NORDENHAM Wer Bücher liebt, könnte im Meer der Neuveröffentlichungen ertrinken. Wer aber in der uferlosen Flut der gedruckten Werke so etwas wie Überblick behalten will, braucht jemanden, der sich auskennt – einen literarischen Vorkoster. So einen wie Dieter Dollau.

Der Mitarbeiter der Stadtbücherei verschlingt locker 90 Bücher im Jahr, manchmal auch 150. Deshalb kann er eine Schneise schlagen durch den Dschungel der Neuveröffentlichungen – und das tut er wieder am Sonnabend, 5. November, wenn er ab 15 Uhr für den Verein LiteraturPlus Wesermarsch in der Stadtbücherei seinen Literatur-Cocktail mixt. Einlass ist ab 14.30 Uhr.

Rund anderthalb Stunden lang stellt Dieter Dollau Bücher vor – nicht 150 und nicht mal 90, dafür reicht die Zeit nicht. Aber 25 sollen es schon werden. Dollau spricht über Sprache und Stil, stellt den Autor vor und aus einigen Werken liest er sogar etwas.

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Dreimal hat der 57-Jährige das schon gemacht, und immer sind so um die 50 Zuhörer gekommen, die anschließend versuchten, ihre Lieblingsbücher auszuleihen, bevor es ein anderer tut.

Dieter Dollau liest Bücher von Autoren, die ihm gefallen haben, und informiert sich in Zeitungen, im Radio und im örtlichen Buchhandel über Neuerscheinungen. „Ich lese, seit ich das Alphabet beherrsche“, sagt der gebürtige Delmenhorster. Zu Anfang faszinierten ihn die russischen Klassiker – etwa Tolstoi und Dostojewski –, dann moderne amerikanische Autoren und jetzt deutsche Autoren, die die politischen und gesellschaftlichen Brüche rund um den Kollaps der DDR literarisch verarbeiten.

Deshalb steht auch Eugen Ruges „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ ganz oben auf seiner Leseliste. Gern hätte er auch Jan Brandts „Gegen die Welt“ vorgestellt, aber vor dem 1000-Seiten-Epos des Debütanten hat er dann doch kapituliert.

Stattdessen gibt es etwas anderes mit regionalem Bezug, nämlich den Abenteuer-Roman „Alles Land“ von Jo Lendle. Es schildert den Versuch des Polarforschers Alfred Wegener, im Jahr 1930 in Grönland zu überwintern. Dieser Versuch scheiterte, Wegener erfror.

Geschichten vom Scheitern enthält auch Kim Thúys stark autobiografisch gefärbter Roman „Der Klang der Fremde“. Es geht um Boat-People, Flüchtlinge aus dem kommunistischen Vietnam. Sie werden in Lagern gequält, sehen Leichenberge und erleben in ihrer neuen Heimat Kanada den bitteren Abstieg. In Südvietnam waren sie Führungskräfte, hier sind sie Reinigungskräfte.

Spezial: Weitere Berichte zur Literatur im Nordwesten Ein sehr deutsches Sachbuch ist „Patentöchter – Im Schatten der RAF – Ein Dialog“. Autorinnen sind Julia Albrecht, die Schwester der Terroristin Susanne Albrecht, die 1977 in den Mord an den Bankier Jürgen Ponto verwickelt war, und Corinna Ponto, die Tochter des Ermordeten.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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