Elsfleth Eine Teekanne, die zur Königin wird, und vor dem Spiegel richtig „ausrastet“ – in der Theatervorstellung von Reiner Anding wurde den Fünft- und Sechstklässlern der Elsflether Oberschule einiges geboten. Dabei war auch ihre eigene Vorstellungskraft gefragt, denn in seinem Stück „Snow White“ (Schneewittchen) stellte Anding beispielsweise die sieben Zwerge mit sieben bunten Kegeln dar.

Vor allem aber ihre Sprachkenntnisse mussten die Kinder an diesem Vormittag einsetzen, denn Anding präsentierte sein Theaterstück komplett in englischer Sprache.

„Es war schon schwierig“, befand der zehnjährige Filip nach der Vorstellung. Am besten gefallen hat ihm die Stelle, an der die Zwerge gesungen haben. „Das war einfach witzig“, sagte er. Die „ausrastende“ Teekannen-Königin gefiel dagegen Alexa und Melike am besten. „Das sah cool aus“, meinte Melike und fing bei dem Gedanken gleich wieder an zu schmunzeln. „Ich habe nicht alles verstanden, aber ich kannte die Geschichte“, sagte die zehnjährige Gökcen.

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Zum Lernen motivieren

„Beim Sprachenlernen ist die Motivation wichtig. Wir versuchen immer wieder, uns etwas Neues einfallen zulassen“, sagt Englischlehrerin Anke Kreienbrock. „Mit meinen Stücken möchte ich den Kindern helfen, einen Zugang zur Sprache zu finden“, erzählte Anding. Es komme häufig vor, dass die Kinder noch nie zuvor im Theater waren. Für die Schulen sei es schwer, da oft keine Gelder für solche Aktionen zur Verfügung stehen, kritisierte der 64-Jährige.

Gute Vorbereitung nötig

„Theater berührt etwas, was das Kino nicht kann. Es ist der direkte Weg in die Fantasie“, sagte Anding. Die Figuren, die er in seinen Stücken nutzt, hat er selbst gemacht. Die reduzierte Form, zum Beispiel der sieben Zwerge, lasse viel Raum für Fantasie, erklärte er das sogenannte Material- oder Objekttheater. Dennoch sei er auf eine gute Vorbereitung durch die Lehrer angewiesen. Bevor er an die Schule kommt, schickt er Vorbereitungsmaterial, in dem wichtige Vokabeln enthalten sind. Die Vorbereitung sei nötig, weil die Kinder sonst schnell frustriert sind, sagte er.

Mit seinem Elsflether Publikum war Anding zufrieden. „Sie waren sehr bei der Sache. Ich denke, für sie habe ich eine Tür aufgemacht“, freute sich der Künstler. Nach der Vorstellung durften die Kinder Fragen stellen. Einige machten das sogar auf Englisch. So erfuhren sie, dass Anding 64 Jahre alt ist und dass er zwei Katzen hat. Er steht schon seit fast 40 Jahren auf der Bühne. Studiert hat er sein Handwerk an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.

Außerdem wollten die Kinder wissen, woher der Schleifton, den der Spiegel im Stück macht, stammte. Dafür habe er selbst ein Musikinstrument aus einem Klangkörper und einer Gitarrensaite hergestellt, das er mit dem Knie bedienen kann, verriet der Künstler, der zumeist allein auf der Bühne steht und somit im wahrsten Sinne des Wortes mit den verschiedenen Figuren alle Hände voll zu tun hat.

Es gehöre jedenfalls viel Übung dazu und viele Dinge müsse man einfach ausprobieren, sagte Anding. Das gilt wohl auch fürs Englischlernen.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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