Elsfleth Wenn bei der Trauerfeier eines, im schnieken Porsche tödlich verunfallten Mannsbildes 50 Blondinen mit Rosen in der Hand am Grab stehen, sollte sich seine Lebensgefährtin schon ein paar Gedanken machen. Und wenn unter den Mädels eine einen Kaktus in der Hand hält, ist das ein Zeichen.

Am Sonnabend versammelt sich in der Agora der Oberschule an der Wurpstraße ein gespanntes Publikum und stellte sich auf zwei „geistreiche“ Premierenstunden ein. Viele Wochen hat die Speelschar des Bürgervereins Hammelwarden-Lienen unter der Regie von Holger Dwehus geprobt und Texte gepaukt. Das Publikum spürt schon in den ersten Bühnenminuten: Diese Truppe hat mit der Auswahl der plattdeutschen Komödie „Wer glövt schon an Geister“ ein kluges Händchen bewiesen.

In tiefes Schwarz gehüllt kommt Eva Hartling (Ramona Schau) mit ihrer Huushöllersch Tessa (Sylke Janssen) von der Trauerfeier und muss das erfahren, was alle außer ihr schon wussten. Ihr verstorbener Liebster, Geschäftsmann Thomas Hartog (Dennis Rüthemann), war zwar reich, aber auch ein Bettkasten-Casanova erster Güte. Kein Wunder, dass Tessa für eine künftige Grabsteininschrift die besten Ideen hat: „Erst war er ein Ferkel, dann ein Schwein – was mag er wohl im Himmel sein?“

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Den Aasgeiern und Erbschleichern ist das wurscht. Thomas’ Onkel Willi (Harald Groenenboom) und seine mit ihm immer im Clinch liegende Angetraute Hilde (Sabine Dierks) sind scharf auf silberne Leuchter, Kristall und den „echten“ Picasso.

Nur das verflixte Testament, auf das auch Eva hofft, ist nicht zu finden. Gefunden werden allerdings Dutzende von winzigen, spitzenbesetzten Tangas, von Thomas fein sortiert und mit Zetteln versehen: „Rosi 4.5.2008 Stadthalle, Vorliebe Lack und Leder!“

Als auch noch Polizeihauptkommissar Harry Klein (Werner Ahlers) seinen Wagen vorfährt und Eva über gekappte Bremsleitungen am Porsche informiert, gerät die junge Frau selber in Verdacht, den stadtbekannten „Deckhengst“ ins Jenseits befördert zu haben. Das „Jenseits“ ist fortan das Motto der Stunde. Die Spökenkiekersch, Madame Birthé Schulzé (Britta Wiards), Fachfrau für Schwingungen des elementaren Unterbewusstseins, empfiehlt eine Séance mit Kerzen und Federpuschel, um Thomas’ Geist zu beschwören und damit die Geheimnisse um den Tod im Porsche aufzuspüren. In den spirituellen Hokus-Pokus klinkt sich auch Prokurist Wolfi Biedermann (Martin Hohn) ein.

Dann erscheint tatsächlich ein blasses Mannsbild im schneeweißen Totenhemd – und wer denkt, jetzt lösen sich alle Rätsel auf, der irrt. Als Geist sorgt der teure Verblichene (Dennis Rüthemann) für noch mehr Kuddelmuddel. Irgendwann wird allen klar, was eine berüchtigte „Schwatte Witwe“ mit der Kaktusfrau am Grab verbindet und warum sich ganz zum Schluss ein wunderschöner Engel (Kerstin Groenenboom) allem Irdischen zuwendet.

Ganz langer und donnernder Applaus für diese köstlich aufgelegte Gute-Laune-Truppe und ein Stück, das Beifall und Lachtränen förmlich erzwingt.

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