Ruhwarden Ein Leben für die Kunst – das mag für Silke Trolldenier sicherlich zutreffen. Ganz ohne Kunst wird für die Galeristin auch in Zukunft nicht leben: „Wir werden uns wiedersehen“, versprach sie. In der Ruhwarder Galerie am Wehlhamm fiel am Sonntag der letzte Vorhang. Silke Trolldenier eröffnete ihre Abschiedsausstellung.

Viele Weggefährten und Freunde wollten zum letzten Mal dabei sein, wenn nach 40 Jahren das Kapitel Kunst in Ruhwarden zugeschlagen wird. Die letzte Ausstellung trägt den Titel „Faszination Kunst“. Unter dieser Überschrift zeigt Silke Trolldenier Werke von Künstlern, die sie in all den Jahren begleitet haben. Dazu zählt zum Beispiel Hartmut van Riesen, der seine Jugend in Butjadingen verbrachte, inzwischen seit vielen Jahren als freischaffender Künstler in München lebt, aber immer wieder auch Motive aus Butjadingen gemalt hat.

Schenkung ans Museum

Er habe dem Nationalpark-Haus Museum in Fedderwardersiel eine Schenkung mit seinen Werken gemacht, die hier entstanden seien, berichtete Silke Trolldenier. Die Hausleiterin Dr. Felicitas Demann versprach, mit diesen Arbeiten im kommenden Jahr eine Sonderausstellung zu bestücken. Auch weitere Museen in der Region sind in den Genuss von Schenkungen aus dem Bestand der Galerie gekommen. „Dort werden die Arbeiten gut aufbewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das macht mich sehr glücklich und ich kann mit einem guten Gefühl loslassen“, sagt Silke Trolldenier.

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„Rund 200 Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltung liegen hinter uns“, rekapitulierte sie in ihrer Abschiedsrede und erinnerte an einige Höhepunkte der vergangenen Jahrzehnte. Alle Presseartikel, Einladungskarten, Fotos und Plakate hat sie unter Mithilfe ihres Ehemannes Klaus Trolldenier in Fotobüchern aufbewahrt: „Ein interessanter Rückblick auf die Galeriearbeit von 1979 bis 2019“.

Es sei eine schöne Zeit gewesen, mit viel Arbeit und mit viel Freunde, sagte die Galeristin. „Es sind die Begegnungen von Menschen, die das Leben lebenswert machen“, verriet sie ihren Wahlspruch, der auch die Einladungskarte zu ihrer letzten Ausstellung ziert.

Renate Knauel vom Arbeitskreis Gezeiten gehört ebenfalls zu den langjährigen Weggefährten der Galeristin. Mit dem Abschied von SilkeTrolldenier ginge ein Stück Kulturgeschichte in Butjadingen zu Ende, bedauerte sie. Die Galeristin habe sich von ihrer Kunstbegeisterung tragen lassen, Willensstärke und Überzeugungskraft gezeigt. Silke Trolldenier zählt zu den Gründungsmitgliedern der Kunst- und Kulturwoche Gezeiten und hat in jedem Jahr, dem jeweiligen Thema angepasst, eine besondere Ausstellung konzipiert.

Verlust für Kulturarbeit

Es sei ein besonderer Tag, ergänzte Bürgermeisterin Ina Korter. Mit dieser letzten Ausstellung in der Galerie am Wehlhamm ginge ein großes Stück Kulturarbeit in Butjadingen verloren. „Es schmerzt mich, dass es keine Aussicht auf Weiterführung gibt“. Die Galeristin habe in den vergangenen 40 Jahren mit ihrem Sachverstand und in ihrer Freude an der Begegnung mit Menschen, mit ihrer Tatkraft und mit ihrem Einfallsreichtum das kulturelle und künstlerische Leben in Butjadingen bereichert, war sich Ina Korter sicher. Sie habe in der Region auch mit tatkräftiger Unterstützung ihres Mannes bedeutende Akzente gesetzt. Dem Ehepaar Trolldenier wurde für ihren besonderen Einsatz 2004 die Goldene Krabbe verliehen.

Die Landtagsabgeordnete Karin Logemann zählte ebenfalls zu den zahlreichen Besuchern der Galerie. Sie überbrachte Silke Trolldenier ihre besten Wünsche und nahm ebenfalls die Gelegenheit wahr, sich persönlich zu verabschieden.

„Wir sehen uns noch in unserem kleinen Atelier unter dem Dach unseres Wohnhauses“, kündigte Silke Trolldenier an. Sie werde mit Ehemann Klaus dorthin zurückkehren, wo vor 40 Jahren alles angefangen habe, sagte sie.

Die letzte Ausstellung der Galerie am Wehlhamm ist noch bis zum 30. Juni, täglich von 16 bis 18 Uhr zu sehen.

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