Abbehausen Wer die Ergebnisse von Pokalspielen als Maßstab für den Punktspielbetrieb nimmt, könnte sich im Falle der Fußballerinnen des Oberligisten TSV Abbehausen zu äußerst positiven Prognosen verleiten lassen. Schließlich besiegten sie am Mittwochabend in der ersten Runde des Niedersachsenpokals den TuS Büppel daheim mit 2:0 (1:0). Wohlgemerkt: Die Büppelerinnen spielen in der Regionalliga. Also eine Klasse höher als der TSV. Abbehausens Trainer Daniel Behrens versucht deshalb kurz vor dem Saisonstart einen Spagat: Er dämpft die Erwartungshaltungen und redet sein Team zugleich stark. Das hört sich dann so an: „Ich glaube nicht, dass wir zu den Favoriten in der Liga gehören. Aber wenn wir alle Spielerinnen an Bord haben, haben wir eine gute Mannschaft.“ Eigentlich hätte seine Elf diese These schon am Wochenende wieder untermauern können. Aber das ursprünglich für Sonntag angesetzte erste Punktspiel der Abbehauserinnen gegen Schlichthorst ist verlegt worden.

Dass die Abbehauserinnen wissen, wie Fußball gespielt wird, bekamen die Büppelerinnen am Mittwoch zu spüren. Ann Christin Luga (14.) und Jule Hedemann (51.) hatten die Überraschung mit ihren Treffern in die Wege geleitet.

Lange Bälle

Behrens hatte den Gegner am Sonntag in dessen Punktspielauftakt gegen den Hamburger SV unter die Lupe genommen (0:2) und dabei festgestellt, dass der TuS gerne lange Bälle spielt. Im Vergleich zum Testspiel gegen Büppels Ligarivalen Jahn Delmenhorst habe er deshalb die Taktik geändert. „Gegen Delmenhorst haben wir noch etwas abwartender gespielt. Vor dem Spiel gegen Büppel habe ich mir gedacht: Angriff ist die beste Verteidigung.“

Die Abbehauserinnen liefen die Gäste früh an, unterbanden die kontrollierten langen Bälle und zwangen Büppel zu Fehlern. „So ist dann auch das 1:0 entstanden“, sagte Behrens. Ann Christin Luga nutzte einen Fehlpass der Büppeler Torhüterin. Beim 2:0 tankte sich Jule Hedemann mit etwas Glück durch und schloss erfolgreich ab.

Behrens war mit der Leistung seiner Elf „komplett zufrieden.“ Sie habe super gespielt. „Es passte alles. Der Sieg war deshalb nicht unverdient. Wir haben Büppel zwar nicht an die Wand gespielt und hatten wie auch Büppel kaum Chancen. Aber wir sind immer wieder super hinter den Ball gekommen.“ Ab und an sei es mal brenzlig geworden, aber seiner Meinung nach habe sein Team dem Gegner keine Großchance erlaubt. „Büppel hat nur aus der Distanz auf unser Tor geschossen“, sagte er. Gleichwohl merkte er an, dass den Gästen in Lena-Sophie Rusin die zentrale Figur im Mittelfeld gefehlt habe.

Wie dem auch sei. Behrens hofft, dass seine Spielerinnen Selbstvertrauen getankt haben. Das Spiel haben außerdem gezeigt, dass „alle voll im Saft“ stehen. Und schon zu diesem frühen Zeitpunkt sei erkennbar, dass junge Spielerinnen wie Henrike Bultmann und Jule Hedemann einen Schritt nach vorne im Vergleich zur vergangenen Saison gemacht hätten. Außerdem feierte die erst 16-jährige Pia Templin in der zweiten Hälfte ihr Pflichtspieldebüt für den TSV.

Positive Zukunft

Die Abbehauserinnen können also positiv in die Zukunft blicken. Im Pokal heißt die Zukunft wie in der vergangenen Saison Eintracht Braunschweig. Heißt also: Der TSV tritt in der zweiten Runde beim amtierenden Niedersachsenpokalsieger an. Im Vorjahr verlor er dort mit 1:5. Aber gerade in der zweiten Hälfte habe seine damals ersatzgeschwächte Elf gezeigt, dass sie mehr als nur mithalten kann, erinnert sich Behrens. „Ich hoffe nur, dass diesmal alle Spielerinnen mit dabei sind.“

Das erste Ligaspiel bestreiten die Abbehauserinnen nun am 1. September in Buchholz. Dann gehe es laut Behrens darum, möglichst früh möglichst viele Punkte zu holen. Zu den Teams, die voraussichtlich gegen den Abstieg kämpfen werden, wollte er nichts sagen. „Ich hoffe nur, dass wir nicht dazugehören.“

Das Rennen um den Titel könnte sich zu einem Duell zwischen dem ungeschlagenen Vorjahresmeister BW Hollage und dem Osnabrücker SC entwickeln. Die Hollagerinnen hatten das Aufstiegsspiel zur Regionalliga gegen Hannover 96 mit 0:3 verloren. Weil sie einen kleinen Kader und großes Verletzungspech haben, backen sie zwar eher kleine Brötchen. Doch beim 3:2-Sieg gegen Heidekraut Andervenne im Niedersachsenpokal zeigten sie ihre Klasse, zumal auch Andervenne oben mitspielen dürfte.

Der Osnabrücker SC ist im vergangenen Jahr Dritter geworden und hat sich mit einigen hochtalentierten Spielerinnen aus der eigenen Jugend verstärkt. Deshalb machen die Osnabrückerinnen auch keinen Hehl daraus, dass sie ganz oben angreifen wollen. Behrens zollt dem OSC seinen Respekt. „Die machen in Osnabrück schon eine ganz gute Arbeit.“ Ähnliches lässt sich auch über den TSV sagen.

TSV: Nathalie Mertens - Katrin Grube (75. Alkje Detmers), Jule Hedemann (56. Pia Templin), Chiara Böschen, Ann Christin Luga, Merle Emmert, Kristin Schüler (81. Laura Beerhorst), Pia Ahlers, Geske Kaemena Leonie Schüler (62. Jana Oonk), Henrike Bultmann.

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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