NORDENHAM Mit einem Mix aus angelsächsischer Folklore, viel Country-Musik der „Dixie Chicks“ und deutsch gesungenen Liedern aus eigener und fremder Feder wusste die sechsköpfige Formation um die musikalische Familie Schlesies-Janssen zu überzeugen.

In einem fein ausgeleuchteten Ambiente und mit gutem Sound erwiesen sich die Akteure als musikalisch vielseitig und einfallsreich. Durch ihre sehr persönliche Ansprache erreichten Margret Janssen, ihre Töchter Lisa und Marie sowie Ehemann Lothar Schlesies die Herzen der vielen Zuhörer, die nicht nur sämtliche Stühle besetzten sondern auch die Empore und Teile des Tresenraums bevölkerten.

Das Motto des Abends, „Die Welt ist schön“, sollte unter anderem Ausdruck der Lebensfreude auch beim gemeinsamen Musizieren sein, wurde aber zum Selbstläufer – die Welt war in der Jahnhalle an diesem Abend schön.

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Das lag vor allem an der Musik, zu der außer der Familie noch Dennis Tosun und Dustin Böning beitrugen. Dennis Tosun erwies sich als ausgezeichneter Pianist, griff aber auch zum Akkordeon oder spielte, wenn nötig, den Bass. Ruhig, konzentriert und einfühlsam erfüllte er seinen Part. Auch Dustin Böning machte wenig Aufhebens um sich. Solide und mit gutem Gefühl für Rhythmus und Timing trieb er durch das Programm.

Kompakter E-Bass

Margret Schlesies war gleich mehrfach aktiv. Meistens spielte sie einen kompakten E-Bass, der an Paul McCartneys erinnerte, mitunter wechselte sie ans Klavier oder griff zur Tin Whistle, der irischen Blechflöte, oder der Mundharmonika. Häufig sang sie die Zweit- oder eine Chorstimme und moderierte das Programm.

Neben ihr stand Lisa, die Stimme der Band. Scheinbar mühelos sang sie das umfangreiche Programm, in dem es von anspruchsvollen Gesangstiteln nur so wimmelte. Mit ihrem ausgeprägten amerikanischen Akzent und der hellen, klaren Stimme schien sie direkt aus den Südstaaten eingeflogen zu sein, nicht aus Nordenham City. Kräftig und dynamisch sang sie, wechselte mühe- und bruchlos auf Kopfstimme und zurück, und hatte ein Meisterstück im Repertoire: „Gabriella’s Song“ aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“. Weich und zart intoniert, überzeugte sie auf ganzer Linie. Sie sang auswendig, mit toller Bühnenpräsenz und mitunter sogar humoristischer Gestik.

Ihre Ergänzung ist Schwester Marie. Seltener singend, und dann meistens im Chor, ist Marie für die Gitarrensoli zuständig, spielt auch mal Mandoline, Klavier oder Bass und bezaubert mit ihrer Geige. Ihr Meisterstück an diesem Abend: „Am Fenster“ von City, einer Band aus der DDR. Dabei „sang“ sie begnadet mit der Geige die bewegende Melodie. Auch sie moderierte charmant den einen oder anderen Titel.

Last but not least zählt zu Jasch Vater Lothar, in der Folkszene Nordenhams gemeinsam mit Ehefrau Margret bekannt als Mitglied von „Greenfields“. Er ist meistens an der Gitarre für den Rhythmus zuständig, zeigte aber auch immer wieder, dass er sehr gut die Kunst „Finger-Picking“ beherrscht.

Ruhe und Variation

Den Charakter des Konzerts prägten gleichermaßen Ruhe und Variation. Bei manchen Songs gab es eine kalkulierte Choreographie und humoristische Momente, wie beim großartigen, ironisch gestalteten „Seemann“ der 60er Jahre-Schlagersängerin Lolita.

In der Bandbreite von Amy Macdonald bis zu den Ärzten steckte Abwechslung. Das gefielt dem Publikum, das immer wieder spontan Beifall spendete für gelungene Gesangs- oder Instrumentalpassagen, so gut, dass Jasch auch am Ende eines langen Konzertabends nicht um zwei lautstark eingeforderte Zugaben herumkamen. Spätestens bei der letzten, „Sweet Home Alabama“, war Nordenham gegen 23 Uhr endgültig in den Südstaaten angekommen.

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