Nordenham /Abbehausen Wenn diese Zeitung auf dem Frühstückstisch liegt, dann stehen Matthias Jantzen und Ursula Kruse (ehemals Willhaus) immer noch in der Backstube – und das noch für einige Stunden. Während viele Arbeitnehmer an Silvester frei haben, ist der 31. Dezember für die Bäcker einer der anstrengendsten Tage des Jahres. Allein 2000 Berliner bereitet Matthias Jantzen mit seinen beiden Gesellen und einem Lehrling in der Filiale in Abbehausen vor. Ihr Arbeitsbeginn: Mitternacht. Feierabend: Gegen 13 Uhr – wenn es gut läuft.

Gemeine Überraschung

Ähnlich stressig geht es in den Filialen von Ullas Backstube am Mittelweg und am Marktplatz in Nordenham zu. Inhaberin Ursula Kruse und ihr Team bereiten „ein paar tausend“ Berliner vor. Die 63-Jährige nimmt ebenfalls um 0 Uhr die Arbeit auf, elf Stunden später ist Schluss – dann folgt aber noch das Saubermachen.

Dabei geht es zwischen den Feiertagen gar nicht mal so turbulent zu. „Viele Leute haben frei, von daher fällt ein Großteil der Kunden weg, die sich sonst vor der Arbeit etwas holen“, sagt Matthias Jantzen. „Die Kunden kommen etwas später.“ An einem normalen Arbeitstag stehe er von 3 bis etwa 11 Uhr am Ofen.

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Außer der Arbeitszeit ändert sich auch die Nachfrage unmittelbar vor dem Jahreswechsel. Neben Berlinern und Apfeltaschen ist es vor allem Victoria- und so genanntes Partygebäck, das an diesem Mittwoch über die Ladentheke gehen wird. Matthias Jantzen und seine Helfer machen die Berliner selbst, für Sonderwünsche bleibe daher schlichtweg keine Zeit. Gefüllt sind sie mit Himbeer-Johannisbeer-Marmelade, oben drauf ist Zucker oder Zuckerguss.

Ursula Kruse erfüllt derweil die Sonderwünsche ihrer Kunden. „In den Überraschungsberlinern ist außer Senf und Eierlikör auch mal eine Chili-Füllung drin“, berichtet sie. Die Überraschung muss aber nicht unbedingt gemein ausfallen: „Wir sollten einen Berliner mit einem Herz obendrauf anfertigen. Das hatten wir in all den Jahren auch noch nicht“, sagt Ursula Kruse.

Guter Gast

Nach Feierabend will sie ausgiebig schlafen. Für das Feuerwerk um Mitternacht steht sie nicht extra auf. „Man ist nach so einem Tag total erledigt. Die Tage vor und nach Weihnachten stecken ja auch noch in den Knochen“, sagt sie. Wenn Matthias Jantzen nach seinem langen Arbeitstag Feierabend machen kann, werde er erst einmal schlafen. Abends wird bei Freunden gefeiert. Der Bäcker kommt als Gast natürlich nicht mit leeren Händen: Er bringt Berliner und Brot mit zur Feier.

Lars Herrmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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