Seefeld Plattdeutsch und Französisch haben viel gemeinsam. Doch das merken selbst Menschen, die genau hinhören, nicht ohne Nachhilfe. Diese Nachhilfe bekommen sie am Sonnabend, 23. März, ab 10 Uhr in

der Seefelder Mühle – und sie schmeckt auch noch.

Denn sie wird en passant beim Frühstück vermittelt – beim plattdeutsch-französischen Frühstück. Da erfahren die Frühstücksgäste, was sprachlich so alles aus der Zeit der französischen Besetzung von 1810 bis 1813 übrig geblieben ist. Nicht nur das Malöör, der Schandarm und die Bredullje. Sondern auch Tant Meier und die Fisimatenten.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Newsletter "Wesermarsch kompakt" der Nordwest Mediengruppe erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Mit Fisimatenten

Tant Meier – umgangssprachlich für Toilette – ist nämlich eine Verballhornung des Ausdrucks Tente majeure, womit das Hauptzelt im französischen Militärlager gemeint war. Und dieses Hauptzelt beherbergte die Latrinen. Überhaupt scheinen die Zelte bei den Franzosen eine große Rolle gespielt zu haben. Wollte ein Besatzungssoldat mit einem einheimischen Mädchen anbandeln, so lud er es in sein Zelt ein – auf Französisch, versteht sich: „Visitez ma tente!“ Daraus wurden dann die Fisimanten, die die besorgte Mutter ihrer jungen Tochter im Umgang mit den charmanten Besatzern verbot.

Dieses und vieles andere werden die Gäste des ungewöhnliches Frühstücks erfahren, das Teil des Platt-Art-Festivals ist, das die Oldenburgische Landschaft in diesem Jahr erneut veranstaltet. Ganz vorn dabei: Stadland, vor allem die Seefelder Mühle. Das ist kein Zufall, denn Gesche Gloystein, Geschäftsführerin der Mühle und bekennende Plattdeutsch-Freundin, ist Dramaturgin des Festivals.

Und deshalb finden 3 der 36 Veranstaltungen in der Mühle statt. Die zweite ist am Montag, 25. März, ab 20 Uhr zu erleben: „De letzte Smökerin“. Petra Bohlen brilliert in dem Ein-Personen-Stück der Oldenburger August-Hinrichs-Bühne. Bei einer Party geht sie kurz auf den Balkon, um zu rauchen – und bemerkt nicht, dass hinter ihr die Tür abgeschlossen wird, weil die übrigen Gäste zu einer Kneipentour aufbrechen wollen. Ausgesperrt auf dem Balkon mit einer Kiste Bier und 28 Kippen, hat sie jetzt genug Zeit, über ihr Leben mit dem blauen Dunst zu reden.

Bei Sherlock Holmes

Reden wollen auch die sechs Nerds, die am Donnerstag, 28. März, ab 20 Uhr in der Veranstaltungsreihe Noord Nöörds ihre Spleens vorstellen. So erzählt Jutta Engbers von ihrer Mitgliedschaft in der britischen Sherlock-Holmes-Society und Gerd Rosenbohm berichtet, wie Seeleute früher aus Walzähnen wunderschöne Schnitzereien fertigten.

Wer an Stadland und an Plattdeutsch denkt, dem fallen De Winnewupps ein, die plattdeutsche Rock- und Metalband mit Sitz in Rodenkirchen. De Winnewupps treten gemeinsam mit der ostfriesischen Plattpunkrock-Band De Schkandolmokers auf – aber nicht in der Seefelder Mühle, sondern beim Lohnunternehmen Harries in Edewecht. Das Dübbelkunzert trägt den Titel „Mutt dat so luut ween?“ und findet am Freitag, 29. März, ab 20 Uhr statt.

Auch Gesche Gloystein tritt zwei Mal auf: Bei der Plattgold-Gala im Kleinen Haus des Staatstheaters, die am Freitag, 22. März, ab 20 Uhr das Festival eröffnet, ist sie als Poetry-Slammerin zu erleben. Und im Café Leutbecher in Oldenburg, das eine Woche lang Spielstätte ist, tritt sie am Mittwoch, 27. März, mit Black-Out-Poetry auf: NWZ-Seiten werden so geschwärzt, dass einzelne Wörter übrig bleiben, die Poesie sind – plattdeutsche Poesie.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.