Lemwerder Nervosität kann einen Sportler lähmen. Manchmal ist sie auch ein Zeichen dafür, dass Großes bevorsteht. Oder nichts anderes als Vorfreude. Für die schnellste Frau des Bremen-Marathons 2015 könnte sogar etwas anderes gelten: Vielleicht ist das Kribbeln vor dem Start für Anita Ehrhardt einfach nur der richtige Brennstoff – das Kerosin für eine Leistungsexplosion. Jedenfalls hat die 38-jährige Läuferin der SG akquinet Lemwerder am Sonntag die Gesamtwertung der Frauen-Konkurrenz des elften Bremen-Marathons in 3:11,49 Stunden gewonnen (die NWZ  berichtete) und eine persönliche Bestzeit aufgestellt. Und nach den Worten ihres Trainers Karl Spieler ist sie vor dem Start „ganz schön nervös“ gewesen.

Ziel war Spitzengruppe

Die Siegerin aus Bardewisch staunt auch am Tag nach dem Triumph bei ihrem zweiten Start über die 42,195 Kilometer in der Hansestadt immer noch über sich selbst. Sie habe zwar gehofft, unter die besten Sechs zu kommen, sagt sie. „Aber mit einem Sieg hatte ich nicht gerechnet.“ Auch die Prognose ihres Trainers am Tag zuvor, dass sie die Strecke in 3:15 Stunden oder schneller laufen werde, habe daran nichts geändert. Die Stärke der Konkurrentinnen in einem Stadtmarathon sei schließlich schwer einzuschätzen, sagt sie.

Ihr Erfolg war die Krönung einer perfekten Vorbereitung. „,Ich war in den vergangenen Monaten nie krank und bin in einer tollen Verfassung – körperlich und mental. Alles läuft momentan super“, sagt sie.

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Das spiegelte sich in Bremen auf der Strecke wider. Nach 25 Kilometern schob sie sich vom fünften Platz auf den zweiten Platz vor. „Plötzlich ist die Fahrradbegleitung neben mir hergefahren. Das hat schon richtig Spaß gemacht. Und man fängt an, ein bisschen zu träumen.“

Nach 30 Kilometern übernahm sie die Führung – und gab diese nicht mehr ab. Kilometer 39 lief sie sogar in gedrosseltem Tempo. „Ich habe mir einen Wellness-Kilometer im Fünf-Minuten-Schnitt gegönnt. Ich wollte einfach nur genießen“, sagt die gebürtige Oldenburgerin.

Psychologischer Kniff

Vor dem Rennen hatte sie sich eines psychologischen Kniffs bemüht: Sie hatte ihre Uhr abgeklebt. „Das werde ich wohl häufiger machen. Ich wollte mich durch die Zeiten nicht verrückt machen lassen und mich ganz auf die Straße konzentrieren.“ Aber sie werde die Uhr demnächst nicht zu Hause lassen. Das verbiete die Neugier. „Ich möchte den Rennverlauf schließlich auswerten können.“

Ihre nächste Herausforderung ist die deutsche Marathon-Meisterschaft in Frankfurt Ende Oktober. Für viele Läufer der SG Lemwerder – und gerade für Trainer Karl Spieler – ist dieser Lauf einer der Saison-Höhepunkte schlechthin. Anita Ehrhardt freut sich schon, obwohl der Wettkampf nicht ganz oben auf ihrer Prioritätenliste steht. Doch mit einem Erfolg und der nötigen Lockerheit im Rücken läuft es sich bekanntlich leichter – erst recht, wenn man dann noch die Fahrradbegleitung neben sich weiß...

 Anita Ehrhardts Teamkollegin Heike Ohlenbusch lief die Halbmarathon-Strecke in Bremen in 2:07,32 Stunden. Sie belegte Platz 84 in der Altersklasse W45. Marc-Oliver Bruns lief die Zehn-Kilometer-Strecke in 46:42 Minuten (Platz 19, AK M40). Valc Drutschmann benötigte 57,08 Minuten (Platz 91, AK M40)

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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