Burhave 80 Wagemutige sprangen in das minus zwei Grad Celsius eiskalte Wasser der Nordseelagune, deren mehrere Zentimeter dicke Eisdecke zuvor von Mitgliedern der DLRG-Ortsgruppe Butjadingen gebrochen worden war – so geschehen am 1. Januar 2009. Die 14. Auflage des Butjadinger Neujahrsschwimmen am ersten Tag des Jahres 2020 glich eher wieder einem „Warmbadetag“. 241 Schwimmer aller Altersgruppen, die damit für eine neue Rekordbeteiligung sorgten, stürzten sich diesmal in das 3,2 Grad Celsius „warme“ Nordseewasser des Badesees bei einer Außentemperatur von jedoch knapp unter dem Gefrierpunkt.

Das nur wenige Minuten andauernde Spektakel verfolgten knapp 2000 Schaulustige vom Rand der einzigen künstlichen Lagune an den Nordseestränden, eingemummt in dicke Winterjacken, Mützen, Schals und Handschuhe. Der Nebel veranlasste Robert Kowitz, Geschäftsführer der veranstaltenden Tourismus-Servicegesellschaft Butjadingen (TSB), von einem „mystischen“ Wetter zu sprechen.

Fünf Minuten ausgeharrt

Einige Teilnehmer stellten sich der eisigen Herausforderung mit Pudel- oder Weihnachtsmütze und sogar schon im Karnevalskostüm. Nur wenigen verließ aber dann doch noch der Mut, als sie den ersten Kontakt mit dem kalten Wasser spürten. Die meisten Neujahrsschwimmer verharrten lediglich einige Sekunden im Nordseewasser, um dann krebsrot ans Ufer zurückzukehren. Fast fünf Minuten hielt es dagegen Holger Hafemann aus Nordenham im Wasser aus. Er ist Stammgast beim Burhaver Neujahrsschwimmen.

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Während einige Teilnehmer regelmäßig im Winter in der Nordsee schwimmen, bereiten sich andere gar nicht oder deutlich gemäßigter auf die eisige Abkühlung vor. So auch der Blexer Pfarrer Dietmar Reumann-Claßen, der schon zum fünften Mal kurz in der Nordseelagune abtauchte. „Ich habe aber keinerlei Ambitionen, eine der Sektflaschen vom Ponton zu holen“, sagte er schmunzelnd.

Mit „heftig“ kommentierte Triathlet Holger Bösche aus Blexen sein neuerliches winterliches Badevergnügen in der Burhaver Nordseelagune. Auch wenn das Neujahrsschwimmen 2009 bei Eisgang für ihn „geiler“ gewesen sei, nahm er diesmal gleich drei kürzere Bäder im dennoch bitterkalten Nordseewasser.

Foto mit Neptun

Für ihren Wagemut wurden alle Schwimmer mit viel Applaus vom Publikum belohnt. Jeder Teilnehmer erhielt zudem ein Badehandtuch und eine Urkunde zur Erinnerung an den Jahresbeginn der besonderen Art. Mehrere Teilnehmer durchschwammen den Badesee und sicherten sich so eine Flasche Sekt. Andere ließen sich zur Erinnerung mit Meeresgott Neptun alias Manfred Schmidthüsen fotografieren. Er hatte zuvor die Wassertemperatur ermittelt und die Nordseelagune für das Neujahrsschwimmen freigegeben.

Ein wachsames Auge auf die Badenden warfen wieder die Sanitäter der Johanniter-Unfallhilfe und die Rettungsschwimmer der DLRG-Ortsgruppe Butjadingen, deren Vorsitzender Rainer Przyklang das Neujahrsschwimmen moderierte. Zum Programm gehörte ein Quiz mit Fragen zu Butjadingen. Per Auslosung unter den Teilnehmern mit den richtigen Antworten wurden Katja Cernohous, Moritz Groth und Stefanie Näegele mit Preisen belohnt.

Einen Preis gab es auch für die Familie mit den meisten Teilnehmern. Den heimste erneut die Familie von Joachim Wulf, Leiter des Service-Amtes der Gemeinde Butjadingen, ein. Sie trat mit 15 Familienmitgliedern an. Mit der 77-jährigen Lina Renken stellte sie auch die älteste Teilnehmerin des Neujahrsschwimmens. Ebenfalls einen Preis erhielt der sechsjährige Tajo Viohl als jüngster Wagemutiger.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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