TOSSENS Liebe, Intrigen, Standesdünkel, politische Missstände und Freitod – mit diesen Elementen schrieb Friedrich Schiller 1784 einen der großen Klassiker der Literaturgeschichte: „Kabale und Liebe“. Schüler der 12. Klasse des Gymnasialzweiges der Zinzendorfschule in Tossens brachten das bürgerliche Trauerspiel jetzt auf die Bühne.

Gemeinsam hatten die Schüler in einer Arbeitsgemeinschaft seit September geprobt und auch die Ferien für die Aufführung geopfert. Geleitet wurden die Proben von der Lehrerin und Theaterpädagogin Conny Howell, die das Stück auch umgeschrieben hatte.

Und was dabei rausgekommen ist, war absolut sehenswert. Nicht nur die Leistung der einzelnen Darsteller war hervorragend. Auch die sprachliche Auseinandersetzung mit Schillers Werk rang dem Publikum einige Lacher ab. Denn: Howell hatte nicht nur aus den originalen fünf Akten zwei Teile gemacht. Sie hatte auch drei Erzählerinnen in das Stück eingeführt, die als Geister an die unterschiedlichen Orte der Handlung führten und das Geschehene in der heutigen Sprache zusammenfassten. So wurde schon einmal aus einer Kurtisane eine heute umgangssprachliche „Edel-Nutte“.

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Nach einer Szene „froren“ die Schauspieler ein und die Geister spekulierten, ordneten Hintergründe und Dialoge ein und „schoben“ die Schauspieler dann von der Bühne, um so Platz für die nächste Szene zu machen. Bemerkenswert war auch das Bühnenbild, das dank der Geister mit nur einem Kanapee auskam. So wurden die Räume der Familie Miller, der Saal des Präsidenten und der Raum der Lady Milford einfach dargestellt.

Entstanden ist so eine schnelle und moderne Interpretation von Schillers bürgerlichem Trauerspiel aus der Epoche des Sturm und Drang. Vor allem durch die Zusammenfassungen und die sprachliche Modernisierung durch die Geister erschloss sich die Handlung manchem Zuschauer einfacher als Schillers originale Fassung.

Engagiert, textsicher und unheimlich stark in Mimik und Gestik agierten die Darsteller von „Kabale und Liebe“ in der Zinzendorf-Fassung. Ferdinand von Walter wurde von Finn Howell, und dessen Geliebte Luise von Johanna Bremermann gespielt. In einer Doppelrolle als Luises Vater und als Hofmarschall von Kalb war Steven Sander zu sehen. Als Ferdinands Vater Präsident von Walter betrat Felix Janßen die Bühne und dessen Sekretär Wurm wurde von Roman Seebeck gespielt. Als Lady Milford buhlte Marie Schlesies-Janssen um Ferdinands Liebe. Lady Milfords Kammerjungfer Sophie wurde von Nele Broer dargestellt. Als die drei Geister traten Amelie Jansen, Lilly Extra und Lisa Schlesies-Janssen auf.

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