Lemwerder Nun wurde auch ein Knochenmarkspender für den kleinen Emil gefunden, das bestätigte Emils Mutter am Donnerstag auf Nachfrage der NWZ. Erst in der vergangenen Woche hatten Hannelore Ebeling und Uschi Beckmann 465,70 Euro an Spenden erwirtschaftet, die Lemwerderaner Kinderkrebshilfe stockte die Summe auf 1000 Euro auf. Mutter Jessica Anton nahm die Spende in Lemwerder persönlich entgegen, um noch einmal ihren herzlichen Dank für die willkommene Unterstützung aussprechen zu können.

„Wir können die Freude über die große Hilfe, die es von Menschen gibt, die wir nicht kennen, gar nicht in Worte fassen“, versuchte Jessica Anton ihre Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen.

Von dem passenden Spender hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst, dennoch blickte sie positiv in die Zukunft. Jessica Anton wohnt zurzeit bei Emil in einem der Elternzimmer der Professor-Hess-Kinderklinik.

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Emil sei bereits die dritte Woche ohne Chemotherapie und seine HB-Werte seien momentan stabil. Auf Antibiotika und Kortison könne aber auch jetzt nicht verzichtet werden. Nur mit einer Knochenmarkspende kann dem Baby, das unter Hämophagozytischer Lymphohistiozytose, einer lebensbedrohlichen Erkrankung des Immunsystems leidet, geholfen werden und diese ist nun in greifbare Nähe gerückt.

Jeder Mensch leide unter rund 15 Gendefekten. Die Chance, dass so, wie bei Emils Eltern zufällig die gleichen aufeinandertreffen, sei sehr gering, hieß es. Auf keinem Blutbild sei so etwas im Vorfeld zu erkennen. Bei diesem Gendefekt fressen sich die Zellen gegenseitig auf. Nur 15 der jährlich 700 000 in Deutschland geborenen Babys sind davon betroffen.

Glück war es, dass bei Emil so schnell die Ursache für seine Infekte gefunden wurde, erklärte Jessica Anton. Dass die Zahlungen der Krankenkassen nur in einem begrenzten Maß fließen, musste das Lunestedter Elternpaar inzwischen feststellen. Die Fahrt zu dem für den vergangenen Mittwoch geplanten, für Emil lebenswichtigen Vorstellungstermin in der Hamburger Transplantationsklink musste in Eigenregie organisiert werden.

„Öffentliche Verkehrsmittel kommen wegen der Infektionsgefahr dafür nicht infrage. Weder für einen Krankentransport noch für ein Taxi wollte die Kasse die Kosten übernehmen“, schilderte Jessica Anton, die sich nur ungern alleine mit dem eigenen PKW und dem kranken Baby auf den langen Weg machen wollte.

Die Aussicht, dass der am 6. Januar geborene Emil danach irgendwann mal ein ganz normales Leben führen kann, steht bei 95 Prozent. Doch erst einmal heißt es: Zähne zusammenbeißen! Denn ein Familienleben, wie es sich Jessica Anton und ihr Mann mit der Geburt ihres ersten Kindes vorgestellt hatten, hat es bisher noch nicht gegeben.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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