NORDENHAM Die Stadt und der Theaterverein sind sich weitgehend einig. Zum 1. Januar 2006 könnte der Vertrag in Kraft treten.

von norbert hartfil NORDENHAM - Nach langer Zitterpartie ist das große Ziel zum Greifen nah: Das Theater Fatale hat gute Chancen, zu Beginn des nächsten Jahres den Traum von einem eigenen Zuhause erfüllt zu bekommen. Nach außen war es zwar über Monate verdächtig ruhig um den Güterschuppen gewesen. Aber hinter den Kulissen wurde eifrig geplant und verhandelt. Mit dem Ergebnis, dass sich die Stadt und der Theaterverein über die Nutzung des leer stehenden Klinkerbaus an der Müllerstraße jetzt weitgehend einig sind. Es liegt ein gemeinsam erarbeiteter Vertragsentwurf vor, nach dem die Fatalisten den Güterschuppen als Mieter übernehmen und in Eigenleistung zu einem Theaterhaus herrichten.

Aus Sicht des Vereinsvorstandes steht der Unterschrift nichts mehr im Wege. Aber wie es sich für einen guten Verein gehört, haben die Mitglieder die Entscheidung zu treffen. Für Donnerstag, 10. November, ist eine Versammlung angesetzt, bei der per Abstimmung über das Güterschuppen-Konzept befunden werden soll.

Der 2. Vorsitzende Wolfgang Heeren erwartet von den Mitgliedern einen Grundsatzbesschluss, um im nächsten Schritt die letzten Details mit der Stadt klären zu können. Wenn alles glatt läuft, tritt der Mietvertrag für schon zum 1. Januar 2006 in Kraft. Dafür ist allerdings auch noch das grüne Licht des Stadtrates erforderlich.

Mit Einzelheiten zu der geplanten Vereinbarung hält sich Heeren vorerst zurück, weil sich der Vertrag noch „im Rohbau“ befindet. Aber ein wichtiger Grundpfeiler des Konzepts ist ein Finanzierungsmodell, das keine zusätzlichen Kosten für die klamme Stadt vorsieht.

Das Theater Fatale würde nicht nur Miete zahlen, sondern das Gebäude in dem jetzigen Zustand übernehmen und selbst auf Vordermann bringen. Das wiederum erfordert von den Mitgliedern des Theatervereins einen großen Einsatzwillen. Denn ohne ein Höchstmaß an Eigenarbeit, betont Heeren, lässt sich das ehrgeizige Vorhaben nicht verwirklichen. Der Lohn der Mühen soll ein Ende des bisherigen Nomaden-Daseins sein, das zunehmend das Gemeinschaftsgefühl belastet hat.

Seit den Anfängen im Abbehauser „Dorfkrug“ befindet sich der 2000 gegründete, jetzt 170 Mitglieder zählende Verein auf Wanderschaft. Die Aufführungen finden in der für diesen Zweck zu großen „Friedeburg“ statt, die jeweils mit einem enormen Aufwand hergerichtet werden muss. Und für die Probenarbeit ist die Amateurbühne nach einem Zwischenspiel in einer ehemaligen Moeller-Industriehalle jetzt vorübergehend in einem Gebäude der Spedition Albers unterbracht. Auf Dauer, da sind sich alle Fatalisten einig, kann das so nicht weitergehen.

Die Kosten- und Arbeitsbelastungen bei einer Anmietung des Güterschuppens hält Heeren für tragbar. Dabei strebt er neben viel Eigenleistung der Mitglieder auch eine finanzielle Untersützung durch Sponsoring an.

Reizvoll ist der Güterschuppen für die Fatalisten vor allem aufrund der zentralen Lage in der Innenstadt und der gleichzeitigen Nähe zum Strand mit dem Veranstaltungsgelände am Union-Pier. In dem Hauptraum will der Verein einen Theatersaal mit 100 bis 120 Sitzplätzen einrichten. „Ein gemütliches Ambiente“ ist laut Heeren das Ziel. Die Räumlichkeiten sollen auch andere Vereine und Kulturträger nutzen können.

• Die Mitgliederversammlung am 10. November beginnt um 19.30 Uhr mit einem Ortstermin im Güterschuppen. Anschließend berät der Verein im „Hotel am Markt“ über das weitere Vorgehen. Anmeldungen nehmen Nicole Funk ( 4221) und Wolfgang Heeren ( 89473) bis zum 8. November entgegen.

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