SEEFELD Zu einer Märchenstunde der besonderen Art hatte die Theatergruppe der Seefelder Mühle für Freitagabend bei der Premiere „Es war einmal...“ eingeladen. Das Dorfgemeinschaftshaus war dieses Mal der Austragungsort des von den Darstellern und der Regisseurin Heike Scharf selbst erdachten und konzipierten Stückes. Die Gäste zollten den Akteuren auf und hinter der Bühne am Ende einen langanhaltenden Applaus. Dem Publikum hatte das Stück gut gefallen. Die Premierengäste hatten viel gelacht und über die Darsteller und ihre Dialoge reichlich geschmunzelt.

Dreiteilige Bühne

Die dreigeteilte Bühne bot viel Platz für kleinere und größere Szenen. Auch die liebevoll gestalteten Ebenen mit der Stube der Frauen-WG, dem Internet-Café und dem Esszimmer des Gutshofes derer von Gutensteins schuf verschiedene Ambiente und zog so die Zuschauer ins Stück hinein.

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Im Vorfeld waren viele Stunden für das Herrichten der ansonsten ungenutzten Bühne ins Land gegangen. Das war nur dank eines großen Teams an Helfern zu bewerkstelligen gewesen.

Dass es sich bei „Es war einmal ...“ nicht um die Nacherzählung eines bekannten Märchens handelte, wurde sehr schnell deutlich. Mit ganz eigenen Mitteln und auf moderne Weise wurde „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ neu beschrieben. Nicht nur die Rollen waren vertauscht, auch die Sujets spielten in der Gegenwart. Dennoch führte Märchenerzählerin Karin Rebmann ihre Zuhörer in die Geschichte hinein und erläuterte Zusammenhänge oder stellte die einzelnen Figuren vor. Zur Orientierung tauchten auch Äpfel, ein Spiegel oder die Zahl 7 auf, doch mit dem ursprünglichen Märchen hatte die zweistündige Inszenierung nicht mehr viel zu tun.

Spannende Inszenierung

Um so spannender war es für die Gäste, der Handlung zu folgen, die einzelnen Szenen zu verstehen und daraus ein Gesamtbild zu entwerfen. Die 14 Darsteller agierten trotz einiger Längen in vereinzelten Passagen mit viel Spielwitz und füllten die Räume auf den drei Ebenen. Besonders der Latin-Lover und Macho aus Überzeugung Giovanni (Dittmar Sprekelmann) konnte hier überzeugen. Auch Debütant Butler James (Wolfgang Heßling) legte die anfängliche Aufregung bald ab und überzeugte mit seiner trockenen Art. Gutsherrin Rosalinde (Heike Barre) ließ sich gerne von Giovanni verführen. Auch die erotisierende Barbara wurde von Roswitha Barre bestens dargestellt.

Im zweiten Akt lebte das Muttersöhnchen Heinrich (Klaus Janssen) in der Frauen-WG richtig auf. Er wäre beinahe ums Leben gekommen, wenn da nicht die helfende Hand der Anna (Meike Peschke) im Spiel gewesen wäre. Aber wie in einem richtigen Märchen, siegte auch hier das Gute über das Böse. Und so manche neue Beziehung konnte geschmiedet werden.

Die sieben Frauen der Wohngemeinschaft wurden von Anne Grabhorn, Cornelia Jürgens, Anneliese Kling, Anke Kloppenburg, Anke Lippert, Irmgard Rüthemann und Anja Thümler dargestellt.

Weitere Aufführungen beginnen am 28., 29., 30. und 31. März sowie am 1. und 2. April jeweils um 20 Uhr. Karten hierfür gibt es im Seefelder Kulturzentrum.

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