Burhave Als erster Klootschießer übertraf Gerd Gerdes am 18. März 1934 die 100-Meter-Marke mit dem 475 Gramm schweren Kloot. Der Utgaster warf exakt 101,50 Meter weit. Diese Rekordweite hatte mehr als 50 Jahre Bestand. Am 15. September 1985 überschlugen sich bei der Meisterschaft des Friesischen Klootschießerverbands (FKV) die Ereignisse. Die Bedingungen für die 303 Klootschießer in den acht Altersklassen waren bei kräftigem Rückenwind auf dem Strandgelände in Burhave im Kreisverband Butjadingen ideal.

Erst legte Harm Henkel aus Pfalzdorf mit 102,00 Metern eine neue Bestmarke vor. Auf einer anderen Bahn gewann der amtierende Europameister Hans-Georg Bohlken aus Schweinebrück den Wettbewerb der Junioren mit 99,00 Metern.

Schluss war aber noch nicht. Beim Nachwerfen legte der „Bär von Ellens“ nach. Nach dem zehnten Wurf gab es den Aufschrei: Hans-Georg Bohlken schraubte den Weltrekord auf sage und schreibe 105,20 Meter hoch.

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Das sorgte schon bei der Siegerehrung der Verbandsmeisterschaft für reichlich Gesprächsstoff und unterschiedliche Sichtweisen – je nachdem aus welchem der beiden Landesverbände die Funktionäre und „Käkler und Mäkler“ kamen. Ex-Feldobmann Richard Witte, der Oldenburger Landesvorsitzende Egon Mehrings, der FKV-Vorsitzende Johann Ihnen sowie der ostfriesische Landesvorsitzende Jardo Tapper und Feldobmann Gerd Wessels diskutierten.

Gefragt war auch der FKV-Feldobmann Herbert Braams aus Zetel. Der heute 83-Jährige erinnert sich: „Die ganze Woche stand das Telefon nicht mehr still.“ Auf der trichterförmigen Bahn, die bis 90 Meter ausgezeichnet war, schlug die Kugel außerhalb des Wurfkorridors auf.

Sofort tauchten Fragen auf: War der Wurf ungültig? War der Wettkampf nicht schon längst zu Ende?

Der Kreisverband Aurich legte Protest ein. Herbert Braams rief den Klootschießer-Arbeitsausschuss ein. Zwei Tage nach der Veranstaltung tagte man bei „Oltmanns“ in Friedeburg.

Mit dabei waren die Klootschießerwarte der 13 Kreise. Der Feldobmann sagte: „Die Diskussionen waren hochexplosiv und hitzig. Sie dauerten viereinhalb Stunden.“

Es ging um folgende Punkte: Es wurde nach der Veranstaltung geworfen, es wurde nicht in der Bahnbegrenzung geworfen, es wurde nicht das gleiche Sprungbrett genutzt, es waren schon zehn Würfe durchgeführt worden.

Herbert Braams meinte: „Ich war hin- und hergerissen und habe versucht, neutral zu bleiben.“ Der Feldobmann machte den Vorschlag, ein salomonisches Urteil zu fällen und beide Rekorde anzuerkennen: Harm Henkels Wurf war innerhalb der Bahn, Hans-Georg Bohlken war außerhalb der Bahn. Mit einem 14:0-Votum kurz nach Mitternacht stimmten alle Anwesenden für den Vorschlag. Doch damit gaben sich einige Funktionäre nicht zufrieden. Der erweiterte FKV-Vorstand musste tagen.

Es ging um die alleinige Anerkennung des Weltrekordwurfs von Hans-Georg Bohlken. Mit 10:9 Stimmen stimmten die Delegierten dem Vorschlag zu.

Weitere acht Jahre später, am 6. Juni 1993, holte Stefan Albarus (Noord Norden) mit 105,83 Meter die Bestmarke in während des Kreisverbandsmehrkampfes nach Ostfriesland zurück. Am 30. Juni 1996 beim Friesischen Mehrkampf in Großheide schraubte der „Albatros“ den Weltrekord auf 106,20 Meter hoch – und stellte damit wohl einen Rekord für die Ewigkeit auf.

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