BRAKE Die gute alte Langspielplatte, die ihren 60. Geburtstag in Deutschland feiert: Für manch einen hat sie fast eine erotische Komponente. Thomas Schröder, Leiter der Musikschule Wesermarsch, sieht die Sache ein bisschen nüchterner. Für ihn ist die Musik wichtig, weniger der Tonträger.

Gleichwohl räumt auch Thomas Schröder ein, dass die analogen Vinylaufnahmen oft „wärmer, homogener und natürlicher“ klingen als digitale CD-Produktionen. Deshalb und weil er einfach seine alten Platten mal wieder hören möchte, hat sich der Musikschulleiter auch erst jüngt wieder einen Plattenspieler zugelegt.

„Ich mag die Dinger“

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Zu den rund 200 Schallplatten, die er zu Hause noch stehen hat, sagt der 47-Jährige: „Ich mag die Dinger. Es hängen viele schöne Erinnerungen dran.“ Mehr noch: Es waren Schallplatten, die seine Liebe zur Musik ausgelöst haben – und denen er letztlich auch seinen heutigen Job zu verdanken hat.

Thomas Schröders Musikgeschmack ist breit gefächert. Er liebt Beethoven, Bach und besonders Mahler. „Das ist die schönste Musik, die ich mir verstellen kann“, sagt er. Schröder ist aber auch Jazz-Fan. Besonders der Free-Jazz hat es ihm angetan. Und wenn Popmusik so richtig funky daherkommt – bei Michael Jackson oder Prince etwa – dann sagt er auch dazu nicht Nein.

Schröders allererste Platte indes war das 1977 erschienene Album „Off the Record“ von der Gruppe Sweet. Die besitzt er heute nicht mehr. Einige alte Schätze hütet er indes. Und an vier Platten hängt er ganz besonders. Eine stammt von den Beatles. Es handelt sich um Live-Aufnahmen, die 1962 im Star-Club in Hamburg entstanden und ebenfalls 1977 veröffentlicht wurden. „Der Klang ist grottenschlecht“, sagt Thomas Schröder, „aber auf der Platte sind einige Stücke, die bis dahin unveröffentlicht waren“.

„Großes Vorbild“

Schröder ist Posaunist. Da darf auf seiner Liste mit Lieblingsplatten auch ein Album von Albert Mangelsdorff nicht fehlen: „Tension!“ von 1963. „Mangelsdorff sollte ein großes Vorbild für jeden Posaunisten sein“, sagt Schröder über den 2005 verstorbenen Musiker, mit dem er selbst noch zusammengespielt hat.

Liebling Nummer 3: Beethovens 8. Symphonie in einer Aufnahme der Berliner Philharmoniker unter Herbert von Karajan. „Das ist eine sehr lustige und fröhliche Symphonie.“ Die Platte stammt noch von seinem Vater. Schröder hat sie schon als kleiner Pöks gehört. „Diese Platte hat mich zur Musik gebracht“, sagt er.

Der absolut Favorit Schröders ist jedoch ein „regionales Produkt“, wie er sagt. „Choral for Nelson Mandela“ heißt die Jazz-Platte und stammt von Quartett & Brass. Dabei handelt es sich um Musiker unter anderem aus Oldenburg und Bremen. Posaunist Hans Kämper aus Hude war Schröders Lehrer und ist noch heute sein Freund. Ob es das Album auf CD gibt? Die Frage kann Schröder nicht beantworten. Aber zum Glück besitzt er ja die Vinylplatte von 1987 – und neuerdings auch wieder einen Plattenspieler.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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