Schwei Obwohl gemäß eines Gutachtens aus dem Jahre 1783 schon einmal ihre Einsturzgefahr nachgewiesen worden sei, haben die 400-jährigen Bemühungen unzähliger Akteure die Erhaltung der St.-Secundus-Kirche in Schwei ermöglicht. Dieses Ziel dürfte in Zukunft nicht leichter werden, denn sinkende Mitgliederzahlen in der Kirche sorgen dafür, dass die Last der Aufwendungen für die Gemeindearbeit und für die Unterhaltung der Gebäude auf immer weniger Schultern verteilt werde.

Blick in die Zukunft

Der Festgottesdienst am Sonntagmorgen, dem letzten Tag der fast einwöchigen Feierlichkeiten aus Anlass des 400-jährigen Bestehens der St.-Secundus-Kirche, gab nicht nur Anlass zu einer Rückschau, sondern auch zu einem Blick in die Zukunft. Den machten mit nachdenklich stimmenden Worten in seinem Vortrag Dr. Cord Diekmann, Vorsitzender des Schweier Kirchbauvereins, sowie in ihren Grußworten die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann und Bürgermeister Klaus Rübesamen.

In seinem Vortrag zum Thema „400 Jahre St.-Secundus-Kirche: Unterhaltung im Wandel der Zeiten“ beleuchtete Cord Diekmann besonders die Frage, wer für die Kosten für Bau und Unterhaltung aufkam.

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Problem Kirchensteuer

Die Probleme bei der Finanzierung der Aufgaben der Kirche habe im 19. Jahrhundert zur Einführung der Kirchensteuer geführt. Dieses System mache die Kirche aber von der Zahl ihrer Mitglieder abhängig, und dies werde zum Problem. Vor 400 Jahren seien wahrscheinlich 100 Prozent der damals rund 1500 Schweier Mitglied der Kirche gewesen. Heute sind es bei gleichhoher Einwohnerzahl nur noch 58 Prozent, womit Schwei aber noch deutlich über der durchschnittlichen Quote im Oldenburg Land von 38 Prozent liegt, machte Cord Diekmann deutlich.

Er appellierte an die Kirchenleitung, nicht nur an den Abbau von einen Drittel der Pfarrstellen, also des Kernbereiches kirchlicher Tätigkeit, sondern auch an die Reduzierung der Bürokratie beim Oberkirchenrat zu denken. „Dann könnte man den Finanzierungsmangel für eine wirklich hilfreiche Reform begreifen und es wäre ein Beitrag dazu, dass unsere Kirche im Dorf bleibt“, sagte der Kirchbauvereins-Vorsitzende.

Der Mitgliederschwund sei nicht allein ein kirchliches Problem, sondern treffe fast alle Bereiche. Dagegen müssten Konzepte entwickeln werden. Gebäude, die nicht genutzt würden, seien letztlich „umsonst“ gebaut worden, sagte Karin Logemann. Sie griff damit die Predigt von Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker auf, der den Psalm 127 („Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen“) zum Thema gemacht hatte.

Bürgermeister Klaus Rübesamen sprach nicht nur die finanziellen Probleme an. Auch der gesellschaftliche und demografische Wandel sowie die Digitalisierung und die Globalisierung stellten für Kirche und Kommunen eine große Herausforderung dar. Antworten darauf müssten mit Weisheit, Inspiration und Mut entwickelt werden.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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