunden hatte. „Wir konnten hier befreit aufspielen. Ich bin mit meiner jungen Mannschaft sehr zufrieden, wir hatten teilweise ein wenig Pech, als wir den Ball statt ins leere Tor an den Pfosten setzten“, sagte ETB- Trainer Sascha Klostermann in der Pressekonferenz unter dem Beifall der Besucher.

Elsfleth sorgte im ersten Abschnitt dafür, dass die TVC-Rückraumschützen überhaupt nicht zum Zuge kamen. Mark Schulat, in Fredenbeck überragend, mühte sich, seine Mitspieler in Szene zu setzen. TVC-Coach Barna-Zsolt Akcsos war früh gezwungen, umzubauen, nahm Matthias Andreßen auf halbrechts heraus, setzte dort Erik Gülzow ein, der auf halblinks Platz für Bence Lugosi machte. Bei Kreisläufer Chris Danielzik, der gegen seine Ex-Kollegen gerne getroffen hätte, kamen keine Bälle an. „Bei einer solchen Abwehr muss die Spielverlagerung schneller laufen“, sagte er, der nach exakt 160 Sekunden zum Zwillingsbruder-Duell antrat. Den Siebenmeter hielt Kevin Danielzik. Er gewann das Familienduell, sagte aber nach dem Spiel: „Mit wäre lieber gewesen, Chris hätte getroffen, und wir wären als Sieger vom Feld gegangen.“

Dazu bestanden durchaus Chancen, denn bis zur Pause konnte sich der TVC nicht absetzen, durfte froh sein, dass Hendrik Legler im Tor exzellent hielt– wie auf der Gegenseite Danielzik auch –, und die Hälfte der Tore vor der Pause die Außen Max Borchert (4) und Saalmann (2) warfen.

Nach der Pause brachte Akacsos quasi seinen zweiten Sturm aufs Feld mit Ole Harms am Kreis, Jannis Koellner und Eddy de Raad auf Außen und Niels-Uwe Hansen im Rückraum. Diese Maßnahmen gingen zunächst auf. Der TVC setzte sich auf 16:11 ab (39.), erlaubte sich danach den Luxus, in Überzahl zu patzen.

Elsfleth glich zum 18:18 aus (48.), denn konditionell und von der Physis her war der Neuling gleichwertig, nutzte haarsträubende Fehler des TVC über Konter dank Lasse Pape oder Justus Pille aus. Die Partie war wieder völlig offen bis vier Minuten vor dem Abpfiff.

Ausgerechnet, als die Hektik auch durch umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen auf beiden Seiten zunahm, machte der TVC den Sieg perfekt. Trotz doppelter Unterzahl traf Schulat mit seinem einzigen Tor zum 22:21, legte Gülzow, als er von der Strafbank kam, bei Unterzahl zum 23:21 nach (58.), ehe Harms zum 24:22 (59.) den Deckel drauf machte.

„Glückwunsch an unseren Gegner, vor dem ich gewarnt habe. Wir haben uns heute irgendwie selbst im Wege gestanden. Statt gegen diese Deckung den Ball schnell laufen zu lassen, brachen wir die Angriffe ab und warfen zu früh. Dennoch war es heute die bislang beste Abwehrleistung. 23 Fehlversuche und zehn technische Fehler zeigen, warum es heute so eng werden musste“, sagt ein erleichterter Trainer Akacsos, der am Ende flachste: „Irgendwie habe ich alles richtig gemacht . . .“

TVC: Legler, Buschmann - Koellner (1), Harms (6/3), Borchert (4), Chr. Danielzik, Andreßen (1), Schulat (1), Köhler, Hansen (1), Gülzow (5), Saalmann (2), de Raad (1), Lugosi (3).

ETB: K. Danielzik, Völkers - Doormann, Jansen (2), van Dreumel (1), Pape (6/2), Zindler (5/1), B. Rußler (1), Santen, Oberegger (4), Pille (3), Heinemann.

Jürgen Schultjan Lokalsport / Redaktion Münsterland
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