Brake Wer den Profisport verlässt, der hat wenig bis keine Möglichkeit mehr, sich in Meisterschaften im sportlichen Wettkampf zu messen. Im Basketball wurde eine geschaffen: Die Fimba (Federal International Maxibasketball Association) gründete sich, „damit Senioren auch auf relativ hohem Niveau Meisterschaften spielen können“, erklärt Michael Fittje. Der Braker wird dieses Jahr zum ersten Mal an der „Ü50-WM“ teilnehmen.

Zum 15. Mal findet vom 25. Juli bis zum 4. August die Maxibasketball-Weltmeisterschaft statt, die alle zwei Jahre veranstaltet wird. Mehr als 230 Teams in verschiedenen Altersgruppen sind für den Wettbewerb in Espoo im Großraum Helsinki in Finnland gemeldet. Die Gruppen beginnen bei 30 (Frauen) beziehungsweise 35 Jahren (Männer) und sind gestaffelt bis 80 Jahre bei den Herren und 60 bei den Damen. In der Ü50-Klasse, in der der 51-jährige Michael Fittje spielt, sind 27 Teams gemeldet.

Anfangs war der DBB (Deutscher Basketball Bund) nicht an dem Turnier beteiligt, mittlerweile unterstützt er die Spieler aber finanziell, zum Beispiel bei den Kosten für Hotel und Trikots. Außerdem läuft über den Delegationsleiter des DBB die Auswahl der Teams. „Man bekommt eine Einladung vom Delegationsleiter, das ,Berufungsschreiben‘“, erzählt Michael Fittje. Damit könne er als Polizeibeamter Sonderurlaub beantragen. So viel Glück haben allerdings nicht alle, einige „opfern“ ihren Jahresurlaub für das Turnier.

Michael Fittje nahm bereits im letzten Jahr an der von der Fimba organisierten EM in Slowenien teil. Sein Team, „Germany A“, ist in diesem Jahr wieder ähnlich zusammengesetzt, nur drei der insgesamt elf Spieler haben gewechselt. Die Spieler kommen hauptsächlich aus Köln und München, den Trainer stellt eine der anderen teilnehmenden Mannschaften. Im letzten Jahr kam „Germany A“ über die Vorrunde nicht hinaus, „es fehlte noch an Abstimmung“, so Fittje. Dieses Jahr kennen sie sich bereits und haben auch ein Wochenende gemeinsam trainiert. Daher ist das Ziel klar: „Die Vorrunde wollen wir überstehen.“ Gegner sind Mexiko, Chile und Estland.

Neben dem sportlichen sei auch die Stimmung toll: „Es ist wie ’ne große Familie, viele kennen sich seit Jahren, auch die internationalen Mannschaften“, erzählt Michael Fittje. Daher stehen auch viele soziale Programmpunkte auf der Tagesordnung: „Der gemeinsame Aspekt wird großgeschrieben.“

Michael Fittje fing bereits in jungen Jahren mit dem Sport an, seit fast 40 Jahren ist er „am Ball“. „Basketball vereint alle sportlichen Attribute, Schnelligkeit, Athletik und auch Teamplay wird ganz großgeschrieben“, begründet er seine Leidenschaft für den Sport. „In dem Sport ist außerdem alles möglich. Auch wenn man 30 Punkte im Rückstand liegt, kann man immer noch gewinnen.“

Seit vier Jahren trainiert der Braker einmal die Woche mit seiner Mannschaft OTB 4 in Oldenburg, aber auch privat und mit der von ihm ins Leben gerufenen Berufssportgruppe. Außerdem ist er selbst als Trainer in Brake aktiv. Für sein ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich wurde er von NWZ und LzO als Braker „Mann des Jahres“ 2016 ausgezeichnet. Obwohl der Sport auch hier in den Jahren populärer geworden ist – zum Beispiel durch mehr Fernsehübertragungen, deutsche Spieler in der NBA, den Erfolg der Oldenburger Baskets – sieht Michael Fittje Nachwuchsprobleme. Vor allem, wenn es darum geht, sich als Schiedsrichter oder Trainer einzubringen: „Diese ehrenamtlichen Tätigkeiten sind schwer zu vermitteln.“

Ob er schon mal ans Aufhören gedacht hat? „Irgendwann wird der Punkt kommen“, so Fittje, „aber mein Traum ist es, ein Punktspiel mit meinem Sohn zu spielen. Der ist jetzt acht.“ Zehn Jahre müsse er also mindestens noch „durchhalten“.

Mehr Informationen zum Turnier finden Sie unter:


     espoofimba2019.fi 
Jana Budde Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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