Schwei Das war ein Abschluss nach Maß: Die Sanierung des Schweier Kirchturms ist am Montagvormittag mit dem Aufstecken der restaurierten goldenen Kugel mit der Wetterfahne zu Ende gegangen. Dabei boten die Handwerker einer Oldenburger Metallbaufirma eine waghalsige Vorführung.

200 Kilogramm schwer

Es war gegen 10 Uhr, als die vier Handwerker die schätzungsweise 200 Kilogramm schwere Konstruktion vom Anhänger hievten und in Richtung Turm trugen, nicht ohne sie vorher sorgfältig verpackt zu haben. Die gesamte Konstruktion wird seit der Restaurierung 1974 von einem 3,80 Meter langen Vierkantholz zusammengehalten. Die vergoldete Kugel sitzt im unteren Drittel. Als der Inhaber der Metallbaufirma sie in seiner Werkstatt öffnete, fand er nichts.

Diesmal deponierten die Handwerker Tageszeitungen, bevor die kupferne Kugel verschlossen und erneut vergoldet wurde. Anders als bei der Restauration 1974 wurde die Kugel diesmal nicht mit einer Spachtelmasse umgeben; damals hatten die Restauratoren das getan, weil das Schmuckstück handgetrieben und deshalb nicht ganz eben ist. Jetzt erschien den Metallbauern das unnötig – schließlich thront die Kugel in 28 Metern Höhe.

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Sie ist 1761 angefertigt worden – wie die kupferne Wetterfahne an der Spitze der Konstruktion. Auch dieses kunstvoll gefertigte Element sieht wieder richtig gut aus. Es ist ebenfalls 1761 hergestellt und vom damaligen Landesherrn finanziell gefördert werden, wie die in das Metall gestanzten Buchstaben REX V zeigen: Sie stehen für den damals regierenden Dänenkönig Frederik V. (1746 bis 1766), der auch Graf von Oldenburg war. Rex ist das lateinische Wort für König.

Es dauerte weniger als eine halbe Stunde, die Konstruktion mit einer Seilwinde auf den Turm zu ziehen und dort zu verankern. Die Architektin Eva Runge, die für Sanierung des Turms zuständig ist, verfolgte die halsbrecherisch anmutende Arbeit auf dem Gerüst, während Pfarrer Bernd Eichert und Hans-Gerd Westerholt vom Kirchenrat unten blieben.

Schäden in der Wand

Das Gerüst wird voraussichtlich ab 8. November abgebaut, das wird etwa eine Woche dauern. Dann müssen noch einige Fugen ausgebessert und die jahrhundertealten Grabplatten wieder an den Turm gelehnt werden.

Doch schon ist die nächste größere Operation fällig: An der Nordwand der St.-Secundus-Kirche zeichnen sich Salpeterschäden ab. Bevor sie beseitigt werden können, muss die Kirchengemeinde dafür Geld einwerben.


Weitere Bilder finden Sie unter   www.nwzonline.de/fotos-wesermarsch 
Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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