NORDENHAM Vor zwei Jahren hat Hildegard Timm noch in der Ostsee geschwommen: bei einem Urlaub in Timmendorfer Strand. Heute wird sie 100 Jahre alt. Hildegard Timm feiert das Fest in der Residenz Gut Hansing, in der sie seit einiger Zeit wohnt.

Geboren wurde sie am 29. September 1911 in Neustettin in der damaligen preußischen Provinz Pommern. Hildegard Timm erinnert sich gerne an ihre schöne und behütete Kindheit. Ihr Vater, ein Tischlermeister, besaß einen eigenen Betrieb. In dem gut situierten Haushalt wuchs sie als jüngste mit drei Geschwistern auf. Als junges Mädchen besuchte sie die Höhere-Töchter-Schule in Neustettin, der Vereinigung der Fürstin-Hedwig-Schüler gehört sie heute noch an.

Immer sehr sportlich

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Hildegard Timm war eine außergewöhnliche junge Frau und dem Sport sehr zugetan. Sie spielte Handball, besaß ein eigenes Paddelboot und fuhr Motorrad: „Eine NSU 350“, berichtet sie stolz. Ihre Augen leuchten, wenn sie von ihren Tanzstunden erzählt.

Fröhlich wippt die alte Dame mit den Füßen, als sie sich an den in den 20er Jahren aufkommenden Charleston erinnert. Beim Abschlussball, sie war damals 16 Jahre alt, wurde sie Ballkönigin und trug ein elegantes Kleid, das ihre ältere Schwester für sie genäht hatte.

Auf schicke modische Kleidung hat Hildegard Timm immer großen Wert gelegt, und das gilt bis auf den heutigen Tag. Mit der Eisenbahn besuchte sie als junge Frau die Verwandten in Berlin und kaufte dort in den Modehäusern ein.

Sie hatte einen eigenen Kopf und setzte ihren Berufswunsch durch. Hildegard Timm lernte Zahntechnikerin. 1937 trat sie mit ihrem Ehemann Erwin vor den Traualtar, sie wurde Mutter eines Sohnes und einer Tochter. Aber eine lange glückliche Ehe war ihr nicht beschieden. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges musste der Familienvater den grauen Soldatenrock anziehen und kehrte nicht wieder heim.

Schweres Schicksal

Das schwere Schicksal teilte Hildegard Timm mit vielen anderen Frauen ihrer Generation. Mit ihrer Tochter Gesine und ihrem Sohn Uwe musste sie nach dem Krieg die geliebte Heimat verlassen. Nach abenteuerlicher Flucht fanden sie schließlich in Soltau ein neues Zuhause. Hier in der Lüneburger Heide musste die Frau ihre Kinder alleine großziehen, ohne Unterstützung der Familie, denn ihre Angehörigen waren in Mecklenburg untergekommen, der eiserne Vorhang trennte die Familie für lange Zeit.

Einige Jahre wohnt Hildegard Timm in Mönchengladbach, bevor ihre Tochter sie 1984 nach Nordenham holte.

Auch im hohen Lebensalter trieb Hildegard Timm noch viel Sport, sie machte bei der Seniorengymnastik des Sportvereins Nordenham mit, war aktives Mitglied im Deutschen Roten Kreuz (DRK) und im Nordenhamer Ruderclub.

Die 100-Jährige geht oft spazieren, am liebsten unternimmt sie einen kleinen Rundgang in den benachbarten Schrebergarten Naturglück. Kinder hat sie gerne um sich, inzwischen ist sie stolze Uroma von sechs Urenkeln. Ihrer Geburtsstadt Neustettin ist sie immer noch eng verbunden, in ihrem Zimmer hängen einige Bilder aus ihrer alten Heimat.

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