Volkers „Mein Beruf war spannend und ausgefüllt. Daneben waren Malerei und Fotografie völlig zweckfrei“, sagt Ursula Peschke-Maßmann. „Heute widme ich mich hier in Volkers jedoch intensiver meiner Kunst – mit dem Ziel, auch auszustellen und zu verkaufen“, fügt die 68 Jahre alte Bayerin hinzu. Ihr gleichaltriger Mann Jürgen kommentiert: „Das ist für sie kein Hobby, sondern eine Leidenschaft.“

Alte Heimat Rosenheim

Vor zweieinhalb Jahren ist die Diplom-Heilpädagogin gemeinsam mit ihrem Mann aus dem oberbayerischen Rosenheim (mehr als 60 000 Einwohner) an den Nordseedeich im Nordenhamer Dorf Volkers (34 Einwohner) gezogen, um hier den beruflichen Ruhestand zu verbringen.

Den Umzug hat sie ebenso wie ihr Mann bisher überhaupt nicht bereut. „Ich mag die Menschen hier, ihre absolute Gradlinigkeit und Offenheit. Das ist wirklich ein Unterschied zu meiner oberbayerischen Heimat.“ Sie fügt erläuternd hinzu: „Die Menschen an der Nordseeküste sind eigentlich sehr direkt. Smalltalk zählt hier weniger.“

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Das Paar aus Bayern ist im Nordenhamer Stadtteil Volkers mit offenen Armen empfangen worden und hat hier ganz viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren. Ursula Peschke-Maßmann engagiert sich gerne in der aktiven Dorfgemeinschaft.

Sie hat in Rosenheim als selbstständige Kinder-Ergotherapeutin gemeinsam mit ihrem Mann eine Frühförderstelle für Kinder geleitet und dabei auch gestalterisch mit Kindern und bei Fortbildungsveranstaltungen mit Lehrern und Erziehern gearbeitet.

In ihrer Freizeit hat sie fotografiert und gemalt. Ihre Erfahrungen aus ihrer ersten Berufstätigkeit als ausgebildete Fotografin hat sie dabei eingebracht. Zur Malerei ist sie autodidaktisch gekommen. Einige Jahre hatte sie in Rosenheim ein „Werkraum“ genanntes offenes Atelier.

Im beruflichen Ruhestand in Volkers hat Ursula Peschke-Maßmann nicht nur mehr Zeit für Fotografie und Acrylmalerei, sondern auch mehr Möglichkeiten zum Experimentieren. Dabei schätzt sie die Weite und das besondere Licht an der Nordsee.

So arbeitet sie hier auch mit Mischungen aus Schlick, Zement und Farben auf Holz, um Strukturen und räumliche Tiefen zu gewinnen. Alle ihre Werke bleiben abstrakt. „Jeder Betrachter kann darin sehen, was er sehen möchte, ich lasse das ganz offen.“

In ihren Fotografien fängt Ursula Peschke-Maßmann sowohl ausdrucksstarke Landschaftsmotive als auch winzige Teilbereiche einer Pflanze oder einer Oberfläche (zum Beispiel auch fließendes Wasser) ein. Mit ihrer Makrofotografie versucht sie, aus einem unscheinbaren Detail eine faszinierende Form herauszuarbeiten.

Während ihrer Berufszeit hat sie künstlerisch auch die Themen „Bewegung“, „Behinderung“ und „Krankheit“ aufgegriffen. Dabei entstanden abstrakte Darstellungen nicht perfekt wirkender Körper und Bewegungsszenen, die auf ganz eigene Art beeindrucken.

Eigene Wahrnehmung

In all ihren Werken geht es der Künstlerin um Veränderung und Gestaltung. Ursula Peschke-Maßmann kommt es darauf an, „eine Form herauszuarbeiten, einen Effekt zu erzielen, Tiefen zu gestalten – und dabei etwas zu treffen, was andere Menschen sonst nicht wahrnehmen“.

Von September bis November wird sie einen Querschnitt ihrer Malerei in den Räumen des Kunstvereins Nordenham im Alten Rathaus zeigen. Die Ausstellung wird den Titel „Horizonte“ tragen und der Öffentlichkeit überwiegend in Volkers entstandene Werke präsentieren.

Für Ursula Peschke-Maßmann ist Malerei ein Lebensausdruck. „Ich habe schon den Drang, damit etwas auszudrücken, aber das bleibt immer im Abstrakten. Der Betrachter ist gefordert zu sehen, was er gerne sehen möchte.“ Sie nimmt für sich in Anspruch, was der französische Maler Édouard Manet einmal gesagt hat: „Ich male, was ich sehe, und nicht, was andere zu sehen belieben.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.