Burhave Handyweitwurf, Luftgitarrespielen, Gummistiefelweitwurf, Frauentragen und Tannenbaumweitwurf: Kuriose Sportarten, die alle ihren Ursprung in Skandinavien haben. Das Werfen des Christbaumes ist seit 2008 auch fester Bestandteil im Butjadinger Veranstaltungskalender. Perfekt organisiert wurde das beliebte Event wie jedes Jahr von der Jugendfeuerwehr Burhave. Die Leitung hatte am vergangenen Samstag der stellvertretende Jugendwart Sören Reinecke, der sich auf sein engagiertes Team von etwa 20 Nachwuchsbrandschützern verlassen konnte.

Schon am Donnerstag hatte man vor dem Feuerwehrhaus zwei Holzbuden errichtet. In einer wurden Bratwurst und Pommes frites angeboten, in der anderen kalte und heiße Getränke zur Stärkung der „Sportler“.

Sören Reinecke erläuterte die Regeln des nicht ganz ernst gemeinten Wettbewerbs. Es gab vier Klassen (Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer), die jeweils aus Gründen der Fairness mit einem bestimmten Baum werfen mussten. Jeder Teilnehmer hatte drei Versuche, die größte Weite gewann einen der drei Warengutscheine. Der Erlös der Veranstaltung kam wieder der Jugendfeuerwehr zugute, die damit zum Beispiel Zeltlager mitfinanzieren wird.

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Die vielen Gäste erfreuten sich bei durchaus angenehmen Temperaturen an den unterschiedlichen Wurftechniken. Als entscheidend für die Weite erwies sich wie beim Kugelstoßen oder Speerwerfen der Abwurfwinkel. Zur Rotationsvermeidung wurde das dicke Ende des Stammes von fast allen Baumbändigern beim Wurf vorne platziert.

Neubutjenterin und Museumsleiterin Dr. Felicitas Demann hatte per Zufall in einem Blumengeschäft vom Tannenbaumwerfen gelesen. Das interessierte sie sofort und so nahm sie erstmalig teil. Ihre Weite von 3,50 Metern sei noch steigerungsfähig, das ganze Event fand sie aber sehr gelungen.

Die Feuerwehrleute aus Tossens besuchen seit Jahren mit einer großen Gruppe ihre Kameraden aus Burhave beim Baumwerfen, das sei selbstverständlich. So auch Tobias Bruncken, der schon mehrere Jahre das stachelige Sportgerät wirft. Obwohl er eigentlich recht stämmig und muskulös wirkt, hat er noch nie einen Preis gewonnen. „Deshalb werfe ich immer erst nach Anbruch der Dunkelheit, damit es keiner sieht.“

Ausgangspunkt dieses neuen Brauchtums ist übrigens Schweden. Dort wird traditionell am 13. Januar der St.-Knut-Tag gefeiert, an dem dann die Weihnachtszeit endet und die Tannenbäume aus der Stube entfernt werden. Dieses geschieht natürlich gesittet und nicht so, wie es uns ein bekanntes Möbelhaus in seinem Werbefilm weismachen will.

Und trotzdem war wohl dieser Film 2003 die Initialzündung für die Fußballer aus Weidenthal in Rheinland-Pfalz. Sie feierten ein Knutfest mit Baumwerfen, das dann seit 2007 auch als offizielle Weltmeisterschaft gilt. Anders als in Burhave gibt es dort einen Dreikampf aus Wurf, Schleudern und Hochwurf.

 Hier nun die Sieger des Jahres 2020 in Burhave:

Frauen: Pia Lahr (4,55 Meter), Tina Tönjes (4,30 Meter), Simone Ulken (4,25 Meter).

Männer: Florian Wulf (7,25 Meter), Mike Timmermann (6,65 Meter), Tim Schulze (6,30 Meter).

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