Warfleth Wenn es ihm gelingen würde, Graham Johnson nach Warfleth zu holen, dann würde er diesem den roten Teppich ausrollen. Das hat Reinhard Rakow, Organisator der Konzertreihe  „Berne bringt...“, im NWZ -Interview im Dezember 2015 angekündigt – um damit zu unterstreichen, welche Bedeutung der Pianist aus London weltweit in Fachkreisen genießt. Nun, der Teppich ist gekauft, versicherte Rakow jetzt augenzwinkernd, denn natürlich wusste der Berner bereits im Dezember, dass Johnson am Sonntag, 31. Januar, gemeinsam mit dem Bariton Benjamin Appl an Franz Schuberts Geburtstag einen Liederabend in der Konzertkirche am Deich, Deichstraße 120, gestalten wird.

Johnson und Appl werden neben der bekannten „Winterreise“ weitere Lieder zu Gehör bringen, die Schubert in den Wintern über mehrere Jahre geschrieben hat. Graham Johnson hat diesen besonderen Liederabend, darauf ist Reinhard Rakow zu Recht stolz, extra für den Auftritt in Warfleth konzipiert.

700 Lieder eingespielt

Graham Johnson ist nach Angaben von Reinhard Rakow der weltweit erste und einzige Pianist, der alle über 700 Lieder Schuberts auf CD eingespielt hat. „Eingespielt nicht mit irgendwem, sondern ausschließlich mit Spitzenkönnern des Liedgesangs wie Janet Baker, Jessye Norman, Lucia Popp, Brigitte Faßbaender, Peter Schreier, Thomas Quasthoff, Christopher Prégardien, Matthias Görne, Thomas Hampson, Ian Bostridge und anderen“, so Rakow.

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Johnson wurde in Rhodesien geboren. Mit 17 verließ er seine Heimat, um in London Musik zu studieren. Als er fünf Jahre später die erste Meisterklasse des Sängers Peter Pears besuchen durfte und ihn zusammen mit dessen Lebensgefährten, dem Komponisten und Pianisten Benjamin Britten, bei einem Liederabend erlebte, beschloss er, sich fortan der Liedbegleitung zu widmen.

Johnson sei „beseelt von der Vision“ gewesen, dem in den Siebzigern wenig gefragten Liedgesang neues Leben einzuhauchen, berichtet Rakow. Deshalb habe Johnson den „Songmakers’ Almanac“ gegründet, der mehr als 250 unterschiedliche Liederabend-Programme hervorgebracht habe.

In den Achtzigern rief der Altmeister der Liedbegleitung eine Biennale für junge Liederkomponisten ins Leben. Neben seiner Karriere als Pianist, Dozent und Konzertorganisator verfasste Graham Johnson zahlreiche Bücher über das Kunstlied. Johnson ist mehrfach für sein musikalisches Wirken ausgezeichnet worden.

Ehemaliger Domspatz

Johnson habe zudem junge Liedinterpreten mit großen Gaben entdeckt und gefördert, berichtet Rakow. Mit Benjamin Appl, einem ehemaligen Regensburger Domspatzen und Stipendiaten des Richard Wagner Verbandes, arbeitet er seit 2012 zusammen. Gemeinsame Projekte waren u. a. Johnsons „Songmakers’ Almanac“, das Klavierfestival Ruhr und der gewonnene Wettbewerb um den Schubertpreis der Deutschen Schubert Gesellschaft. Inzwischen ist Appl laut Rakow „international zu einer festen Größe avanciert, zu Hause auf den großen Bühnen der Welt“.

Benjamin Appl, studierte zunächst in München Betriebswirtschaftslehre und Gesang. Im Anschluss studierte er bis 2013 an der Guildhall School of Music & Drama in London. „Das war ein Schritt, der seine internationale Karriere als Lied- und Opernsänger weiter befördern sollte“, weiß Reinhard Rakow.

Der noch junge Sänger wurde bereits mit zahlreichen Preisen und Stipendien geehrt. Im Herbst 2014 wählte ihn die BBC zum „New Generation Artist 2014 bis 2016“. Benjamin Appl war Privatschüler des legendären Dietrich Fischer-Dieskau. Dabei haben noch andere Größen des Liedgesangs den Werdegang Appls entscheidend mitgeprägt, etwa der amerikanische Bariton Thomas Hampson, der deutsche Christian Gerhaher oder der Kanadier Gerald Finley.

Karten noch erhältlich

Das Gastspiel des „Zwei-Meter-Schlaks“ Appl in Warfleth reiht sich ein zwischen Auftritten in der Philharmonie Paris, der Wigmore Hall London, der Laeiszhalle in Hamburg sowie in Quebec und Montreal.

Erst der zweite Teil des Warflether Konzerts ist der „Winterreise“ gewidmet, Schuberts bekanntestem Werk. Davor hat Graham Johnson Lieder von Schubert wie den „Musensohn“ auf ein Goethe-Gedicht ins Programm genommen sowie Lieder auf Texte unter anderem von Ernst Schulze. Schulze lebte in Celle – eine kleine Referenz Johnsons an den Aufführungsort Warfleth.

Karten für diesen besonderen Liederabend in der Konzertkirche am Deich in Warfleth gibt es noch; Interessierte sollten sich nun aber sputen, mehr als die Hälfte sind bereits verkauft. Die Karte kostet pro Person 30 Euro. Schüler, Studenten, Erwerbslose und Geburtstagskinder können das Konzert kostenfrei genießen.

Die Platzvergabe erfolgt, wie bei der Konzertreihe üblich, nach Eingang der Bestellung. Weitere Informationen und Karten bei Reinhard Rakow unter Telefon   04406/920046 (E-Mail: berne-bringt@t-online.de).


     www.reinhardrakow.de 
Torsten Wewer Kanalmanagement / Redakteur
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