Brake /Südafrika Ein Mann hat sich im Gegensatz zu vielen Hitzeopfern über die hohen Temperaturen zuletzt gefreut: Für Gérard Rünzi vom Stedinger Turnverein (StTV) Berne war es die perfekte Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im Ironman (Langdistanz-Triathlon) in Südafrika Anfang September.

„Ich bin viel erfolgreicher, wenn es heißer ist. Außerdem muss das Rad nicht geputzt werden, wenn  Schmuddelwetter ausbleibt“, sagt Rünzi und lacht dabei wie fast immer eigentlich. Das Ticket löste die Frohnatur im vergangenen Jahr beim Ironman 70.3 auf Rügen, wo er in seiner Altersklasse M-65 Zweiter wurde. In der Metropolgemeinde Nelson Mandela Bay wird er in der Konkurrenz der 65- bis 69-jährigen Männer starten. „Übernächstes Jahr darf ich in der Klasse der 70-Jährigen ran“, dann möchte er sich sogar in der M-70-Klasse für den Ironman auf Hawaii, der berühmteste dieser Ausdauerwettkämpfe, qualifizieren.

Der Terminplan ähnelt einer Feinplanung. Bereits Ende Oktober werden die Weichen für das kommende Sportjahr gelegt – Rünzi legt dann fest, bei welchen Events er starten wird. „Jeden Monat an einem Lauf teilnehmen“, sei sein Ziel, um am Ende des Sportjahres auf 600 Nettostunden zu kommen.

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Wenn der pensionierte Manager an einem Wettbewerb teilnimmt, will er immer genau so schnell sein wie im Vorjahr. Allerdings schießt er im wahrsten Sinne des Wortes regelmäßig über das Ziel hinaus: „Ich bin dann immer schneller als im Vorjahr“, sagt der Braker grinsend. Bestes Beispiel war kürzlich der Triathlon in Stuhr. Neben 36 Minuten im Wasser und 1:21 Stunden auf dem Rad benötigte er für die zehn Kilometer lange Laufstrecke 52 Minuten und lief eine neue persönliche Bestzeit.

Rünzis Koppeltraining für Südafrika besteht indes aus 50 Kilometer Radfahren, ehe er die Laufschuhe für eine Zehn-Kilometer-Einheit schnürt. Freitags steht dazu eine Schwimmeinheit auf dem Plan, die mit Krafttraining an der Langhantel ergänzt wird.

Sein Arzt und Trainer Jan Lawrentz aus Berne müsse ihn sogar des Öfteren zurückhalten. „Aber ich mache auch wirklich nur das Nötigste“, erklärt der WM-Teilnehmer. Unterstützt wird der Ex-Manager ebenso von Annika Ulbrich vom StTV Berne. Seine gute Betreuung sei ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Rünzis liebste Disziplin beim Triathlon ist Schwimmen. Das empfindet er als „easy“, Radfahren sei ein „Vergnügen“, aber Laufen dagegen „Knüppelei“: „Würde ein Triathlon mit Laufen beginnen, hätte ich andere Probleme.“ Man müsse beim Training aber sowieso auf die Ausgewogenheit achten, damit keine Disziplin vernachlässigt wird. Mindestens so wichtig wie die Fitness ist auch die mentale Stärke. Zu seinem „Mindset“ gehören Hingabe, mentale Stärke und die Geduld, Strapazen während des Wettkampfs auszustehen: „Die Einstellung braucht man.“ Zudem werden in der Vorbereitung auch taktische Kniffe geübt, um eventuellen Schwierigkeiten auf der Strecke oder dem „inneren Schweinehund“ für den optimalen Wettkampf beizukommen. Außer dem Wetter ließe sich einiges beeinflussen. Oft würden ihn jüngere Athleten fragen, ob ihm denn nichts wehtue. Dem ist nicht so: Mit Verletzungen wäre es nicht möglich, so ein sportliches Pensum zu fahren, laufen oder zu schwimmen.

Was die Ambitionen für die WM angeht, ist Rünzi bescheiden. „Da sind Sportler aus 70 Nationen, da komme ich nicht aufs Podium.“ Wenn er Zehnter von 60 Teilnehmern seiner Altersklasse werde, wäre ihm das Recht.

Niklas Grönitz Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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