Wer ist der

chöne Pernhart?

nur ein mann im ensemble

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Sebastian Rademacher ist der einzige Mann, der bei „Das Leben des Brian“ mitspielt. Er gibt den tragikomischen Titelhelden Brian Kohn. Lilia Hermann spielt seine Angebetete Judith.

Daisy Hullmeine fasziniert als Mutter Kohn und als Schwanzus Longus. Auch alle anderen Darstellerinnen übernehmen – wie im Film – mehrere Rollen. Ragna Bergmann spielt den Freiheitskämpfer Francis und einen Ex-Leprakranken, Catrin Riegel Reg und den Steinigungsmeister, Sarah Bockmeyer Stan/Loretta und Simon, Wendy Hardt Matthias und das graue Männchen im Knast, Wiebke Albrecht den Zenturio und den dritten König, Christin Metko den Streithals und den Diener, Theresa Tesch Rübennase und Samariter, Laura Haars Rübennases Frau und einen „Mann“ bei der Steinigung, Julia Hakimova den feilschenden Händler und einen Wärter, Maren Baars die Flaschenanbeterin, Manuela Francksen den ersten König und den Säufer und Sabrina Pargmann den zweiten König und den Händler Burt. Insa Bergmann ist als Pontius Pilatus, Jesus und als Ansager zu sehen. Sie hat auch das Plakat gestaltet.

Hartmut Neumann, ein Lehrer, führt Regie.

Was ist weise daran, nachts in fremden Kuhställen herumzuschleichen? Diese und andere grundlegende Fragen wirft „Das Leben des Brian“ auf.

von henning bielefeld NORDENHAM - Also Leute, noch mal ganz langsam zum Mitschreiben: „Römer, geht nach Hause“ heißt in korrektem Latein „Romani ite domum“. Und nicht „Romanis eunt domus“. Oder irgendwie sowas. Alles klar? Dann 100-mal niederschreiben. Sofort!

Und überhaupt: Geschenkt ist geschenkt. Wiederholen ist gestohlen. In einer Welt, in der so eherne Gesetze gelten, lauert überall eine Einladung zur Subversion, ein Abgrund an Lächerlichkeit. Folgen wir der Einladung, genießen wir die Lächerlichkeit, freuen wir uns auf „Das Leben des Brian“.

Ende der Siebzigerjahre schuf die britische Komikertruppe Monty Python mit diesem Film einen Klassiker, der den Zeitgeist traf wie kein anderes Kinowerk. Eine Generation von Kinogängern hat diesen biblischen Schabernack so oft gesehen, dass sie fast jeden Satz auswendig mitsprechen kann. Der heutigen Jugend ist der Film nicht mehr so präsent, dennoch wagte es die Theater-AG des Gymnasiums, den Stoff für die Bühne der Aula umzusetzen. Auch vor – WM-bedingt? – nur halb gefüllten Zuschauerreihen war die Premiere am Mittwochabend ein großer Erfolg.

Dazu trug natürlich bei, dass im Grunde jeder die Geschichte kennt – aber eben nicht so. Im Mittelpunkt steht Brian (Sebastian Rademacher), der ja irgendwie auch der Brian in allen Jugendlichen ist – hin- und hergerissen zwischen einer entwürdigenden Existenz als Muttersöhnchen und der Hoffnung auf ein ganz besonderes Leben – hier als Freiheitskämpfer gegen die Römer. Natürlich ringt er mit einer Identitätskrise, denn der Vater des Juden war der römische Zenturio Nixus Minimax. Dafür kann Brian nichts, aber er leidet darunter. Zudem füllt ihn sein Job als Verkäufer von Otternasen und Buchfinkenhirnen im Colosseum von Jerusalem nicht aus.

Als er sich in die Freiheitskämpferin Judith (Lilia Hermann) verliebt, nimmt das Unglück seinen Lauf. Brian wandelt sich zum – einzig echten – Freiheitskämpfer, wird von den Römern gejagt, von gelangweilten jüdischen Hausfrauen fast ohne sein Zutun zum Messias erkoren, stiftet ganz gegen seinen Willen zwei Konfessionen – die eine folgt der Flasche, die andere der Sandale – und landet schließlich nicht als glücklicher Ehemann im Bett, sondern als unfreiwilliger Märtyrer am Kreuz.

Unterwegs begegnet er allerlei schrillen Gestalten: dem schwulen, von einem Sprachfehler geplagten Pontius Pilatus (Insa Bergmann), dessen Liebhaber Schwanzus Longus (Daisy Hullmeine), Rübennase (Theresa Tesch) und dessen Frau (Laura Haars) sowie dem Schwätzer Reg (Catrin Riegel), der die Volksfront von Judäa führt – und nicht etwa die Populäre Front von Judäa. Reg gibt dem Gekreuzigten noch einen rhetorischen Fußtritt mit: „Viel Glück, Brian, und: danke!“

Wie es sich für eine Religions-Groteske gehört, werden zwischendurch allerlei grundlegende Fragen aufgeworfen: Ist Myrrhe eine Krankheit? Was ist weise daran, nachts in fremden Kuhställen herumzuschleichen? Warum kann der Freiheitskämpfer Stan (Sarah Bockmeyer) keine Babys bekommen, wenn er es doch will? Und wer ist überhaupt der chöne Pernhart?

Egal: „Das Leben des Brian“ ist ein vielschichtiges, ja weises Stück, das mehr ist als eine Klamotte. 15 Darstellerinnen und ein Darsteller der Theater-AG setzen den Stoff, in dem überwiegend Männer vorkommen, höchst sehenswert in Szene. Besondere Akzente bietet Daisy Hullmeine als Brians Mutter. Diese Figur wird im Film von einem unrasierten Mann gespielt.

Also Leute, keine Müdigkeit vorschützen und heute Abend um 20 Uhr zur dritten und letzten Aufführung in die Aula des Gymnasiums gehen. Doch aufgepasst: Jeder bitte nur ein Kreuz.

Jeder kennt die

Geschichte – aber

eben nicht so

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