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NORDENHAM Gerold Jürgens erfuhr es aus dem Radio: Heidi Kabel ist gestorben. „Ich war betroffen“, sagt der langjährige Saalmeister der Stadthalle Friedeburg, der seit knapp einem Jahr im Ruhestand ist. Mit vielen Stars war er auf Du und Du, aber die Volksschauspielerin vom Hamburger Ohnsorg-Theater ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: „Sie nannte mich immer ,mien Jung‘“.

Dafür durfte er sie Heidi nennen. Wie oft Heidi Kabel in Nordenham aufgetreten ist, kann auch der 65-Jährige nicht sagen. Es muss öfter als ein halbes Dutzend Mal gewesen sein. In seiner Zeit als Saalmeister von 1987 bis 2009 ist sie vier Mal aufgetreten.

Zum ersten Mal sah Gerold Jürgens sie am 10. Januar 1991, als sie mit dem Stück „Oh, diese Eltern“ von Alfonso Pato gastierte. 1993 war sie damit ein zweites Mal in der Friedeburg zu erleben. Es lief immer nach dem gleichen Schema ab, erzählt Gerold Jürgens: Der große Tross mit den Schauspielern, den Bühnenbauern und den immer opulenten Kulissen kam morgens an, während sich die Hauptdarstellerin Zeit ließ. Heidi Kabel reiste nachmittags gegen 16 Uhr im eigenen Wagen mit Chauffeur an, meistens war auch ihre Tochter Heidi Mahler mit dabei.

Dann zog sich Heidi Kabel ins damalige Hotel Friedeburg zurück und begab sich zur Ruhe. Nachdem sie aufgestanden war, rief sie Gerold Jürgens an: „Ich bin jetzt fertig, mien Jung.“ Dann ging der Saalmeister zum Zimmer der Schauspielerin, sie hakte sich bei ihm ein und gemeinsam gingen sie in die Stadthalle.

Gerold Jürgens konnte nicht genug darüber staunen, wie zierlich die auf der Bühne so stark wirkende Frau war. Bei ihren letzten Auftritten war sie zunehmend gebrechlich und brauchte beim Treppensteigen Jürgens‘ Hilfe.

In der Stadthalle zog sie sich in ihre Garderobe zurück, wurde für den Auftritt vorbereitet und konzentrierte sich noch einmal auf ihre Rolle. „Sie brauchte diese Auszeit.“

Dann kam sie auf die Bühne und blühte vor ihrem Publikum noch einmal auf: Sie war groß, resolut und willensstark, manchmal auch verschlagen.

„Sie war eine wunderbare Frau“, fasst Gerold Jürgens zusammen. Ihm ist vor allem ihre fürsorgliche und mütterliche Art gegenüber ihren Theater-Kollegen in Erinnerung geblieben.

Mitte der 90er Jahre gastierte Heidi Kabel mit dem Dreiakter „Ein Mann mit Charakter“ von Wilfried Wroost in der Friedeburg, am 5. Mai 1998 gab sie mit „Mein ehrlicher Tag“ ihre Abschiedsvorstellung.

Sie zog sich nach mehr als 65 Jahren von der Bühne zurück, verbrachte noch zwölf Jahre in einem Hamburger Altenheim, ehe sie mit 95 Jahren starb. Lebendig geblieben ist in Gerold Jürgens‘ Erinnerung und in seinem roten Gästebuch, in dem sie zwischen Klaus Lage und Johnny Guitar Watson, Saga dem Chor der Roten Armee mehrere Ehrenplätze hat.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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