Seeverns In Sachen Schauspiel war sie, die an der renommierten Max-Reinhardt-Schule in Berlin ihre Kunst erlernte, die erste Instanz in der Region. Im Jahr 2012 bekam sie für ihr Schaffen den Kunst- und Kulturpreis der Gemeinde Butjadingen, die „Goldene Krabbe“, verliehen. Sie hat mehr als 20 Jahre im „Gezeiten“-Arbeitskreis mitgewirkt und stets auch einen besonderen Programmpunkt zu den Butjadinger Kunst- und Kulturwochen beigesteuert. Und wenn sie vor ein Publikum trat, dann schenkte sie den Menschen kulturelle Erlebnisse. Nun muss Butjadingen Abschied nehmen. Abschied von Sylva Springer. Sie ist im Alter von 77 Jahren verstorben.

Sylva Springer entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für die Schauspielerei. „Als Mädchen war ich blond, in der Grundschule habe ich immer die Weihnachtsengel gespielt“, erzählte sie einmal in einem NWZ-Interview. Auf dem Gymnasium in Nordenham wurde Sylva Springers Talent gefördert. Zwar war der Vater strikt dagegen, dass sie Schauspielerin wird. Doch die junge Frau setzte sich durch und zog nach dem Abitur im Jahr 1961 nach Berlin, um an der Max-Reinhardt-Schule ihre Ausbildung zur Schauspielerin zu absolvieren und gleichzeitig das Singen, Tanzen und Fechten zu lernen. Sie schloss mit Auszeichnung ab.

Sylva Springer hatte Engagements bei den Westfälischen Kammerspielen in Paderborn, sie spielte am Stadttheater Gießen, an den Städtischen Bühnen Dortmund. In Köln absolvierte sie zusätzlich eine Pantomime-Ausbildung. Und ein Pantomime-Ensemble war es auch, mit dem sie die Welt kennenlernen sollte. An der Seite des international renommierten Pantomimen, Regisseurs und Autors Milan Sládek unternahm sie Tourneen durch Europa sowie durch Afrika und Asien. „Es war eine schöne, aufregende Zeit“, blickte Sylva Springer einmal auf diese Phase ihres Lebens zurück.

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Nach weiteren Stationen unter anderem als Rundfunksprecherin beim WDR in Köln wurde 1991 Butjadingen Sylva Springers fester Wohnsitz. Hier fand sie viele Möglichkeiten, eigene Projekte zu konzipieren und mit den Mitteln der Sprache, des Tanzes und der Pantomime ihr Publikum zu faszinieren.

Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte Sylva Springer im September 2018. Sie las Gedichte bei einem Gedenkkonzert für Hergen Auffarth, der einer der Väter der „Gezeiten“ war. Vor Kurzem rief Sylva Springer bei Renate Knauel, der Vorsitzenden des „Gezeiten“-Arbeitskreises, die zudem ihre Freundin war, an und sagte, sie könne keine Lesungen mehr anbieten. Ihre Absage bedauerte sie mit den Worten „alles hat seine Zeit.“


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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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