Butjadingen Manches in Folge jugendlichen Leichtsinns getätigte Tauschgeschäft erweist sich im Nachhinein als ein Fehler. Und mitunter machen Mütter alles richtig, obwohl sie eigentlich alles falsch gemacht haben. Das sind die Erfahrungen, die Bernd Bultmann, Jahrgang 1955, mit seiner allerersten eigenen Schallplatte gemacht hat.

Man schrieb das Jahr 1967. Der heutige Lehrer an der Tossenser Zinzendorfschule, der in Butjadingen bestens unter seinem Spitznamen Bulti bekannt ist, hatte sich zu seinem 12. Geburtstag die Single „San Francisco“ von Scott McKenzie gewünscht. Seine Mutter griff knapp daneben, erwischte „San Franciscan Nights“ von Eric Burdon & the Ani-mals. „Fand ich damals doof. Heute weiß ich’s besser“, sagt Bulti 48 Jahre später.

Weil er es aber eben damals noch nicht besser wusste und sich die Vorliebe Bernd Bultmanns für Sänger mit rauen Stimmen erst noch entwickeln sollte, tauschte er die „San Franciscan Nights“ mit einem Freund. Und so kam sie dem jungen Bulti abhanden, die allererste Single, die er besaß.

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„Eher peinlich“

Die erste Langspielplatte folgte 1968: „Rare Precious & Beautiful“ von den Bee Gees. Den darauf enthaltene Titel „Spicks and Specks“ fand er damals toll. Heute ist Bernd Bultmann das „eher peinlich“. Aber sein Musik-Geschmack sollte sich ohnehin schon sehr bald ändern.

„In meinem Freundeskreis gab es Ende der 60er Jahre nur zwei Sorten von Musikliebhabern – solche, die die Beatles mochten, und solche, die für die Rolling Stones schwärmten“, erinnert sich Bernd Bultmann. Der damals 14-jährige Bulti gehörte eindeutig der Beatles-Fraktion an. Und neben einigen Titeln von Reinhard Mey und Wolf Biermann waren es dann auch vor allem die gängigen Beatles-Songs, die Bernd Bultmann nachspielte, nachdem er sich vom Konfirmationsgeld seine erste Gitarre gekauft hatte.

Vor allem dem Beat-Club war es zu verdanken, dass der heutige Lehrer in den 70er Jahren mehr und mehr eine Neigung zur Rockmusik der härteren Gangart entwickelte. Seit er 1977 die Fernsehübertragung des legendären Konzerts von Rory Gallagher im „Rockpalast“ sah, ist Bernd Bultmann ein Fan des 1995 verstorbenen irischen Gitarristen und Sängers.

Ebenfalls 1977 besuchte der Tossenser, der in dem Örtchen Dickel bei Diepholz aufwuchs, sein erstes Open-Air-Festival – es war zugleich auch sein letztes. Beim First Rider Open Air am 3. und 4. September 1977 in Scheeßel, dem Vorläufer des heutigen Hurricane-Festivals, ging alles schief, was schief gehen konnte. Als Höhepunkt brannte die Bühne ab, auf der kurz zuvor noch unter anderem Golden Earing und Van der Graaf Generator gestanden hatten.

Launiger Moderator

Danach hatte Bulti die Nase voll von großen Open-Air-Festivals. Ein allzu eifriger Konzertgänger ist er ohnehin nicht. Da steht er lieber selber auf der Bühne. 1990 kam Bernd Bultmann nach Butjadinger, um seine Stelle als Lehrer an der Zinzendorfschule anzutreten. Bald darauf schloss er sich der Gruppe Butjenter Speelwark an, aus der 1993 eine der beliebteste Folk-Formationen der Region hervorging: die Ruhwarder Saitenhiebe. Bernd Bultmann ist in dem Quintett als Gitarrist, Bouzouki-Spieler und Sänger dabei und überzeugt zudem mit seinen launigen Moderationen.

Das heißt aber nicht, dass sich Bulti inzwischen komplett dem Folk verschrieben hätte. Zu seinen großen Favoriten zählt seit vielen Jahren die Progressive-Metal-Band Dream Theater. Deren Saitenhexer John Petrucci sei „einfach ein genialer Gitarrist“.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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