Rodenkirchen Als der letzte Ton verklungen war, erhoben sich alle Zuschauer in der voll besetzten St.-Matthäus-Kirche. Stehend applaudierten sie einer Aufführung, die es so in der langen Geschichte der St.-Matthäus-Kirche noch nicht gegeben hatte. 50 Sängerinnen und Sänger hatten die Konzertmesse „Missa Jubilate Deo“ von Alfons Faß gesungen.

Rund 300 Zuhörer

Der Komponist hatte auch die Gesamtleitung des Konzerts inne. Nachdem er alle ihm zustehenden Glückwünsche, ein Geschenk des Chores sowie eine Anerkennung für seine kirchenmusikalischen Verdienste von Rat und Verwaltung entgegengenommen hatte, zeigten sich seine Ergriffenheit und seine Dankbarkeit in nichts besser als in einem einzigen, für ihn typischen Satz, leise dahingesprochen und längst nicht für jeden zu hören: „Ich könnte euch alle knuddeln“.

Rund 300 Zuhörer hatten sich am Sonntagnachmittag in der Kirche eingefunden, um die Uraufführung der „Missa Jubilate Deo“ mitzuerleben. „Messe zum Lobgesang Gottes“ heißt das Werk auf Deutsch. Der St. Matthew‘s Choir, ein Projektchor und der Kantorei Blexen führten das Werk auf.

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Mehr als ein Jahr lang hatte Alfons Faß an der Komposition gearbeitet. Die Messe orientiert sich mit ihren Bestandteilen an der klassischen kirchlichen Liturgie. Ihre Texte bestanden aus lateinischen Ordinarien und aus Versen von Psalmen, die Martin Luther ins Deutsche übersetzt hatte.

Neben den Stimmen der Sängerinnen und Sänger setzt Alfons Faß auch Instrumente ein. Statt eines Orchesters hörten die Gäste aber seine Orchestermaschine, einen Musikcomputer, in den Alfons Faß alle vorkommenden Instrumente eingespielt und zusammengefügt hatte.

Bürgermeister Klaus Rübesamen betonte schon in seiner Begrüßungsansprache die musikalische Botschaft der Reformation, die in dieser Messe zum Ausdruck kommt, und würdigte zum Abschluss des 500. Reformationsjubiläums nochmals die Verdienste Martin Luthers, der nicht nur einschneidende Veränderungen in der Kirche, sondern auch in der deutschen Sprache bewirkt hatte. Der Reformator hatte im Jahr 1526 auch dafür gesorgt, dass wirklich alle Kirchenbesucher – unabhängig von ihren Lateinkenntnissen – verstehen sollten, was in den Gotteshäusern gesungen und gepredigt wurde.

Passagen von Erich Fried

Bei der Uraufführung hörte das Publikum zwischen den sechs Messebestandteilen jeweils thematisch passende Wortbeiträge wie beispielsweise „Ein Leben nach dem Tod“ von Marie Luise Kaschnitz oder Erich Frieds „Fragen und Antworten“, die von Pastorin Birgit Faß vorgetragen wurden. Die Konzertmesse endete nach knapp einer Stunde liturgisch korrekt mit dem „Agnus Dei“, das mit seiner getragenen und harmonischen musikalischen Ausrichtung einen sehr gelungenen Abschluss darstellte.

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