GROSSENSIEL Das Stück von Georg Schwarting war vor 50 Jahren erstmals aufgeführt worden. Lange Zeit galt es als verschollen.

Von Torsten Lange GROSSENSIEL - Bauer Kreienkamp feiert: Ein fettes Schwein ist geschlachtet worden, und Hofchefin Meta plant schon das Einmachen von Leberwurst und Sülze. Festtagsstimmung herrscht in der Küche. Die Kornbuddel geht eifrig im Kreis, zu dem auch die helfenden Nachbarn gehören. Doch die Freude währt nicht lange. Noch bevor die letzten Spuren der Schlachterei beseitigt sind, fehlt dem guten Schwein der schöne Steert.

Die Zuschauer der Komödie „De Swinsteert“ wissen um den Diebstahl. Die Nichte der Hausherrin Meta war mit dem Küchenmesser bewaffnet in den Stall geschlichen, um dem guten Tier das stolze Stück zu entnehmen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Zu sehen gab es das Lustspiel am Wochenende in Großensiel. Die Phiesewarder Theatergruppe führte das Stück anlässlich der Großensieler Hafentage im Festzelt auf. Bereits vor 50 Jahren war das plattdeutsche Werk in Großensiel uraufgeführt worden. Es stammt aus der Feder von Georg Schwarting, der in dem Schwank eine wahre Begebenheit in einem kleinen Butjadinger Dorf festhielt. Schwartings Tochter, Renate Ochmann, war am Freitagabend bei der Wiederaufführung in Großensiel zugegen. Mit ihr ließen sich rund 300 Gäste von den Späßen und der gelungenen Inszenierung begeistern. Die Phiesewarder Spielschar hatte das einst verschollen geglaubte und vom Ehrenvorsitzenden des Clubs Weserstrand, Heinrich Osterloh, wieder entdeckte Stück überarbeitet und als Zweiakter einstudiert.

Am Sonnabend fanden sich zur Kaffeetafel noch einmal über 150 Gäste ein, die sich ebenfalls von der Darbietung angetan zeigten. Für gute Laune hatte zuvor die Atenser Liedertafel gesorgt: Die Männer trugen Ausschnitte aus ihrem neuen Programm, das in Gänze am 28. August bei einem Sommerkonzertes zu hören sein wird.

In der Komödie sorgt der geklaute Schweineschwanz für Wirbel auf dem Hof. Während Bauer Kreienkamp (Georg Werner Biermann) und seine Nachbarn (Dierk Smit und Achim Ocken) hinter der ausgemachten Übeltäterin hereilen, vermutet Fleischbeschauer Dr. Hannemann (Thomas Simon) einen Gliederschwund am Schwein. Die Kinder vom Hof (Stefanie Wieting, Katja Miller und Jennifer Rickers feierten Bühnenpremiere) singen bereits „Kennt ji all dat nije Leid von Kreienkamp sien Swinsteert“.

Es muss erst Sonntag werden, bis Kreienkamp vom stolzen Swinesteert etwas wieder sieht – einen abgenagten Knochen, fein auf einem Silbertablett in Petersilie eingelegt. Die Nachbarn kommen zusammen, um den Steert auszulösen – mit Schnaps. Neben der Übeltäterin (Ute Bliefernich) und ihrem Mann (Hauke Schneider) sind dies auch die Nachbarn mit Gattinnen (Sabine Elszner-Smit und Regina Kowalczyk) sowie der Hauschlachter (Dietmar Fritz) und Dr. Hannemann (Thomas Simon). Die geizige Bauersfrau Meta (Thea Gerdau) muss zusehen, wie der teure Schnaps in die Kehlen der Nachbarn fließt.

Die Phiesewarder bekamen für ihren Auftritt viel Applaus. Hinter den Kulissen wirkten Ulla Schneider (Requisite) und Elfriede Horn (Topuusterin) mit. Der Club Weserstrand, der die Hafentage organisierte, dankte den Freunden aus dem Stadtnorden für ihre Bereitschaft, das Stück wieder zu beleben.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.